Ratgeber Erste Hilfe

Verbrennungen und Verbrühungen richtig behandeln

Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Glücklicherweise sind es meist nur kleine Bagatellverletzungen, die jeder mit einfachen Maßnahmen selbst versorgen kann.

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Kleinflächige Verbrennungen können gekühlt werden
(c) George Doyle

Verbrennungen und Verbrühungen betreffen die Haut; bei schweren Formen auch die darunterliegenden Gewebe. Eine Verbrennung entsteht durch trockene Hitze, zum Beispiel durch direkten Kontakt mit der Herdplatte oder dem offenen Feuer, und eine Verbrühung durch feuchte Hitze (heiße Flüssigkeiten, Dämpfe).

In Abhängigkeit von der Tiefe der Verletzung werden drei Verbrennungsgrade unterschieden.

  • Verbrennung ersten Grades: Geschädigt sind lediglich die oberen Hautschichten. Diese röten sich, schwellen eventuell an und schmerzen. Ein typisches Beispiel ist der Sonnenbrand.
  • Verbrennung zweiten Grades: Hierbei sind auch tiefere Hautschichten betroffen. Neben Rötung und Schmerzen kommt es zur Blasenbildung (Brandblasen), zum Beispiel nach kurzzeitigem Berühren der heißen Fläche eines Bügeleisens.
  • Verbrennung dritten Grades: Durch länger dauernden Einfluss großer Hitze werden Haut und darunterliegende Gewebe einschließlich der Hautanhangsgebilde (wie Haare und Nägel) geschädigt. Die betroffenen Stellen können weiß, aber auch schwarz und verkohlt aussehen. Schmerzen treten kaum auf, da die Nerven gleichermaßen zerstört sind. Eine Verbrennung dritten Grades ist immer von Verbrennungen ersten und zweiten Grades umsäumt.

Wann zum Arzt bei Verbrennungen?

Lebensgefahr besteht, wenn eine Verbrennung zweiten oder dritten Grades bei einem Erwachsenen mehr als 18 Prozent der Körperoberfläche betrifft und bei einem Kind mehr als acht Prozent. Denn nach einer Verbrennung besteht das Risiko eines lebensbedrohlichen Kreislaufschocks. Außerdem können noch nach Tagen schwere Nierenschäden auftreten.

Einen sofortigen Arztbesuch erfordern jede Verbrennung dritten Grades, eine Verbrennung zweiten Grades, wenn diese größer als ein Handteller ist sowie jede großflächige Verbrennung ersten Grades.

Kinder mit Verbrennungen sollten grundsätzlich von einem Arzt behandelt werden. Desweiteren sollte jede Brandwunde einem Arzt vorgestellt werden, die schlecht heilt und/oder ein eitriges Sekret (Hinweis auf eine bakterielle Infektion) absondert.

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Verbrennungen, die nicht größer als die Handfläche des Betroffenen und damit als kleinflächig gelten, können gekühlt werden und zwar möglichst sofort nach Eintreten der Verletzung. Dazu wird die betroffene Stelle unter fließendes, kaltes Wasser gehalten oder in einen Eimer mit kaltem Wasser getaucht. Die Kältebehandlung kann solange durchgeführt werden, bis es zur "gefühlten" Schmerzlinderung kommt. Wichtig dabei ist, dass die Kühlung auf die betroffene Körperstelle begrenzt wird. Verbrennungen im Gesicht können auch mit einem feuchten Tuch gekühlt werden. Größere verbrannte Stellen oder gar Brandwunden dürfen dagegen nicht gekühlt werden – hier droht Gefahr durch Unterkühlung. Auch Verbrennungen am Körperstamm sollen nicht gekühlt werden, um ein Auskühlen des Betroffenen zu verhindern.

Neu ist die Empfehlung zur Behandlung kleiner Verbrennungen und Verbrühungen mit lauwarmen Wasser. Dies gilt beispielsweise für eine am Bügeleisen oder einem heißen Topf verbrannte Fingerspitze. Durch das lauwarme Wasser wird die betroffene Stelle ausreichend aus dem für die Zelleiweiße gefährlichen Temperaturbereich über 40 Grad Celsius heruntergekühlt, der Körper kann aber seine für diese Art von kleinen thermischen Verletzungen gedachten Heilungsprozess aktivieren. Dabei werden sogenannte Hitzeschockproteine gebildet, die die Eiweiße der Muskel- und Hautzellen vor der Zerstörung durch die Wärme bewahren.

Hausmittel bei Verbrennungen - besser nicht!

Puder, Mehl, Öl, Brandsalben und sonstige "Hausmittel" bei Verbrennungen dienen als Nährboden für Keime und vergrößern die Infektionsgefahr. Die Infektionsgefahr wird ebenso durch das Aufstechen von Brandblasen erhöht.

Hilfe aus der Apotheke bei Verbrennungen

Verbrannte Haut ist anfällig gegenüber Keimen, da sie in ihrer Abwehrfunktion stark eingeschränkt ist. Dies gilt ganz besonders für offene Brandblasen. Daher sollten Brandwunden abgedeckt und vor äußeren Einflüssen geschützt werden.

Für kleine Verletzungen ersten oder zweiten Grades eignen sich sterile Pflaster, beispielsweise Hydrokolloidpflaster oder Pflaster mit Silberbeschichtung (wirken antiseptisch). Für größere Brandwunden gibt es sterile großflächige Verbandmittel (zum Beispiel Metalline-Tücher). Zusätzlich können Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen) eingesetzt werden.

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