Bei hohem Frakturrisiko

Osteoporose: Medikamente ja oder nein?

Spezielle Osteoporose-Medikamente können das Risiko für Knochenbrüche innerhalb weniger Monate senken. Unterschiedliche Wirkstoffe stehen zur Verfügung. Lesen Sie hier, wann sie zum Einsatz kommen.

Osteoporose: Medikamente ja oder nein?
Welches Medikament zur Behandlung eingesetzt wird, hängt von der Ursache und dem Geschlecht des Patienten ab.

Spezielle Osteoporose-Medikamente sind erforderlich, wenn das Risiko für Knochenbrüche hoch ist. Die Berechnung des Frakturrisikos und die Knochendichtemessung bilden die Eckpfeiler für die ärztliche Therapieentscheidung. Liegt das 10-Jahresrisiko für eine Fraktur über 30 Prozent und ist die Knochendichte nachweislich reduziert, wird der Arzt in der Regel eine medikamentöse Therapie zusätzlich zur Basismaßnahmen zur Behandlung der Osteoporose empfehlen. Bei Personen, die zwar eine erniedrigte Knochendichte, aber keine zusätzlichen Risikofaktoren aufweisen, muss der Knochenschwund sehr ausgeprägt sein, damit eine medikamentöse Therapie gerechtfertigt ist. Auch wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist und eine erste oder mehrere Wirbelkörperfrakturen vorliegen, kann durch eine konsequente Therapie noch viel erreicht werden. Das Knochenbruch-Risiko kann durch Medikamente innerhalb von wenigen Monaten deutlich verringert werden. Da in den ersten Monaten nach einer Fraktur das Risiko für weitere Knochenbrüche am höchsten ist, sollte umgehend mit der Therapie begonnen werden.

Medikamentöse Therapie

Inzwischen gibt es eine Reihe von effektiven Medikamenten für die Behandlung der Osteoporose. Welches Medikament eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Ursache der Osteoporose und dem Geschlecht des Patienten ab.

Die verfügbaren Osteoporose-Medikamente unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkung auf den Knochenauf- und -abbau. Während die Gruppe der Bisphosphonate primär den Knochenabbau reduziert, können andere Substanzen bis zu einem gewissen Grad den Knochenaufbau fördern und damit einen Zuwachs an Knochenmasse bewirken.

Für Frauen nach der Menopause kommen verschiedene Substanzen zur Senkung des Frakturrisikos infrage. Dazu gehören Bisphosphonate, Östrogen und Abkömmlinge eines körpereigenen Hormons (Parathormon) sowie Strontiumranelat, das zumindest in Versuchen auch die Neubildung von Knochen fördert.

Bei Männern ist die Auswahl etwas geringer. Sie können mit Bisphosphonaten oder einem Parathormon-Abkömmling behandelt werden. Gleiches gilt für Patienten mit einer Kortison-bedingten Osteoporose.

Sind bereits Wirbelkörperbrüche eingetreten, ist meist eine zusätzliche Schmerztherapie erforderlich. Inwieweit das Ausspritzen von eingebrochenen Wirbeln mit Zement (Vertebroplastie, Kyphoplastie) die Schmerzen effektiv lindert, ist umstritten.

Welche Medikamente im Einzelfall geeignet sind, muss mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.

Dauer der Behandlung

Die medikamentöse Osteoporose-Therapie erfordert die regelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum. Daneben ist es wichtig, auf eine ausreichende Aufnahme von Kalzium und Vitamin D und eine insgesamt ausgewogene Ernährung zu achten. Dritter Baustein der Behandlung ist eine entsprechende Physiotherapie bzw. Trainingstherapie, um die Muskelkraft zu erhalten und das Risiko von Stürzen zu senken. Ein Funktionstraining in Osteoporose-Selbsthilfegruppen kann ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Stand- und Gangsicherheit sein.

Wie lange die Therapie fortgeführt wird, ist immer auch eine Einzelfallentscheidung. Dafür werden im Verlauf der Therapie die Risikofaktoren in größeren Abständen immer wieder überprüft und die Therapieentscheidung an die veränderte Situation angepasst.

Essen gegen Osteoporose
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