Wenn konzentrieren unmöglich wird

ADHS bei Erwachsenen oft unerkannt

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ADHS: so viel zu tun, doch die Gedanken schweifen ständig ab.
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Die Einen müssen „nur noch schnell die Welt retten“. Andere verschieben lieber alles auf „morgen“. Hinter diesen Liedzeilen könnte mehr als nur gelebte Alltagshektik stecken,  doch die Betroffenen ahnen es selbst nicht. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitäts-Störung) bei Kindern und Jugendlichen ist bekannt. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein.

Die Einen müssen „nur noch schnell die Welt retten“. Andere verschieben lieber alles auf „morgen“. Hinter diesen Liedzeilen könnte mehr als nur gelebte Alltagshektik stecken,  doch die Betroffenen ahnen es selbst nicht. ADHS (Aufmerksamkeits defizit- / Hyperaktivitäts-Störung) bei Kindern und Jugendlichen ist bekannt. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein.

„Dass ADHS auch im Erwachsenenalter eine große Rolle spielt, ist erst in den letzten Jahren so bewusst geworden. Ursprünglich ist man davon ausgegangen, [dass es] am Ende der Pubertät [nach]lässt“, sagt Chefarzt Alexander Marcus von der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier.

Der Zappelphilipp ist das Sinnbild der ADHS: Ständig in Bewegung und permanent unruhig. Dieses Symptom tritt zwar nach der Pubertät zurück und die Impulsivität, die sich meist durch lautes Schreien, aggressives Verhalten und Wutausbrüchen äußert, wird dann zunehmend stärker kontrollierbar. Was aber bleiben kann oder erst dann erkennbar wird, sind die Konzentrationsschwäche und die ständige Vergesslichkeit.

Leben mit ADHS

In der Folge kommt es häufig zu Schwierigkeiten in der Schule, später im Studium oder Berufsleben setzen sich die Probleme fort. Selbst alltägliche Aufgaben wie das Zähneputzen werden von ADHS-Patienten häufig einfach „verschwitzt“. Marcus nennt Beispiele: Eine Hausfrau fängt ständig neue Tätigkeiten an, ohne etwas zu Ende zu bringen. Ein Jugendlicher, der eine Ausbildung nach der anderen abbricht. Und ein Erwachsener, der einen Job nach dem anderen annimmt. „Man setzt sich ständig unter Druck und denkt, man leistet nichts. Dabei hat man unheimlich viel gemacht, nur nichts zu Ende gebracht“, beschreibt Marcus exemplarisch die Situation seiner Patienten.

Besonders alarmierend: Die Gefahr drogensüchtig oder straffällig zu werden ist bei Erwachsenen mit der ADH-Störung deutlich erhöht. Da Abläufe nicht zu Ende gedacht werden können, wird häufig Neues ausprobiert, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Ein anderer Fall aus der Klinik beschreibt einen Patient, der im Geschäft schlichtweg vergessen hatte, dass er die Waren auch bezahlen muss. Wird eine ADHS frühzeitig erkannt, so kann dem Betroffenen geholfen werden, noch bevor es soweit kommt.

Wege zur Behandlung gibt es

Die Behandlung der ADHS besteht meist aus einer Mischung von Therapie, Beratung und Medikamenten. Doch dazu muss diese erst einmal erkannt werden. Die Störung selbst tragen die Betroffenen seit ihrer Kindheit in sich: „Je schlauer jemand ist, desto später fällt es auf.“, stellt Marcus fest. Über lange Zeit könne so tatsächlich über eine ADHS hinweggetäuscht werden. Wenn man dann im Studium aber für ein Examen oder die Abschlussprüfung der Ausbildung lernen müsse, sind die Betroffenen plötzlich nicht mehr dazu fähig sich zu konzentrieren oder weiter zu lernen.

Hilfe für Erwachsene mit ADHS

Bei Kindern schätzt der Experte den Anteil von Betroffenen mit ADHS auf fünf bis sechs Prozent. Dementsprechend niedriger liegt die Zahl der Erwachsenen, die nach der Pubertät betroffen sind. Bundesweit hält Marcus einen Bevölkerungsanteil von zwei bis drei Prozent für wahrscheinlich, die derartige Probleme mit Konzentration und Aufmerksamkeit haben. Spätestens im Erwachsenenalter muss aber dann geklärt werden, woher die ADHS kommt.

Der Chefarzt betreut derzeit mehr als 100 ADHS-Betroffene und stellt dabei immer wieder fest, dass viele seiner Patienten „ein Riesenproblem“ damit haben, mit ihren eigenen Emotionen umzugehen: Trauer, Wut, Zorn und Angst wechselten sich ab, ohne dass es dafür konkreten Anlass gäbe. Doch aufgrund der insgesamt geringen Anzahl an Betroffenen, ist es nach den Erfahrungen des Psychiaters schwer, einen Spezialisten für die Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter zu finden.

Den Weg zum Psychologen finden die Betroffenen meist nicht, da ihre Probleme selbst  nicht erkennen. Somit lastet auf dem Umfeld und den Angehörigen die Aufgabe, die ADH-Störung zu erkennen und dann zu helfen. Der Lifeline Ratgeber über ADHS hilft dabei die Symptome richtig zu erkennen und das eigene Verhalten, sowie das Anderer, zu verstehen. Die Tipps für Eltern erleichtern den Umgang miteinander und zeigen Wege aus der Störung.

Konzentration bei Schulkindern fördern: Die besten Tipps
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    Konzentration bei Schulkindern fördern: Tipps für Eltern

    Vielen Kindern mit ADHS fällt es schwer, sich in der Schule richtig zu konzentrieren. Lesen Sie hier, wie Sie die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes spielend fördern können.

    (c) Getty Images/Goodshoot RF

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    Spielend die Konzentration fördern!

    Die Fähigkeit sich zu konzentrieren, ist kein Zauberwerk! Man kann sie üben und trainieren, wie zum Beispiel Fahrradfahren oder Schnürsenkelbinden. Die meisten Kinder spielen gerne Denkspiele wie Memory, Puzzles oder den Klassiker Stadt, Land, Fluss und lösen Knobel- und Rätselaufgaben. So wird das Gedächtnis der Kleinen mit hohem Spaßfaktor spielend leicht trainiert und zudem ihr Ehrgeiz, die Aufgaben zu lösen, angeregt.

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    Aufmerksamkeit schenken!

    Für Kinder ist es sehr wichtig, dass Sie ihnen und ihren Leistungen Beachtung schenken. Lob und Zuspruch für die Erfolge und Anstrengungen der Kleinen sind unerlässlich – auch wenn sie etwas nicht geschafft haben. Während Kinder ihre Aufgaben erledigen, sollten Sie sie im Blick haben und Ablenkungen fernhalten, sie aber keines falls dabei stören. Vermitteln Sie Ihren Kindern Ruhe und Gelassenheit, um sie durch Ihre eigene Unruhe nicht zusätzlich zu verunsichern.

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    Teamsport!

    Grundsätzlich gilt: Körperliche Aktivität und Training fördern die Konzentrationsfähigkeit. Und welches Kind liebt es nicht, sich mit Geschwistern, Freunden und anderen gleichaltrigen Kindern gemeinsam zu bewegen? Sportliche Aktivitäten in der Gruppe oder im Verein haben nicht nur den Vorteil, dass sie den Teamgeist stärken – das gemeinsame Streben einer Mannschaft erhöht zudem das Durchhaltevermögen und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder.

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    Im Gleichschritt marsch!

    Ob beim Spazierengehen, auf dem Weg in den Kindergarten oder den Supermarkt: Gehen Sie mit Ihrem Kind im Gleichtakt - werden Sie dabei manchmal etwas schneller oder langsamer und bauen Sie unvermittelt kleine Hüpfer und Taktveränderungen ein. Das fördert die Konzentration Ihrer Kinder und macht ihnen einen Riesenspaß. Also auf geht’s, im Gleichschritt – marsch!

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    Reise ins Traumland!

    Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind bequem und entspannt hinsetzt oder legt und die Augen schließt. Dann erzählen Sie ihm eine Geschichte von einer Reise ins Traumland. Bauen Sie fantasievolle Welten auf und schildern Sie Eindrücke, Farben, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker, um möglichst viele Sinne Ihres Kindes einzubinden. Ihr Kind soll sich für diese kurze Zeit völlig entspannen. Anschließend, nach kurzem Strecken, um den Kreislauf anzuregen, ist die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes wieder auf höchstem Niveau.

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    Wegbeschreibung aus dem Gedächtnis!

    Nach den täglichen Besorgungen oder dem Besuch bei Oma und Opa zu Hause angekommen, bitten Sie Ihr Kind den eben zurückgelegten Weg aus dem Gedächtnis aufzuzeichnen. Am besten malt es noch einige markante Stellen wie zum Beispiel Spielplätze, große Bäume oder einen Spielzeugladen mit auf. Das stärkt sein Gedächtnis und Erinnerungsvermögen beträchtlich. Wichtig: Überfordern Sie Ihr Kind bei den Aufgaben nicht, denn auch hierbei sollte der Spaß nicht verloren gehen.

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    Trampolinspringen!

    Durch Bewegung wird das Gehirn besser durchblutet. Für Kinder ab etwa 4 Jahren ist beispielsweise ein Trampolin als Trainingsgerät besonders geeignet. Spielend leicht werden hier die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit geschult, gleichzeitig die Muskulatur gestärkt und die Gelenke geschont. Und das Beste daran: Ihre Kinder werden begeistert sein und sich ums Trampolinspringen nur so reißen!

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Autor: Andreas Gill/Lifeline
Letzte Aktualisierung: 29. August 2012
Quellen: mit Material der dpa

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