Osteopathie
Überblick
Mit dem Begriff „Osteopathie“ („Knochenleiden“, griech. osteon = Knochen; pathos = Leiden) wird eine Behandlungsmethode bezeichnet, bei der ausschließlich manuelle Verfahren zum Einsatz kommen. Sie wird bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und anderer Organsysteme angewendet und ist dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Beschwerden ausschließlich mit speziellen Hand- und Massagegriffen behandelt werden. In den USA ist die Osteopathie weit verbreitet – dort sind Osteopathen und Ärzte praktisch gleichgestellt und durchlaufen eine ähnliche Ausbildung. In Deutschland ist die Osteopathie eine vergleichsweise junge alternativmedizinische Disziplin; die Verbreitung hierzulande begann erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Das Konzept der Osteopathie
Die Osteopathie basiert auf der Vorstellung, dass Störungen der Körpermechanik nicht nur die betroffenen Gewebe beeinträchtigen, sondern über das Gefäß- und Nervensystem auch zu Funktionsstörungen der inneren Organe führen können. Der Begriff Osteopathie wurde von dem Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) geprägt. Die von ihm entwickelte Behandlungsmethode bezog sich auf Krankheiten und Funktionsstörungen des Knochensystems. Zwischenzeitlich haben sich verschiedene Schulen der osteopathischen Medizin entwickelt, die unterschiedliche Konzepte verfolgen und verschiedene Techniken anwenden. Sie alle basieren jedoch auf den folgenden vier Prinzipien:
- Körper und Geist sind als Einheit zu begreifen.
- Der Körper verfügt über Selbstheilungskräfte, Selbstregulationsmechanismen und Gesunderhaltungssysteme.
- Der Körper besteht aus Gewebestrukturen, deren Form und Funktion untrennbar miteinander verbunden sind.
- Die osteopathische Therapie ist eine Einheit aus den drei vorangegangenen Prinzipien.
Drei Teilbereiche der Osteopathie
Die Osteopathie unterscheidet drei Bereiche, die zwar teilweise unabhängig voneinander entstanden sind, gerade hierzulande aber von vielen Therapeuten als Einheit verstanden werden und in ein gemeinsames Therapiekonzept einfließen. Aus dieser Unterscheidung geht hervor, dass die Osteopathie längst nicht nur auf die Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates beschränkt ist, sondern auch bei Erkrankungen anderer Organsysteme Anwendung findet.
Parietale Osteopathie: Sie umfasst den Bewegungsapparat mit den Knochen, Muskeln, Bändern, Sehnen und Bindegewebshüllen (Faszien) der Muskeln.
Viszerale Osteopathie: Sie umfasst die inneren Organe wie Herz, Lunge, Nieren, Darm, Leber einschließlich der Blutgefäße, Nerven, Lymphgefäße und Bindegewebshüllen.
Kraniosakrale Osteopathie: Sie umfasst den Schädel (Cranium), die Wirbelsäule, das Gehirn und das Rückenmark einschließlich der umgebenden Strukturen und inneren Flüssigkeiten (Liquor).
Mittels Osteopathie die Selbstheilung aktivieren
Primäres Ziel der Osteopathie ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu unterstützen. Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung erfasst der Osteopath ein möglichst ganzheitliches Bild des Patienten. Mit den Händen spürt er gezielt Bewegungseinschränkungen und Spannungen auf, die er mit jeweils geeigneten manuellen Techniken zu beheben versucht.
Erstattung durch die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen
Die Osteopathie gehört derzeit nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, weshalb die Kosten höchstens in Ausnahmefällen erstattet werden. Viele private Krankenkassen übernehmen die Kosten. Eine Behandlungseinheit dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und kostet zwischen 50 und 150 Euro. Wie viele Behandlungseinheiten insgesamt notwendig sind, muss im Einzelfall entschieden werden.
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