To-dos übersichtlich organisieren

Bullet Journal: So klappt der Einstieg

Das Bullet Journal ist eine beliebte Möglichkeit, Aufgaben zu organisieren und Termine festzuhalten. Ziel ist, unproduktive Zettelwirtschaft durch ein übersichtliches und schnell wie einfach zu pflegendes System zu ersetzen. Während das Bullet Journal in seiner ursprünglichen Form minimalistisch daherkommt, gibt es viele Anhänger, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihr Bullet Journal in ein kleines Kunstwerk verwandeln. Starre Regeln gibt es also keine, doch ein paar Standards und Tipps erleichtern den Einstieg!

Im Future Log des Bullet Journals werden alle Aufgaben, die in den kommenden Monaten anfallen, festgehalten.
Silke Stadler/Lifeline

Von Post-it-Flut und Zettelwirtschaft hatte Ryder Carroll aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn genug. Er suchte nach einer produktiveren Möglichkeit, Aufgaben, Termine und Notizen zu organisieren und erfand das Bullet Journal (abgekürzt BuJo). Der Geist wird "entrümpelt", indem alle To-dos aufs Papier gebracht und so auf einen Blick erfasst werden können.

Ungewöhnlich im digitalen Zeitalter: Das Bullet Jounal "ist ein analoges System, um die Vergangenheit festzuhalten, die Gegenwart zu organisieren und die Zukunft zu planen", sagt Carroll. Mehr als ein leeres Notizbuch und einen Stift braucht man dafür nicht.

In Sachen Bullet Journal gibt kein Richtig oder Falsch

Während Carroll beim Bullet Journaling (das englische Wort "bullet" bedeutet unter anderem Aufzählungspunkt, "journal" heißt Tagebuch) sehr minimalistisch vorgeht und Übersichtlichkeit über hübsche Optik stellt, haben andere BuJo-Fans die Idee weitergetrieben und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Das Ergebnis sind bunte und kunstvolle Planer – die dadurch allerdings mehr Aufwand bedeuten.

Das Tolle am Bullet Journal: Es gibt keine starren Regeln. Jeder kann für sich selbst herausfinden, wie er das Notizbuch gerne führen möchte. Allerdings sollte man das Ziel nicht aus den Augen verlieren: Ein Bullet Journal sollte das Zeitmanagement erleichtern und keinesfalls selbst zu einer (lästigen) Pflicht werden.

Was braucht man fürs Bullet Journal?

Wer es Erfinder Ryder Carroll nachmachen und ein minimalistisches Bullet Journal führen möchte, braucht dazu lediglich:

Der Rest ist Geschmackssache: Unverzichtbar beim kreativen Bullet Journaling sind bunte Farben, zum Beispiel Aquarellstifte, die sich mit Wasser kunstvoll verwischen lassen. Auch mit Aufkleber, Klebestift und Washi-Tape kann man sich nach Herzenslust austoben.   

Minimalistisches Bullet Journal: So klappt der Einstieg

Das Monthly Log – oder die Monatsübersicht – gewährt einen Überblick über Termine (links) wie auch anstehende To-dos (rechts) des betreffenden Monats.
Silke Stadler/Lifeline

Sie sitzen nun vor einem leeren Notizbuch und können sich nicht überwinden, die blütenweißen Seiten zu bekritzeln? Erinnern Sie sich einfach daran, dass es beim Bullet Journaling nicht darum geht, am Ende ein prächtiges Notizbuch zu haben. Das Bullet Journal dient lediglich als Werkzeug, um die tägliche Organisation zu erleichtern. Vor allem bei der minimalistischen Version kann man zudem wenig falsch machen. Ausgebesserte Fehler stören kaum. Bei einem kreativen BuJo lassen sich Patzer auf einfallsreiche Weise übertünchen.

Bullet Journal beginnen – Schritt für Schritt erklärt

  1. Index/Inhaltsverzeichnis: Auf der ersten freien Doppelseite wird ein Inhaltsverzeichnis (oder Index) angelegt. Wenn sich die Seiten des Bullet Journals allmählich füllen, wird es nach und nach mit den entsprechenden Seitenzahlen versehen. Zum Beispiel wird auf die Einträge für Oktober verwiesen mit: Oktober 1-4

  2. Future Log: Auf der nächsten freien Doppelseite folgt das Future Log, eine Übersicht über die kommenden sechs bis zwölf Monate, in der alle Aufgaben und Ereignisse gesammelt werden, die dann anstehen. Mit zwei waagrechten Linien über die gesamte Doppelseite (siehe Bild ganz oben) lässt sich beispielsweise eine 6-Monats-Ansicht schaffen. Aber die konkrete Ausführung ist – wie immer beim Bullet Journaling – jedem selbst überlassen. Sobald das Future Log angelegt ist, wird es am unteren Rand mit Seitenzahlen versehen und in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen.

  3. Monthly Log/Monatsübersicht: Auf der folgenden Doppelseite wird das "Monthly Log", eine Monatsübersicht, angelegt. Die linke Seite wird dem Kalender gewidmet: In einem minimalistischen Bullet Journal werden die Tage des Monats einfach links durchnummeriert (siehe Bild oben). Direkt daneben gibt man die Wochentage (abgekürzt mit einem Buchstaben) an. Alle Termine, die bereits feststehen, werden am betreffenden Tag eingetragen. Auf der Seite rechts daneben werden alle Aufgaben aufgeführt, die man diesen Monat erledigen möchte. Diese Übersicht sollte auch nachträglich gepflegt werden, sodass alle wichtigen Ereignisse und To-dos hinterher darin nachgesehen werden können. Auch die Monatsübersicht wird mit Seitenzahlen versehen und in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen.

  4. Daily Log/Tagesübersicht: Datum und Wochentag werden notiert, darunter werden alle To-dos, Ereignisse und Einfälle aufgeschrieben (siehe Bild unten). Dabei sollte man nicht mehrere Tage im Voraus planen, sondern immer nur den entsprechenden Tag. Am Ende jedes Tages werden die Einträge aus den vergangenen Tagen überprüft und auf den aktuellen Tag übertragen, sofern sie noch relevant sind oder noch nicht erledigt wurden.

Auch eine neue Monatsübersicht wird erst am Ende des Vormonats angelegt, nicht im Voraus. Dabei werden ebenfalls alle Einträge aus dem vorangegangenen Monat überprüft und je nach Status zum Beispiel als erledigt markiert oder in den neuen Monat umgezogen. Wie das genau funktioniert, wird weiter unten unter "Symbole im Bullet Journal" beschrieben.

Gedächtnistraining: Merken Sie sich die Bilder

Zusätzlich können Sammlungen (Collections) angelegt werden, in denen Aufgaben, Notizen oder Ereignisse aus einem bestimmten Themenbereich aufgelistet werden. Diese Sammlungen werden einfach auf der nächsten freie Seiten platziert, mit einer Seitenzahl versehen und in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen. Themen können etwa sein:

Symbole im Bullet Journal garantieren Übersichtlichkeit

Es werden einige wenige Symbole verwendet, die das Führen des BuJos erleichtern. Die drei wichtigsten sind:  

• für Aufgaben

O für Ereignisse

– für Gedanken

Hat eine Aufgabe hohe Priorität, wird sie zusätzlich mit einem Sternchen * versehen.

Das Daily Log – oder auch die Tagesübersicht – des Bullet Journals beinhaltet Aufgaben, Ereignisse und Gedanken, die jeweils mit eigenen Symbolen versehen werden.
Silke Stadler/Lifeline

Am Monatsende werden alle Einträge des vergangenen Monats überprüft:

Fallen einem außerdem Termine oder To-dos ein, die erst in der Zukunft relevant werden, fügt man sie zum Future Log (wenn sie mehr als einen Monat entfernt anstehen) oder zum Monthly Log (wenn sie im selben Monat anstehen) hinzu. Alternativ kann man künftige Aufgaben ins Daily Log aufnehmen und zwar an dem Tag, an dem sie einem eingefallen sind. Zusätzlich versieht man sie mit dem Datum, an dem sie erledigt werden sollen und zieht sie um, sobald das entsprechende Datum erreicht ist.

 

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Letzte Aktualisierung: 02. Oktober 2017
Quellen
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