Zahnpflege

Parodontitis für Diabetiker besonders gefährlich

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Die Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt zweimal im Jahr gehört zum Pflichtprogramm für Diabetiker.
(c) Stockbyte

Menschen mit Diabetes müssen ein besonderes Augenmerk auf ihre Zahnpflege legen. Im Vergleich zu Stoffwechselgesunden sind sie anfälliger für eine Parodontitis, die wiederum das Risiko einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) erhöht.

Diabetikern drohen schwerwiegende Gesundheitsrisiken durch chronische, bakterielle Entzündungen im Mundraum. Zwischen Diabetes, Parodontitis und Koronarer Herzkrankheit (KHK) besteht ein gefährlicher Zusammenhang. So erkranken Menschen mit Diabetes dreimal häufiger an Paradontitis als Stoffwechselgesunde, da die Zuckerkrankheit das Immunsystem schwächt und Bakterien sich so - auch im Mundraum - leichter vermehren können.

Die Parodontitis wiederum kann die Entwicklung des Diabetes negativ beeinflussen, da die Entzündung des Zahnhalteapparats die Insulinresistenz  der Zellen erhöht. So können Zuckerbausteinchen aus dem Blut nicht mehr ausreichend in die Zellen gelangen. Dadurch steigt die Zuckerkonzentration im Blut, die Diabetestherapie wird erschwert.

Parodontitis erhöht Sterberisiko bei Diabetikern

Außerdem erhöht eine schwere Parodontitis das Risiko, an einer KHK zu sterben. "Im Vergleich mit Zuckerkranken ohne eine Parodontitis ist das Risiko um den Faktor 2,3 erhöht", informiert Zahnarzt Dr. Björn Eggert von goDentis.

Deshalb ist es für Diabetiker besonders wichtig, auf eine gute Mundhygiene und die Gesunderhaltung von Zahnfleisch und Zähnen zu achten, zumal auch das Risiko für Karies durch die Zuckerkrankheit steigt. Dazu gehört

  • die regelmäßige Zahnpflege
  • Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt mindestens zweimal jährlich professioneller Zahnreinigung
  • Sofortiger Zahnarztbesuch bei Beschwerden, zum Beispiel Zahnfleischbluten, Schwellungen oder Rötungen am Zahnfleisch

Diabetiker sollten Zahnarzt über ihre Krankheit informieren

Der Zahnarzt sollte zudem über die Grunderkrankung Diabetes informiert werden, um diese bei der Zahnbehandlung zu berücksichtigen. Er kann dann beispielsweise lokale Betäubungsmittel einsetzen, die möglichst die Zahnfleischdurchblutung nicht herabsetzen. Da die Wundheilung durch die Zuckerkrankheit herabgesetzt sein kann, ist bei zahnchirurgischen Eingriffen die Zusammenarbeit mit einem Internisten sinnvoll, um Komplikationen vorzubeugen.

Sieben von zehn Erwachsenen haben Parodotitis

Gesundes Zahnfleisch und Zähne sind natürlich auch für Nicht-Diabetiker wichtig - zum einen, um die Funktion der Zähne zu erhalten, zum anderen aber auch im Hinblick auf die Krankheitsprophylaxe. Denn nicht nur bei Zuckerkranken wirkt sich Parodontitis auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus: Die Infektion des Zahnhalteapparats erhöht auch bei Gesunden das Risiko Diabetes, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen,  rheumatoide Arthritis und für Frühgeburten. Sie ist weit verbreitet: Laut der neuen Initiative "Parodontitisfreies Deutschland" sind sieben von zehn Erwachsenen in Deutschland betroffen ohne es zu wissen. Denn Parodontitis verläuft lange unbemerkt.

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Autor: Ruth Sharp
Letzte Aktualisierung: 30. August 2013
Quellen: Mitteilung der goDentis GmbH vom 10.11.2011 / Diabetes heute, http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de / Initiative "Parodontitisfreies Deutschland"

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