Nahrungsmittelunverträglichkeit

Laktoseintoleranz

Milchzuckerunverträglichkeit (Laktosemalabsorption)

laktoseintoleranz milch tabu.jpg
Milch tabu: Laktoseintoleranz zählt zu den häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten.
Getty Images/iStockphoto

Unter Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit leiden Menschen, die den in Milch vorkommenden Zucker Laktose nicht aufspalten können, weil ihnen ein Enzym dazu fehlt - die Laktase.

Bei der Laktase handelt es sich um ein Enzym, das im Dünndarm aller gesunden Säuglinge vorkommt. Die Laktase spaltet den Milchzucker in Galaktose und Glukose (Traubenzucker) auf. Diese Zuckerarten werden anschließend über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen. Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit bilden mit zunehmendem Lebensalter keine oder zu wenig von dem Enzym Laktase, so dass der Milchzucker gar nicht oder nur verzögert abgebaut wird. Die Laktose gelangt ungespalten in den Dickdarm, wo Bakterien sie unter Gasbildung vergären.

Symptome der Laktoseintoleranz reichen von Blähungen bis Depression

Symptome, die aus der Laktoseintoleranz folgen, sind dementsprechend Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfall und Übelkeit. Aber auch unspezifische Anzeichen wie anhaltende Müdigkeit, depressive Verstimmung oder Konzentrationsstörungen können bei einer Milchzuckerunverträglichkeit auftreten.

Schätzungen zufolge leidet nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung an mehr oder weniger ausgeprägtem Laktasemangel. Von einer Laktoseintoleranz sprechen Experten aber nur, wenn der Enzymmangel zu den obigen Symptomen führt. Ansonsten handelt es sich um eine sogenannte Malabsorption.

Laktoseintoleranz in Asien und Afrika die Regel, bei uns die Ausnahme

In Deutschland weisen etwa 15 Prozent der Menschen eine Laktoseintoleranz auf, während in Ländern in Schwarzafrika bis zu 90 Prozent der Menschen keine Milchzucker vertragen In asiatischen Ländern sind ebenfalls zwischen 80 und 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Laktoseintoleranz betroffen. Ursächlich ist meist ein genetischer Enzymmangel, seltener eine angeborene Erbkrankheit oder auslösende Erkrankungen zum Beispiel des Darms.

Vorsicht, Laktosefallen!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Februar 2014
Quellen: Gesenhues, S., Ziesché, R: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2003 Mader, F.H., Weißgerber H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Berlin 2003 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Bauchschmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 068/004 (Stand: April 2002) Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2004 Lückenrath, E., Müller, S.-D.: Diätetik und Ernährungsberatung - das Praxisbuch. Haug Verlag, Stuttgart 2011

Beitrag zum Thema aus der Community
Gesundheit und Medizin
Morbus Osler

Spontanes und heftiges Nasenbluten ist Hauptsymptom der seltenen Erbkrankheit mehr...

Amyotrophe Lateralsklerose

Unheilbare, neuronale degenerative Erkrankung der Muskelnnerven mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zum Seitenanfang