Ziel: Knochenbrüche vermeiden

Basismaßnahmen zur Behandlung der Osteoporose

Wie die Therapie im Einzelfall aussieht, hängt primär davon ab, wie stark der Knochenschwund fortgeschritten ist und wie hoch das Risiko für Knochenbrüche ist. Bei hohem Frakturrisiko können spezielle Osteoporose-Medikamente erforderlich sein.

Durch die Osteoporose verliert der Knochen über lange Sicht an Stabilität. Knochenbrüche - schon bei leichter Krafteinwirkung - sind die Folge. Da Knochenbrüche nicht nur Schmerzen auslösen können, sondern auch zu einem Verlust der Mobilität und Selbständigkeit und nicht zuletzt auch zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität im Alter führen können, ist die Vermeidung von Knochenbrüchen das primäre Ziel der Osteoporose-Behandlung.

Ziel der Therapie: Knochenbrüche vermeiden

Osteoporose-Medikamente kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn das Risiko für Knochenbrüche sehr hoch ist. Unabhängig von der medikamentösen Behandlung werden jedoch zur Senkung des Frakturrisikos spezielle Basismaßnahmen empfohlen, die unter anderem die Vermeidung von Stürzen, die Festigung der Knochenstabilität und die Verbesserung der Muskelkraft und Koordination umfassen.

Zur Vermeidung von Knochenbrüchen im Alter werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

  1. Muskelkraft und Koordination trainieren, um Stand- und Gangsicherheit zu verbessern
  2. Stürze vermeiden (zum Beispiel durch gutes Schuhwerk, Überprüfung der Sehkraft, Wohnung auf Hindernisse – etwa Teppiche, Möbelstücke – überprüfen)
  3. Vitamin D und Kalzium: Versorgung verbessern
  4. Untergewicht vermeiden
  5. Rauchen einstellen
  6. Hilfsmittel nutzen (Gehhilfen, Rollator)
  7. Medikamente mit knochenschädigender oder sturzfördernder Wirkung ärztlich überprüfen lassen.

Muskelkraft und Koordination

Um die Sicherheit beim Gehen und Stehen zu verbessern und auf diese Weise Stürze zu vermeiden, wird ein Training der Muskelkraft und Koordination empfohlen. Das Muskeltraining kann zum Beispiel mithilfe von Hanteln, Terabändern oder speziellen Trainingsgeräten erfolgen. Darüber hinaus hilft regelmäßige Bewegung im Allgemeinen – Gehen und Treppensteigen – dabei, die Muskelkraft zu erhalten. Zur Verbesserung der Koordination und Balance eignet sich Tai Chi (Chinesisches Schattenboxen) oder Übungen wie der Einbeinstand (etwa 10 Sekunden auf einem Bein stehen, das andere Bein ist angewinkelt) und der Tandemgang (Füße nicht nebeneinander sondern hintereinander aufstellen, einige Schritte vorwärts gehen und dann rückwärts).

Kalzium und Vitamin D

Kalzium ist der wichtigste Baustoff für unsere Knochen. In jungen Jahren ist der Mineralstoff besonders wichtig für den Aufbau der Knochenmasse, der bis zum Alter von ca. 25 bis 30 Jahren stattfindet. Aber auch im fortgeschrittenen Erwachsenenalter und insbesondere im Rahmen der Osteoporosebehandlung ist eine ausreichende Kalziumzufuhr (1000 Milligramm täglich) erforderlich, um die Knochenabbaurate zu reduzieren. Die Kalziumversorgung kann normalerweise über die Ernährung gedeckt werden – zwei Scheiben Käse und ein Glas Milch pro Tag sind in der Regel ausreichend.

Neben Kalzium spielt auch Vitamin D eine zentrale Rolle für die Knochengesundheit: Es steigert die Kalzium-Aufnahme im Darm und sorgt dafür, dass der knochenhärtende Mineralstoff in die Knochen eingelagert wird. Da ein Vitamin D-Mangel die muskuläre Balance und Koordination beeinträchtigt, ist eine optimale Vitamin D-Versorgung auch zur Vermeidung von Stürzen und Frakturen von großer Bedeutung. Allerdings kommt Vitamin D nur in sehr wenigen Lebensmitteln vor, sodass die Versorgung über die Nahrung in der Regel nicht ausreicht. Der Körper kann zwar mithilfe von Sonnenlicht selbst Vitamin D bilden, allerdings ist auch diese körpereigene Produktion insbesondere im Winter oft nicht ausreichend, um die Bedarfslücke zu decken. Eine zusätzliche Gabe von Vitamin D kann daher sinnvoll sein – dies gilt vor allem bei älteren Menschen, zum Beispiel auch bei Alten- und Pflegewohnheimbewohnern, die sich weniger häufig in der Sonne aufhalten.

Mit diesen Basismaßnahmen der Osteoporose-Behandlung lässt sich das Risiko für Knochenbrüche senken – eine wichtige Voraussetzung dafür, auch im Alter mobil und selbständig zu bleiben.

Bei hohem Frakturrisiko können spezielle Osteoporose-Medikamente erforderlich sein.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2012
Quellen: J. Braun, J. Pfeilschifter. Leitliniengerechte Diagnostik und Therapie der Osteoporose 2010. Z Rheumatol 2010; 69:327–339. DVO-Leitlinie Osteoporose 2009 – Langfassung. Osteologie 2009; 18: 304–328.

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