Entzündung der Talg- oder Schweißdrüsen

Gerstenkorn am Auge: Hausmittel zur Behandlung der ansteckenden Infektion

Ein Gerstenkorn ist eine häufig vorkommende entzündliche Veränderung der Schweiß- und Talgdrüsen des Auges. Anders als im Falle des Hagelkorns, bei dem die Ausführgänge der Tränendrüsen verstopft sind, ist ein Gerstenkorn häufig infiziert und daher in der Regel eitrig und schmerzhaft.

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Ein Gerstenkorn verursacht teils starke Schmerzen.
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Einige Menschen erwischt das Gerstenkorn immer wieder, während andere lebenslang verschont bleiben. Mittlerweile weiß man, dass eine herabgesetzte Widerstandskraft oder auch chronische Lidrandentzündungen die Entstehung von Gerstenkörnern fördern können. Oft tritt die Erkrankung auch im Zusammenhang mit Akne, Störungen des Verdauungssystems und Diabetes mellitus auf. Hormonschwankungen in der Pubertät können die Entwicklung des Furunkels am Auge ebenfalls begünstigen.

Äußerlich erscheint das Gerstenkorn als kleiner Knoten am Lidrand. Seltener bilden sich Knötchen an der Innenseite des Augenlids. Bevor die Entzündung am Auge sichtbar wird, spüren die Betroffenen in der Regel ein Jucken oder auch Spannungs- und Druckgefühl. Außerdem rötet sich das Augenlid und schwillt schließlich lokal an. Nach etwa vier Tagen bildet sich dann ein kleiner, eitrige Knoten. Nach weiteren vier bis fünf Tagen leert sich das Furunkel zumeist von allein, und die Entzündung klingt ab.

Hygiene am Auge verhindert Ansteckung mit Gerstenkorn-Keimen

Ein Gerstenkorn ist zwar schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Es kann daher gut zu Hause behandelt werden. Man sollte sich jedoch vergegenwärtigen, dass es auch bei der richtigen Behandlung Wochen dauern kann, bis sich das Furunkel am Auge von allein entleert und die Rötungen komplett abklingen. Wenn man dann noch etwas falsch macht, was bei einem Gerstenkorn leicht passieren kann, verzögert sich die Heilung noch weiter.

Ganz wichtig ist, das Gerstenkorn niemals auszudrücken oder daran herumreiben. Dadurch können sich die Bakterien auf das umliegende Gewebe am Auge ausbreiten und es infizieren. Hat man das Gerstenkorn berührt, sollte man sich umgehend gründlich die Hände waschen, um eine Übertragung auf das andere Auge zu verhindern. Betroffene sollten stets ihr eigenes Handtuch benutzen, da die Keime auch für andere Personen sehr ansteckend sind. Während eines Gerstenkorns heißt es außerdem, auf Augen-Make-up und Kontaktlinsen zu verzichten.

Natürliche Hausmittel gegen Gerstenkorn

Was tun bei Gerstenkorn? Hausmittel und Behandlung

Um die Reifung des Furunkels zu beschleunigen, empfehlen Augenärzte vor allem Wärme. Ideal ist Rotlicht, und das dreimal am Tag für jeweils 15 Minuten. Feuchte Wärme, wie etwa heiße Umschläge und Wickel auf dem Gerstenkorn sind jedoch tabu, da sie die Haut am Auge aufweichen und die Verschleppung der Bakterien auf andere Stellen erleichtern.

Einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn das Gerstenkorn nach einer Woche nicht verschwunden ist oder sich die Haut um das Auge herum rötet. Dann kann es trotz warmer Zuwendung nötig sein, dass der Arzt eine Antibiotikabehandlung einleitet, um die Bakterien schachmatt zu setzen. Verschwindet die Entzündung immer noch nicht, hilft meistens nur die chirurgische Öffnung des Furunkels, damit der Eiter abfließen und das Gerstenkorn gut abheilen kann.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2010
Durch: sw
Quellen: Nach Informationen des Deutschen Grünen Kreuzes

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