Vorzeitiger Samenerguss – Daten und Fakten

Ejaculatio Praecox ist behandelbar

Einer von fünf Männern kennt das: ein vorzeitiger Samenerguss. Er ist die meist verbreitete sexuelle Funktionsstörung bei Männern unter 60 Jahren. Aber Ejaculatio Praecox ist kein Schicksal, sondern therapierbar - mit Medikamenten, Psychotherapie oder einfachen Übungen.

Beim vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) handelt es sich um eine sexuelle Funktionsstörung, die durch einen vorzeitigen, nicht hinauszögerbaren Orgasmus während des Geschlechtsverkehrs oder durch eine andere Stimulation gekennzeichnet ist. Ein genauer Zeitraum ist für das "zu früh" nicht definiert. Allgemein werden als Kriterien für die Diagnose des vorzeitigen Samenergusses als dauerhafte sexuelle Funktionsstörung drei Kriterien bewertet.

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Die Kennzeichen des vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox):

  • die Zeit vom Eindringen des Penis in die Vagina bis zum Samenerguss wird subjektiv als zu kurz wahrgenommen,
  • der Betroffene kann seine Ejakulation nicht ausreichend kontrollieren und
  • es entsteht ein erheblicher persönlicher Leidensdruck, der durch Angst, Frustration, Probleme in der Partnerschaft oder den Verzicht auf Sex gekennzeichnet ist.

Die International Society of Sexual Medicine definiert seit 2010 die lebenslange Form des vorzeitigen Samenergusses als sexuelle Funktionsstörung des Mannes mit folgenden Merkmalen:

  • die Ejakulation erfolgt immer oder fast immer vor oder innerhalb etwa einer Minute nach Einführen des Gliedes und
  • die Unfähigkeit zur Verzögerung der Ejakulation bei jeder oder fast jeder (vaginalen) Penetration
  • negative persönliche Folgen, beispielsweise Leidensdruck, Ärger, Frustration und/oder Vermeidung sexueller Intimität.

Bei der schwersten Form des vorzeitigen Samenergusses erfolgt die Ejakulation bereits vor dem Einführen des Gliedes, der sogenannten "Ejaculatio ante portas". Der Durchschnittswert für die Zeit vom Eindringen bis zum Samenerguss liegt bei gesunden Männern bei rund fünfeinhalb Minuten.

Ursachen und Formen

Davor war vermutet worden, dass die Ejaculatio praecox rein psychologische Gründe hat. Diese Ansicht gilt inzwischen als veraltet.

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Es wird unterschieden zwischen der lebenslangen (primären) und der erworbenen (sekundären) Form der Ejaculatio praecox. Bei der lebenslangen Form besteht der vorzeitige Samenerguss seit Beginn der sexuellen Aktivität. Dabei kann die Kontrolle auch bei der Masturbation eingeschränkt sein. Aktuelle Untersuchungen vermuten einen teilweise genetisch bedingten, veränderten Serotoninhaushalt als Ursache. Die erworbene Form hingegen ist meist die Folge einer Grunderkrankung, wie etwa erektile Dysfunktion, Prostataentzündung, Schilddrüsenerkrankung oder psychische Beschwerden. Sie tritt erst mit der Zeit auf. Derjenige hatte eine Phase mit normaler Ejakulation.

Stress und Probleme in der Paarbeziehung stellen einen weiteren Komplex der Ursachenmodelle dar. Bei vielen Betroffenen lassen sich Streit und Stress mit der Partnerin oder dem Partner feststellen. Diese Probleme in der Partnerschaft können auch Ursache der erworbenen Form der Funktionsstörung sein. Heutzutage weiß man, dass diese Konflikte sich zusätzlich negativ auf die lebenslange Form der sexuellen Störung auswirken können. Das bedeutet, dass sich der vorzeitige Samenerguss verschlimmert.

Vorzeitiger Samenerguss: So wird die Diagnose gestellt

Wichtig für die Diagnose einer Ejaculatio praecox sind zusätzliche qualitative Merkmale: Kann der Betroffene die Ejakulation nicht kontrollieren und besteht beim Betroffenen dadurch ein hoher Leidensdruck, so ist dies ein Zeichen für Ejaculatio praecox.

Dabei wird allerdings vorausgesetzt, dass dieser Zustand dauerhaft besteht, nicht etwa nur bei längerer Abstinenz oder mit einer neuen Partnerin. Dauerhaft bedeutet jedoch nicht, dass die vorzeitige Ejakulation schon seit den ersten sexuellen Erfahrungen bestehen muss – dies gilt nur für die lebenslange Form. Bei der erworbenen Form von Praecox gab es eine Zeit, in der die Ejakulation normal verlief. Erst mit der Zeit trat eine regelmäßige und damit dauerhafte vorzeitige Ejakulation auf.

Anamnese und Differentialdiagnostik des vorzeitigen Samenergusses (Ejaculatio Praecox):

Diese Fragen stellt der Arzt, um die Diagnose vorzeitiger Samenerguss zu erstellen:

  • Wie groß ist die Zeitspanne zwischen Eindringen des Penis und dem Samenerguss?
  • Können Sie Ihre Ejakulation kontrollieren?
  • Belastet es Sie, wenn Sie beim Sex zu früh kommen?
  • Wann haben Sie das erste Mal einen vorzeitigen Samenerguss erlebt?
  • Haben Sie bereits bei Ihren ersten sexuellen Kontakten einen vorzeitigen Samenerguss erlebt?
  • Belastet es Ihre Partnerin/Ihren Partner, wenn Sie beim Sex zu früh kommen?
  • Vermeidet Ihre Partnerin/Ihr Partner Sex?
  • Belastet der vorzeitige Samenerguss Ihre Beziehung?
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    Neben der Befragung ist der Ausschluss organischer Ursachen und deshalb eine körperliche Untersuchung unverzichtbar. Eine Erektionsstörung, eine Prostataentzündung oder Schilddrüsenprobleme können ebenso ursächlich für den vorzeitigen Samenerguss sein.

    Der vorzeitige Samenerguss darf nicht mit diesen Erkrankungen verwechselt werden:

    • Die Ejaculatio diurana spontata, also die spontane Ejakulation im Wachzustand ohne besondere Reizung. Diese ist besonders bei Jugendlichen während der Pubertät häufig.
    • Präejakulative Sekretion, also der Austritt von Sekret aus dem Penis, bevor es zur eigentlichen Ejakulation kommt.
    • Spermatorrhoe, der unkontrollierte Ausfluss von Sperma aus dem Penis. Dies kann vor allem bei älteren Männern auftreten.
    • Ejakulationen, die allein durch die Phantasie des Mannes ausgelöst werden.
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