Alzheimer: Therapie

Alzheimer: Therapie
Die Therapie der Demenz erfordert einen umfassenden, ganzheitlichen Behandlungsansatz.
(c) Getty Images/iStockphoto

Die Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung der Alzheimer-Krankheit haben sich in den letzten Jahren verbessert. Mit den sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmern und dem Wirkstoff Memantin stehen heute Medikamente zur Verfügung, die die geistigen Fähigkeiten und Alltagsbewältigung der Betroffenen zumindest für mehrere Monate stabilisieren oder sogar verbessern können, wenn rechtzeitig mit der Therapie begonnen wird.

Alzheimer kann bis heute noch nicht geheilt werden. Denn eine ursachenbezogene Therapie der Alzheimer-Krankheit ist bislang noch nicht möglich. Die Therapie der Demenz erfordert daher einen umfassenden, ganzheitlichen Behandlungsansatz, mit Einsatz von medikamentösen und auch nichtmedikamentösen Therapien. Heute versteht man immer besser, wie die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen gefördert und möglichst lange erhalten werden können. Auch die Betreuung der Angehörigen, die oft einer großen Belastung ausgesetzt sind, ist mittlerweile fester Bestandteil der Behandlung.

Medikamentöse Behandlung

Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantin richten sich direkt gegen die Demenz, also gegen den Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus können sie eingeschränkte Alltagsfunktionen verbessern und Verhaltensveränderungen wie Depressionen, Angst, Aggressivität und Wahnvorstellungen, die häufig bei Alzheimer-Patienten im Lauf der Erkrankung auftreten, verringern oder sogar vermeiden. Es gibt auch Hinweise, dass sie die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen verbessern und die Einweisung in ein Pflegeheim verzögern können. Bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz gelten die Acetylcholinesterasehemmer heute als Mittel der Wahl, ihr Einsatz wird von allen Fachgesellschaften empfohlen. In mittelschweren bis fortgeschrittenen Erkrankungsstadien wird Memantin eingesetzt.

 

Zur Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Antioxidantien, Vitaminen wie Vitamin B12 oder zur Behandlung mit Hormonen liegen derzeit widersprüchliche Erkenntnisse vor. Sie werden deshalb gegenwärtig nicht empfohlen. Auch der Einsatz von Ginkgo wird widersprüchlich diskutiert. So bewerten die deutschen Fachgesellschaften in ihrer aktuellen Leitlinie zur Behandlung der Demenzen die Datenlage zu ginkgohaltigen Präparaten als nicht überzeugend. Sie werden daher nicht empfohlen. Zudem gibt es Hinweise für eine erhöhte Blutungsneigung, zum Beispiel bei der gleichzeitigen Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS).

Medikamentöse Begleittherapie
 

Alzheimer-Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Demenz eine Reihe von Begleitsymptomen, wie Depression, Schlafstörungen, Unruhe, Angstzustände, Aggressivität und Wahnvorstellungen. Diese Begleitsymptome bedürfen ebenso der Behandlung wie die eigentliche Demenz.

Nichtmedikamentöse Behandlung

Für Demenzkranke sind Verlässlichkeit und Stabilität der Umwelt von großer Bedeutung. Die begleitenden Behandlungsmaßnahmen müssen unbedingt die begrenzten Bewältigungsmöglichkeiten der Demenzpatienten berücksichtigen, sie weder unter-, noch überfordern.

Begleitende Maßnahmen können beispielsweise sein:

  • Bewegungstherapie
  • Tagesstrukturierung
  • Aktivierung
  • Kognitives Training
  • Realitätsorientierung
  • Musiktherapie
  • So genanntes Snoezelen (Stimulation der Sinne) mit individualisierten biografiebezogenen Stimuli
  • Soziotherapie (Betreuung und Pflege)
  • Psychiatrische und/oder psychologische Therapie

Wichtig ist dabei, dem Alzheimer-Patienten das Gefühl zu geben, nicht allein mit seiner Erkrankung zu bleiben, sondern ihm einen liebevollen Rahmen zu bieten.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2013
Durch: Monika Preuk

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