Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs

Neue HPV-Impfung schützt noch besser vor Krebs

Impfstoff deckt fünf zusätzliche krebsauslösende HPV-Typen ab

Die beiden bislang zugelassenen Impfstoffe gegen HPV schützen gegen die Infektion mit den Virentypen 16 und 18, die für 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Ein neuer, kürzlich in den USA zugelassener Impfstoff bietet dagegen 90-prozentigen Schutz vor dem Zervixkarzinom.

Neue HPV-Impfung bietet erweiterten Schutz vor Krebs
Eine neue, in den USA jetzt zugelassene HPV-Impfung schützt noch zuverlässiger vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebserkrankungen des Urogenitalbereichs.
iStock

Vom Humanen Papillomvirus, kurz HPV, gibt es mehr als 80 verschiedene Typen. Zwei sogenannte Hochrisikotypen – darunter sind HPV-Typen zu verstehen, die mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden – gelten als Auslöser für 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen (Zervix-Karzinome).

In Deutschland sind mit Gardasil und Cervarix zwei Impfstoffe gegen diese beiden HP-Virustypen 16 und 18 zugelassen. Gardasil deckt zudem noch die HPV-Typen 6 und 11 ab. Diese beiden sind Niedrigrisiko-Typen, also Viren, die nicht mit Krebserkrankungen assoziiert sind, aber Genitalwarzen hervorrufen können.

90-prozentiger Schutz vor Zervixkarzinom

Der Hersteller von Gardasil hat nun einen neuen HPV-Impfstoff entwickelt, der vor weiteren fünf krebsauslösenden HPV-Typen (31, 33, 45, 52 und 58) schützt, die unter anderem für 20 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich sind. Damit wird ein 90-prozentiger Schutz vor Gebärmutterhalskrebs erreicht. Auch vor anderen Krebserkrankungen bewahrt die Immunisierung, wie zum Beispiel Analkrebs oder Karzinome der Vulvakrebs oder Scheide. 

Gardasil 9 in den USA bereits zugelassen

Die neue Impfung gegen Krebs wurde jetzt von der US-Zulassungsbehörde FDA (U.S. Food and Drug Administration, Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln) für Frauen und Mädchen im Alter zwischen neun und 26 sowie Jungen zwischen neun und 15 Jahren zugelassen. Laut Pressemitteilung der Behörde hat der neue Impfstoff das Potenzial, zu etwa 90 Prozent vor Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Schamlippen und der Vulva sowie vor Analkrebs zu schützen.

Nebenwirkungen der neuen HPV-Impfung gering

Seine Wirksamkeit hatte Gardasil 9 zuvor in breit angelegten Studien unter Beweis gestellt. Auch die Sicherheit des neuen Impfstoffs wurde klinisch getestet. Die häufigsten Nebenwirkungen waren dabei Schwellungen, Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, heißt es in einer Meldung der US-Zulassungsbehörde. Noch ist unklar, wann Gardasil 9 auch in Europa zugelassen wird.

Die wichtigsten Impfungen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2014
Quellen: "FDA approves Gardasil 9 for prevention of certain cancers caused by five additional types of HPV", Pressemitteilung der FDA vom 10.12.2014

Beitrag zum Thema aus der Community
Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Zum Seitenanfang