Ursachen für unangenehme Schweißausbrüche

Hitzewallungen: Nicht immer stecken die Wechseljahre dahinter

Mit Hitzewallungen und Schweißausbrüchen machen vor allem Frauen in den Wechseljahren unangenehme Erfahrungen. Allerdings gibt es noch andere Ursachen, zum Beispiel Stress und Übergewicht, aber auch Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Krebs. Medikamente können ebenfalls Hitzeschübe auslösen, beispielsweise eine Antihormontherapie bei bestimmten Krebsarten. Doch es gibt Abhilfe: Die besten Therapien und Tipps bei Hitzeattacken.

Schweißausbruch und Hitzewallung
Hitzewallungen treten verstärkt in den Wechseljahren auf, können aber ebenso krankheitsbedingt sein.
iStock

Hitzewallungen und Schweißausbrüche kennen vor allem Frauen um die 50. Denn die "Hot Flashes" gelten als typisches Symptom der Wechseljahre, dem Klimakterium. Aber nicht immer stecken die Wechseljahre hinter den unangenehmen Symptomen. Hitzeschübe können auch eine normale Reaktion des Körpers auf äußere Faktoren sein.

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick

Jeder, der schon einmal scharfe Speisen verzehrt oder bestimmte Alkoholsorten konsumiert hat, kennt diese Hitzewellen. Auch einige Medikamente begünstigen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Ein Beispiel ist die Antihormontherapie, die Frauen nach einer Brustkrebserkrankung einige Jahre lang einnehmen und die sie in die Wechseljahre versetzt. Hitzeattacken können zudem auf bestimmte Krankheiten hindeuten, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion, allergische Reaktion oder Krebserkrankung.

Typisch für Hitzewallungen ist, dass ohne jegliche körperliche Anstrengung plötzlich ein Hitzegefühl im Bereich von Brust, Kopf oder Hals aufsteigt, das minutenlang anhalten kann. Auch die Haut rötet sich sichtbar, der Herzschlag beschleunigt sich und es folgen Schweißausbrüche, die manchmal ein Wechseln der durchnässten Kleidung notwendig machen. Manche frösteln anschließend und fühlen sich erschöpft.

Die häufigsten Ursachen für Hitzewallungen

Hitzewallungen können vielfältige Gründe haben. Neben den Wechseljahren gibt es noch andere Auslöser.

Beispiele sind:

  • Lebensstil: Konsum von Kaffee, Alkohol, scharfen, heißen und schwer verdaulichen Speisen, sehr heißen Getränken

  • Übergewicht: Wer zu viele Kilos auf den Hüften hat, schwitzt schneller.

  • Positiver oder negativer Stress versetzt den Körper in Aufruhr und führt zu Hitzeschüben und Schweißausbrüchen.

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Zu den Hitzeschüben kommen Herzklopfen, Herzrasen, Nervosität, Heißhunger und Händezittern.

  • Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei der Zuckerkrankheit Diabetes: Zittern, Schweißausbrüche und Sprachstörungen sind Anzeichen für einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel.

  • Allergien, zum Beispiel auf Insektenstiche: Die allergische Reaktion geht mit Hitzewellen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwellungen und Hautausschlag einher, nachdem ein Mensch mit dem jeweiligen Allergen in Kontakt gekommen ist.

  • Karzinoide: Darunter verstehen Ärzte neuroendokrine Tumoren (NET), die Hormone produzieren; sie verursachen eine Reihe von Symptomen wie Hitzewallungen, Durchfälle und eine fleckige Rötung des Gesichts. Ärzte fassen alle Beschwerden unter dem Begriff Karzinoid-Syndrom zusammen. Karzinoide betreffen meist den Magen-Darm-Trakt und entstehen aus hormonbildenden Zellen.

  • Depressionen: Bei einer versteckten Depression, die ein Arzt oft nicht gleich erkennt, weil körperliche Symptome im Vordergrund stehen, leiden Betroffenen oft unter Hitzewallungen, Frösteln, Mattigkeit und Abgeschlagenheit.

  • Medikamente: Einige Arzneien lösen Hitzewallungen und Schweißausbrüche als Nebenwirkungen aus. Ein Beispiel ist die Antihormontherapie zur Behandlung bestimmter Krebsarten, etwa dem hormonempfindlichen Brustkrebs oder Prostatakrebs.

Fragen Sie immer einen Arzt um Rat, wenn Sie häufiger unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen leiden. Er geht der Ursache auf den Grund und findet eine Möglichkeit, um Ihre Beschwerden zu lindern.

Ausführliche Informationen zu Hitzewallungen in den Wechseljahren finden Sie hier.

Hitzewallungen: Diese Untersuchungen helfen bei der Diagnose

Anfangs befragt der Arzt Sie immer zu Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte (Anamnese), um erste Hinweise auf die Ursache der Hitzewallungen und Schweißausbrüche zu bekommen.

Folgende Fragen und Antworten sind zum Beispiel wichtig:

  • Seit wann leiden Sie unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen?

  • Wie häufig treten diese pro Tag auf?

  • Wie intensiv sind sie und wie lange dauern die Hitzeschübe an? Müssen Sie zum Beispiel Ihre Kleidung häufiger wechseln?

  • Leiden Sie unter weiteren Symptomen, etwa Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust?

  • Haben Sie viel Stress in Beruf und Alltag?

  • Haben Sie schon versucht, die Beschwerden mit (pflanzlichen) Medikamenten und anderen Methoden zu lindern, etwa einer Entspannungstechnik?

  • Ist eine Grunderkrankung bei Ihnen bekannt, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, Allergie oder Krebserkrankung?

  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja: welche?

Oft kann der Arzt schon anhand Ihrer Antworten eine Diagnose stellen. Meist sind die Wechseljahre und die hormonelle Umstellung der Grund für die Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Hilfreich bei Frauen sind eine gynäkologische Untersuchung und eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Hormonwerte.

Weitere Untersuchungen bei Hitzewallungen

  • zum Lexikon

    Im Lifeline-Lexikon sind Diagnosen von A wie Angiographie bis Z wie Zystoskopie ausführlich und auch für medizinische Laien verständlich beschrieben.

Bleibt die Ursache der Hitzewallungen und Schweißausbrüche unerkannt, folgen weitere Untersuchungen. Dazu zählen zum Beispiel:

Anhand bildgebender Verfahren lassen sich zum Beispiel Tumoren als Ursache der Hitzewallungen und Schweißausbrüche aufdecken.

Behandlung: Das hilft gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche

­­Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren sind nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig. Ausschlaggebend ist, wie stark Ihr Alltag und Ihre Lebensqualität beeinträchtigt sind. Lindernd wirken pflanzliche Mittel, Kneipp-Anwendungen wie kalt/warmes Wechselduschen oder die Hormonersatztherapie (Nutzen und Risiken gut abwägen!).

Treten die Hitzeschübe krankheitsbedingt auf, etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion, Allergie oder Krebserkrankung, behandeln Ärzte zunächst die Grunderkrankung. Damit sollten sich auch die Hitzeschübe bessern. Manchmal sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche eine Nebenwirkung von Medikamenten. Ärzte können versuchen, auf ein alternatives Präparat zu wechseln. Bei der Antihormontherapie nach Brustkrebs ist dies allerdings meist nicht möglich und nicht ratsam. Für Brustkrebspatientinnen ist diese Krebsbehandlung, die fünf bis zehn Jahre dauert, nämlich eine der wichtigsten und wirksamsten Therapiemöglichkeiten, um einem Krebsrückfall vorzubeugen. Sprechen Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt und stoppen Sie die Antihormontherapie nicht einfach auf eigene Faust wegen der Hitzewallungen! Gemeinsam finden Sie eine Möglichkeit, damit Sie besser mit den Beschwerden zurechtkommen.

Was man bei Hitze nicht tun sollte!

Lifeline/Wochit

Hitzewallungen lindern – die besten Tipps

Wer zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen neigt, kann versuchen, mit einfachen Maßnahmen gegenzusteuern. Probieren Sie zum Beispiel folgende Tipps:

  • Kleiden Sie sich nach dem "Zwiebelschalen-Prinzip": Tragen Sie mehrere Lagen an Kleidung übereinander, sodass Sie bei einem Hitzeschub schnell einige Kleidungsstücke ablegen können. Ziehen Sie sich nicht zu warm an!

  • Tragen Sie atmungsaktive, luftdurchlässige und saugfähige Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder modernen Mikrofasern. Kleider aus Kunststoff sind eher kontraproduktiv bei Hitzewallungen, denn die synthetischen Materialien bringen Sie erst recht ins Schwitzen und saugen keinen Schweiß auf.

  • Verwenden Sie dünne, leichte Bettdecken zum Schlafen. Tragen Sie auch luftige Nachtkleidung.

  • Essen Sie keine scharf gewürzten, sehr heißen Speisen, wie sie zum Beispiel in der indischen Küche verwendet werden.

  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum oder verzichten Sie besser ganz auf Alkohol. Das Gleiche gilt für den Nikotinkonsum, falls Sie Raucher sind. Auch Kaffee genießen Sie besser nur in Maßen.

  • Kalt-warmes Wechselduschen bringt die Durchblutung in Schwung und lindert Hitzeattacken.

  • Sorgen Sie für Stressabbau! Erlernen Sie eine Entspannungsmethode wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch Yoga und Meditation können bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen hilfreich sein.

  • Bewegen Sie sich oft an der frischen Luft!

  • Pflanzliche Helfer bei Hitzeschüben sind Salbei, Fenchel, Rotklee, Schafgarbe, Frauenmantel, Johanniskraut oder Sibirischer Rhabarber. Leichte Schweißausbrüche lassen sich mit Traubensilberkerze lindern. Es kann allerdings einige Wochen dauern, bis eine Pflanzentherapie spürbare Wirkung zeigt.

  • Übergewicht abbauen! Wer übergewichtig oder fettleibig (adipös) ist, schwitzt schneller und stärker. Versuchen Sie, einige Kilos loszuwerden – dann bessern sich auch die Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2017
Durch:
Quellen: Internisten im Netz, https://www.internisten-im-netz.de (Abruf: 6.9.2017); Frauenärzte im Netz, www.frauenärzte-im-netz.de (Abruf: 6.9.2017); Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/wechseljahre.2171.de.html; Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz), www.krebsinformationsdienst.de/leben/haare-haut-zaehne/hitzewallungen.php

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang