Auslöser, Diagnose und Tipps

Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Nicht immer Wechseljahre als Ursache

Hitzewallungen – sogenannte "Hot Flashes" – und anschließende Schweißausbrüche gelten als typisches Symptom der Wechseljahre (Klimakterium), können aber auch eine grundsätzliche Erkrankung ankündigen.

Schweißausbruch und Hitzewallung
Hitzewallungen treten verstärkt in den Wechseljahren auf, können ebenso krankheitsbedingt sein.
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Hitzewallungen äußern sich in der Regel durch:

  • plötzlich auftretendes Hitzegefühl, das im Brustbereich (teils auch im Bereich von Kopf oder Hals) seinen Ausgang nimmt

  • circa 30 Sekunden bis wenige Minuten andauerndes Hitzegefühl

  • Hautrötung ("Flush")

  • schneller Herzschlag

  • Schweißausbruch im Anschluss an die Hitzewallung (teils ist das Wechseln der Kleidung notwendig)

  • anschließendes Frösteln (teilweise)

  • anschließendes Gefühl der Erschöpfung (teilweise)

Derartige Hitzewellen können als natürliche Reaktion des Körpers auf gewisse äußere Einflüsse auftreten. So zum Beispiel nach dem Verzehr bestimmter, scharf gewürzter Speisen oder auch nach dem Genuss von Alkohol. Auch gewisse Medikamente können Hitzewallungen und Schweißausbrüche begünstigen, zum Beispiel im Rahmen der Krebsbehandlung mit einer Antihormontherapie (etwa bei Brustkrebs).

Wechseljahre: Die ersten Symptome

Lifeline/Wochit

Hitzewallungen können allerdings auch Zeichen für zugrunde liegende, körperliche Veränderungen oder Erkrankungen sein. Insbesondere während der Wechseljahre und dem damit einhergehenden, veränderten Hormonhaushalt sind Hitzewallungen häufiges und mitunter stark belastendes Symptom, unter dem rund 80 Prozent der betroffenen Frauen leiden.

Die häufigsten Ursachen für Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Hitzewallungen können vielfältige Ursachen haben. Im häufigsten Fall handelt es sich um eines der typischen Wechseljahrs-Symptome. Grund ist ein veränderter Hormonhaushalt: Die Östrogenproduktion lässt nach und es kommt zu einem Abfall des Östrogenspiegels im Blut. Typische Folge sind dann auch Schlafstörungen, Nervosität, Reizbarkeit sowie trockene Schleimhäute zum Beispiel im Genitalbereich.

Hitzewallungen in den Wechseljahren können mitunter bis zu dreißig Mal pro Tag auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Eine gezielte Therapie kann in diesem Fall häufig Erleichterung bringen.

Ausführliche Informationen zu Hitzewallungen in den Wechseljahren finden Sie hier.

Weitere Ursachen für Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Hitzewallungen können auch unabhängig von den Wechseljahren auftreten, denn es gibt zahlreiche weitere, mögliche Auslöser:

  • Zum Ratgeber Wechseljahre

    Die Wechseljahre sind eine Phase des Umbruchs. Doch wie kündigen sich die Wechseljahre  eigentlich an? Welche Beschwerden können auftreten? Und was kann helfen? Hier erfahren Sie alles rund um die Menopause.

Hier einige Beispiele:

Depression: Hitzewallungen in Verbindung mit schwermütiger Grundstimmung, Appetitlosigkeit, Schuldgefühlen

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): etwa in Verbindung mit Herzklopfen, Herzrasen, Nervosität, Heißhunger, Händezittern

Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Diabetes: Zittern, Schweißausbrüche, Sprachstörungen

allergische Reaktion (zum Beispiel auf Insektenstiche): etwa in Verbindung mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwellungen, Hautausschlag nach Kontakt zum jeweiligen Allergen

Carcinoid-Syndrom: Symptome, die in Verbindung mit sogenannten Karzinoiden (neuroendokrinen Tumoren) auftreten wie Durchfälle, fleckige Rötung des Gesichts

medikamentöse Behandlung: zum Beispiel im Rahmen einer Antihormontherapie bei bestimmten Krebsarten

Hitzewallungen: Diese Untersuchungen geben Aufschluss

  • zum Lexikon

    Was wird beim Bluttest untersucht und was bedeuten die Abkürzungen und die Werte genau? Das Lifeline-Lexikon über Labor- und Blutwerte gibt Auskunft über die wichtigsten Parameter

Treten Hitzewallungen und Schweißausbrüche regelmäßig auf, kann der Arzt eine sichere Diagnose über die Ursachen stellen. Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, in denen der Mediziner die Symptome abklärt, wie lange sie schon auftreten und welche Medikamente bisher dagegen eingenommen wurden, bietet dabei eine erste Orientierung. Auch eine körperliche, zum Beispiel gynäkologische, Untersuchung kann Aufschluss geben.

In den Wechseljahren liegt der Verdacht nahe, dass Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die dann häufig in Verbindung mit anderen Symptomen wie Schlaflosigkeit oder Gereiztheit auftreten, hormonell bedingt sind. Zur Absicherung dieses Verdachts kann eine Bestimmung der Hormonwerte (insbesondere Estradiol und FSH) über eine Blutuntersuchung herangezogen werden. Auf Basis dieser Ergebnisse wird auch ersichtlich, in welcher Phase des Klimakteriums sich die Patientin befindet und inwiefern gegebenenfalls eine Hormonersatztherapie in Frage kommt.

Treten Schweißausbrüche unabhängig von den Wechseljahren auf oder werden die Hitzeanfälle von anderen Symptomen begleitet, bedarf es in der Regel weiterer Diagnosemethoden.

  • zum Selbsttest

    Ständig müde oder aber hellwach? Sie nehmen zu, ohne viel zu essen? Der Selbsttest zeigt, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse dahinterstecken könnte!

Dazu zählen zum Beispiel:

Das hilft gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Ob und wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche behandelt werden, ist abhängig vom Leidensdruck und der jeweiligen Ursache. Treten Hitzewallungen krankheitsbedingt – zum Beispiel bei einer Schilddrüsenüberfunktion – auf, gilt es primär, die Grunderkrankung zu behandeln.

Handelt es sich bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen um eine Nebenwirkung von Medikamenten, kann gegebenenfalls auf ein anderes Präparat gewechselt werden. In manchen Fällen – so zum Beispiel im Rahmen der Antihormontherapie bestimmter Krebsarten – ist dies angesichts der Notwendigkeit der Therapie aber nicht vertretbar. Dann können mitunter Tipps zur Selbsthilfe (siehe unten) die Hitzewallungen lindern. Bei hohem Leidensdruck können auch Medikamente (zum Beispiel zur Reduktion der Schweißbildung oder auch Antidepressiva, die als Begleiterscheinung die Hitzewallungen reduzieren) verordnet werden. Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen in den Wechseljahren stehen unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung, vor allem die Hormonersatztherapie (Gabe von Östrogen und gegebenenfalls Gestagen bei noch nicht entfernter Gebärmutter) auf der einen Seite, sowie die Einnahme pflanzlicher Wirkstoffe wie Soja und Rotklee auf der anderen. Auch Johanniskraut und Traubensilberkerze haben sich in Zusammenhang mit Hitzewallungen bewährt.

Was man bei Hitze nicht tun sollte!

Lifeline/Wochit

Tipps zur Selbsthilfe bei Schweißausbrüchen und Hitzewallungen:

Wer zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen neigt, kann versuchen, mit einigen einfachen Maßnahmen gegensteuern:

  • Kleidung im Zwiebelschalen-Prinzip: Mehrere Lagen übereinander tragen, sodass rasch Kleidungsstücke abgelegt werden können

  • Vermeidung synthetischer Materialien auf der Haut; besser sind luftdurchlässige und saugfähige Stoffe aus Baumwolle oder modernen Mikrofasern

  • leichte Bettdecken und Nachtkleidung

  • Vermeidung scharf gewürzter, sehr heißer Speisen

  • Reduktion von beziehungsweise Verzicht auf Alkohol oder Nikotin

  • Wechselduschen

  • gezielter Stressabbau (zum Beispiel mit Yoga, Meditation, Progressiver Muskelentspannung oder Autogenem Training)

  • Bewegung an der frischen Luft

  • Salbei, Fenchel, Rotklee, Schafgarbe, Frauenmantel, Johanniskraut oder Sibirischer Rhabarber sind pflanzliche Helfer gegen Hitzewellen. Leichte Schweißausbrüche lassen sich mit Traubensilberkerze lindern. Es kann allerdings einige Wochen dauern, bis Pflanzentherapie spürbare Wirkung zeigt.

  • Untersuchungen zeigen, dass auch Reduktion von Übergewicht Hitzewallungen und Schweißausbrüche mindern kann. Fettgewebe kann eine Östrogenart produzieren, die Wechseljahrsbeschwerden verstärkt.

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung: 24. April 2017
Quellen: Vogl, H.: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Ernst Reinhardt GmbH & Co., München 1994; Dr. Schaenzler, N., Dr. Koppelnwallner, C.: Quickfinder Symptome. Gräfe und Unzer, München 2007; Fachjournal "Menopause"

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