Ohrenspülung und Co.

Ohren richtig reinigen: Hilfreiche Tipps und Hausmittel

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Wer seine Ohren reinigen möchte, greift häufig auf Wattestäbchen zurück. Doch das kann fatale und schmerzhafte Folgen haben. Worauf Sie bei der Ohrreinigung achten sollten, welche Hausmittel und Tipps hilfreich sein können und wann der Besuch einer HNO-Praxis ratsam ist, erfahren Sie hier.

Ohren reinigen: Frau säubert sich die Ohren.
© GettyImages/LaylaBird

Ohrenschmalz – in der Medizin auch als Cerumen bezeichnet – ist alles andere als Schmutz: Das Schmalz besteht aus über 1.000 unterschiedlichen Substanzen wie verschiedenen Fetten, Cholesterinestern und Cholesterin, die allesamt wichtig für die Reinigung und Gesundheit der Ohren sind.

Artikelübersicht:

Wasser im Ohr: Was tun?

Selbstreinigungssystem der Ohren

Ohrenschmalz löst bei so manchen Menschen ein Ekelgefühl aus. Dabei ist das Sekret für die Ohren unerlässlich: Es hält den Gehörgang geschmeidig, verhindert ein Austrocknen und sorgt für einen intakten Säureschutzmantel. So schützt es vor Entzündungen etwa durch eine bakterielle Infektion oder einem Pilz im Ohr. Zugleich transportiert das Schmalz Fremdkörper wie Hautpartikel oder Schmutz aus dem Gehörgang und bewahrt es davor, zu verstopfen. Durch Kaubewegungen des Kiefers oder beim Sprechen wird dann das Ohrenschmalz durch feinste Flimmerhärchen vom Trommelfell aus in Richtung Ohrmuschel transportiert. In der Regel genügt es, das austretende Sekret mit einem feuchten Tuch sanft von der Ohrmuschel zu säubern. Doch in manchen Fällen benötigt das Selbstreinigungssystem der Ohren Unterstützung, etwa wenn das Ohr verstopft ist.

Wer sollte seine Ohren regelmäßig reinigen?

Bei einigen Menschen produzieren die Ohrenschmalzdrüsen zu viel Schmalz, es liegt also eine Überproduktion vor. Zudem produzieren ältere Menschen häufig mehr Cerumen als jüngere. Die Folge kann die Bildung eines Ohrenschmalzpfropfes sein: Das Ohrenschmalz verhärtet sich, was meist das Hörvermögen beeinträchtigt und Betroffene zudem als unangenehm empfinden. Darüber hinaus kann es auch bei Personen, die häufig In-Ear-Kopfhörer sowie Ohrstöpsel oder aber Hörgeräte tragen, zu einer übermäßigen Produktion von Ohrenschmalz kommen. In derartigen Fällen kann es somit sinnvoll sein, das Ohr regelmäßig zu reinigen, um einem Propf vorzubeugen.

Wie lassen sich Ohren richtig reinigen?

Bei der Ohrreinigung gilt es besonders eines zu beachten: Das Hörorgan sollte nur bis zur Öffnung des Gehörgangs gesäubert werden und keinesfalls weiter. Lediglich das sichtbare Schmalz an der Ohrmuschel sollte mit einem feuchten Tuch gesäubert werden. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Ohrenreinigung sanft zu unterstützen.

Sanfte Spülung der Ohren

Während der Dusche kann das Ohr zur Seite geneigt werden, sodass etwas lauwarmes Wasser hineinläuft. Wichtig dabei ist, dass kein Duschgel oder Shampoo in den Gehörgang gerät, da sonst Ohrenentzündungen und somit Ohrenschmerzen entstehen können. Darüber hinaus darf kein harter Wasserstrahl in das Ohr geraten, um Trommelfell und Innenohr nicht zu verletzen. Nach dem Duschen sollte die Ohrmuschel vorsichtig trocken getupft werden.

Säuberung mit einer Ballonspritze

Das Ohr kann ebenso mit einer Ballonspritze – eine kleine ballonförmige Spritze aus Gummi, die in der Apotheke erhältlich ist – gespült werden. Dafür die Spritze mit lauwarmem Wasser füllen, den Kopf zur Seite neigen und das Wasser behutsam in den Gehörgang geben. Anschließend sollte das Ohr über das Waschbecken gehalten werden, damit die Flüssigkeit herausfließen kann. Die Ohrenspülung lässt sich beliebig oft wiederholen, wobei zum Schluss die Hörmuschel getrocknet werden sollte.

Ohren reinigen mit Ohrenmitteln

Wer Ohrenschmalz entfernen und das Ohr sanft sauber machen möchte, der kann auch auf freiverkäufliche Ohrmittel wie beispielsweise Ohrensprays zurückgreifen. Die Mittel (Cerumenolytika) lösen das Sekret, sodass es leichter aus dem Gehörgang fließen kann und die anwendende Person letztlich nur noch das äußere Ohr sauber machen muss.

Mechanisches Säubern der Ohren

Mithilfe spezieller Ohrreiniger, dünne Stäbchen mit kleinen Häkchen oder in Spiralform, kann das Ohr ebenso gereinigt werden. Bei der Verwendung ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, um den Gehörgang oder das Trommelfell nicht zu verletzten. Besser ist es demnach, eine professionelle Reinigung mit solchen Geräten in einer Hals-Nasen-Ohren-Praxis (HNO) durchführen zu lassen.

Weitere Tipps zur Ohrenreinigung

Wer regelmäßig Ohrstöpsel oder In-Ear-Kopfhörer verwendet oder aber ein Hörgerät trägt, sollte diese regelmäßig mit Reinigungsalkohol oder speziellen Desinfektionsmitteln reinigen. So wird bestehender Schmutz beseitigt und zugleich werden mögliche Bakterien entfernt. Hörgeräte und In-Ear-Kopfhörer sollten jedoch aufgrund der sensiblen Elektronik nicht nass gemacht werden. Zusätzlich kann die sensible Haut der Ohren mit Produkten aus der Apotheke, etwa Salben oder Cremes, gepflegt werden.


Ohren reinigen mit Hausmitteln

Mithilfe von verschiedenen Hausmitteln können Ohren sanft gereinigt werden. Dabei gilt meist, je länger die Einwirkzeit der Hausmittel ist, desto effektiver sind sie. Manchmal ist auch eine mehrmalige Anwendung empfehlenswert, um Ohrenschmalz vollständig aufzuweichen. Folgende Hausmittel haben sich zum Ohren Reinigen bewährt:

  • Pflanzliche Öle: Hochwertiges Mandel- oder Olivenöl tragen dazu bei, das Ohr zu säubern und zugleich die Ohrenhaut zu pflegen. Dafür das Öl auf Körpertemperatur anwärmen, ein paar Tropfen in den Gehörgang geben und mit einem Wattebausch verschließen. Nach etwa fünf Minuten kann das Ohr mit warmem Wasser ausgespült und anschließend mit einem Waschlappen abgetrocknet werden.

  • Ohrenspülung mit Salzwasser: Auch eine Salzwasserlösung kann zur Ohrreinigung angewendet werden. Hierfür in 100 Millilitern lauwarmem Wasser einen Teelöffel Salz auflösen, vorsichtig in das Ohr träufeln und mit einem Wattebausch verschließen. Nach einer Einwirkzeit von 10 bis 15 Minuten sollte das Ohr mit lauwarmem Wasser sanft gespült und mit einem Tuch abgetupft werden.

  • Dampfbad: Wer sein Ohr besonders behutsam säubern will, kann auf ein Dampfbad mit Kamille zurückgreifen. Dafür sollte zwei Liter heißes Wasser über einen Esslöffel Kamillenblüten gegossen werden und das Ohr für knapp zehn Minuten über das Dampfbad gehalten werden, wobei der Kopf mit einem Handtuch abgedeckt ist. Nach dem Dampfbad sollte das Ohr mit der Handbrause vorsichtig ausgespült und die Ohrmuschel mit einem Waschlappen abgetrocknet werden.

Ohren richtig reinigen: Wattestäbchen sind ein No-Go

Bei einem Punkt sind sich HNO-Ärztinnen*Ärzte einig: Wattestäbchen sind ein absolutes Tabu. Die Verwendung von Wattestäbchen kann den Gehörgang und dessen sensible Haut, das Trommelfell und Innenohr beschädigen und die Einnistung von Bakterien oder einem Pilz im Ohr begünstigen. Dadurch entsteht nicht selten eine äußere Gehörgangsentzündung (Otitis externa). Ebenso kann durch die unsachgemäße Benutzung von Wattestäbchen ein Loch im Trommelfell entstehen. Darüber hinaus wird durch das Wattestäbchen Ohrenschmalz meist tiefer in den Gehörgang geschoben und so letztlich die Bildung eines ein Pfropfs begünstigt.

Wer mithilfe von Wattestäbchen oder aber einem Finger oder anderem spitzen Gegenstand gegen ein Jucken im Ohr vorgehen will, sollte auch darauf unbedingt verzichten. In der Regel verschlimmert Kratzen nach kurzer Zeit den Juckreiz und kann in einer schmerzhaften Entzündungen der Ohren enden.

Ohrenkerze zur Reinigung der Ohren?

Ohrenkerzen sind vor allem in der Naturheilkunde ein beliebtes Mittel zur Säuberung der Ohren. Die Kerzen aus Bienenwachs oder Paraffinen weisen einen hohlen Kern auf, der nach dem Anzünden einen Unterdruck erzeugt und so überschüssiges Ohrenschmalz aus dem Gehörgang ziehen soll. Doch dieser Effekt ist wissenschaftlich nicht belegt. Zudem birgt das Verwenden von Ohrenkerzen das Risiko von Verletzungen des Trommelfells, Innenohrs oder Gehörgangs und Verbrennungen der Haut. Deshalb raten HNO-Ärztinnen*Ärzte vom Gebrauch ab.

Professionelle Reinigung der Ohren

Menschen mit Ohrenschmalzpfropf oder einer Überproduktion von Ohrenschmalz sollten ihre Ohren regelmäßig professionell reinigen lassen. Auch wer ein Hörgerät oder häufig Ohrstöpsel oder In-Ear-Kopfhörer trägt, unter wiederkehrenden Ohrinfektionen oder an Ohrgeräuschen (Tinnitus) leidet, sollte in regelmäßigen Abständen eine professionelle Reinigung durchführen lassen.

Zunächst wird das Ohr auf bestehende Verletzungen etwa einen Schaden am Trommelfell oder Entzündungen untersucht. Zudem wird kontrolliert, ob das Ohr durch zu viel Ohrenschmalz oder aufgrund eines Pfropfes verstopft ist. Dann stehen der*dem HNO-Ärztin*Arzt unterschiedliche Methoden zum Reinigen und Entfernen des Schmalzes Verfügung:

  • Absaugen: Durch ein kleines Metallröhrchen wird Cerumen aus dem Gehörgang gesaugt und so das Ohr gereinigt.

  • Instrumentelle Reinigung: Mithilfe dünner Stäbchen mit kleinen Häkchens oder Instrumenten mit einer kleinen Metallschlinge können die Ohren von verhärtetem Ohrenschmalz gesäubert werden.

  • Ohrmittel: Auch ärztliches Fachpersonal kann zur Ohrenreinigung auf spezielle Ohrmittel wie Sprays oder Tropfen zurückgreifen.

Zusätzlich kann die*der HNO-Ärztin*Arzt das Ohr professionell spülen. Häufig wird im Vorfeld das Ohr mit Ohrmitteln behandelt, um festsitzendes Cerumen zunächst zu lösen. Dann wird eine mit lauwarmem Wasser gefüllte Spritze in den Gehörgang geführt und das Ohr vorsichtig gespült. Wie häufig eine Reinigung und ein Spülen in der HNO-Praxis stattfinden soll, wird dabei immer individuell vereinbart.

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