Gene können eine Rolle spielen

Atopien: Vererbte Überempfindlichkeit des Immunsystems

Bei einer Reihe von allergischen Erkrankungen spielen die Gene bei der Entstehung eine entscheidende Rolle - gerade bei Heuschnupfen, Bronchialasthma oder auch Neurodermitis. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Atopien.

Atopien: Eine vererbte Überempfindlichkeit des Immunsystems
Atopischer Marsch: Jedes Alter hat seine typische Allergie, die in eine andere übergeht.
© iStock.com/Warren Goldswain

Manchmal ist das Leben wirklich ungerecht: Erst bilden sich nach mehreren Jahren die belastenden Beschwerden der Neurodermitis langsam zurück und alles scheint besser zu werden, dann tritt plötzlich ein allergisches Asthma auf.

Entsprechende Allergiker-Karrieren sind heute bekannt: Bei Atopien (griechisch: atopos = ungewöhnlich), der großen Subgruppe der Allergien, denen eine erblich bedingte Bereitschaft für eine Typ-I-Allergie zugrunde liegt, kann eine Allergieform eine andere ablösen oder mit einer anderen einhergehen. Zu den atopischen Erkrankungen gehören die atopische Dermatitis beziehungsweise Neurodermitis, die Nahrungsmittelallergie, das allergische Asthma und Heuschnupfen beziehungsweise der allergische Schnupfen.

Erst die eine, dann die andere Allergieform

Bei dem erläuterten Krankheitsbild, bei dem eine Allergieform in eine andere übergeht, sprechen Mediziner auch vom "atopischen Marsch": Denn in den ersten Lebensjahren hat jedes Alter seine typischen Allergieformen. So steht in den ersten drei Jahren die atopische Dermatitis im Vordergrund, gelegentlich begleitet von einer Nahrungsmittelallergie. Das allergische Asthma beginnt häufig im Kleinkindalter, die allergische Rhinitis tritt oft im Schulalter auf.

Familiäre Vorbelastung steigert das Allergierisiko

In der Gesamtbevölkerung liegt das Risiko, eine Atopie zu entwickeln, heute bei etwa 20 Prozent. Es kann jedoch deutlich steigen, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht, weil bei einem Verwandten ersten Grades eine Atopie vorliegt. Hat ein Bruder oder eine Schwester eine Atopie, erhöht sich das Risiko bereits auf 25 bis 35 Prozent. Ist ein Elternteil erkrankt, liegt es bei 25 bis 40 Prozent. Haben beide Eltern eine Atopie, beträgt das Erkrankungsrisiko ihres Kindes 40 bis 60 Prozent, wenn es sich um unterschiedliche allergische Erkrankungen handelt, und 60 bis 80 Prozent, wenn sie unter der gleichen allergischen Erkrankung leiden.

Vorbeugende Maßnahmen können sinnvoll sein

Da demnach familiär vorbelasteten Kindern eine jahrelange Allergiker-Karriere drohen kann, arbeiten Forscher derzeit intensiv daran, die Zusammenhänge besser zu verstehen, um zum einen durch entsprechende Untersuchungsmethoden Risikokinder gezielt früh zu erkennen und zum anderen durch spezielle Maßnahmen den Ausbruch einer Allergie verhindern zu können. Bis diese Möglichkeiten zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, vor allem bei Kindern mit familiärer Vorbelastung - und somit erhöhtem Risiko -, allgemeine Vorsorgemaßnahmen zu berücksichtigen, die von Experten empfohlen werden.

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