Lebensstil-Faktoren gegen Demenz und Krebs

Diese fünf Tipps verlängern Ihr Leben

Nicht rauchen, drei Portionen Obst oder Gemüse pro Tag, maßvoller Alkoholkonsum und regelmäßig Sport: So lautet die Formel, um gesund und geistig fit alt zu werden. Das ist das Ergebnis einer Beobachtungsstudie über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Die Studie zeigt aber zugleich: Nur die wenigsten halten sich an diese Empfehlung.

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Ausgewogene Ernährung und ein normales Gewicht: So lässt sich schon viel fürs gesunde Älterwerden tun.
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Körperliche Gesundheit steht offenbar im Zusammenhang mit geistiger Fitness – und beides lässt sich durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen. Das legt eine Beobachtungsstudie aus Wales in Großbritannien nahe. Sie wurde 1979 von Wissenschaftlern der Universität Cardiff ins Leben gerufen, die damals 2.235 Männer der walisischen Ortschaft Caerphilly im Alter zwischen 45 und 59 Jahren auf fünf Faktoren für gesundheitsbewusstes Verhalten untersuchten: Nichtrauchen, maßvoller Alkoholkonsum, ein BMI zwischen 18 und 24, regelmäßiger Sport und drei Portionen Obst oder Gemüse am Tag waren die fünf Gesundheitsregeln, die dabei im Fokus standen.

Kaum ein Mann schaffte fünf Portionen Obst und Gemüse täglich

Eigentlich lautet die Gesundheitsempfehlung zwar fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag. Da aber bei der Bestandsaufnahme 1979 nur 15 der über 2.000 Männer angaben, diese Menge zu erreichen, begnügten sich die Wissenschaftler mit täglich drei Portionen Obst und Gemüse als eine der fünf Regeln, die sie ihrer Studie zugrunde legten.

5 Tipps für Ihre Gesundheit
Unter den fünf Gesundheitsregeln, die laut Studie geistig und körperlich fit halten, ist regelmäßiger Sport besonders wichtig für die geistige Gesundheit.

Nach der Eingangsuntersuchung 1979 wurden die Männer etwa alle fünf Jahre erneut untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten bezüglich der fünf Gesundheitsregeln befragt. Dabei nahmen die Forscher ihre Krankenakten unter die Lupe und erfassten neu aufgetretene Fälle von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Auch Todesfälle registrierten die Wissenschaftler. Ab der zweiten Wiederholungsuntersuchung rund zehn Jahre nach Studienbeginn gehörte außerdem ein Test der kognitiven Fähigkeiten mit zum Untersuchungsprogramm.

Vier Gesundheitsregeln reduzieren Demenz- und Krankheitsrisiko

Der Epidemiologe Peter Elwood von der Universität Cardiff kommt bei seiner aktuellen Auswertung der Studie zu dem Schluss, dass sich gesundheitsbewusstes Verhalten durchaus lohnt – sowohl für den Körper als auch für den Geist. So war das Demenz- und Alzheimer-Risiko der Studienteilnehmer, die dauerhaft vier der fünf Gesundheitsregeln befolgten, gegenüber denjenigen, die keine der Regeln befolgten, um 60 Prozent reduziert.

Als besonders wichtigen Faktor identifizierte der Wissenschaftler dabei regelmäßigen Sport, während der BMI in Bezug auf das Demenzrisiko keine große Rolle spielte. Außerdem waren Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfälle bei denjenigen, die mindestens vier der fünf Gesundheitsregeln befolgten, um 70 Prozent reduziert.

Weniger Demenzkranke schon durch eine zusätzliche Gesundheitsregel

Elwood zeigte sich überrascht davon, wie stark sich gesundheitsbewusstes Verhalten auswirkt. Das Ausmaß der Risikominderung für Erkrankungen durch so einfache Schritte sei erstaunlich, erklärte er. Die Studie zeige, dass ein gesunder Lebensstil einen weit größeren Effekt habe als irgendeine medizinische Behandlung oder Präventionsmaßnahme.

Wären die Männer zu Beginn der Studie vor 35 Jahren gedrängt worden, nur eine zusätzliche Gesundheitsregel zu befolgen, und hätte sich nur die Hälfte von ihnen darauf eingelassen, dann wären in den folgenden 35 Jahren 13 Prozent weniger Demenzerkrankungen aufgetreten, zwölf Prozent weniger Diabetesfälle, sechs Prozent weniger Gefäßerkrankungen und es hätten fünf Prozent der Todesfälle vermieden werden können, rechnet Elwood vor.

Wirklich gesunder Lebensstil ist selten

Allerdings verhalten sich die wenigsten Menschen wirklich gesundheitsbewusst. In Whales beispielsweise befolgen weniger als ein Prozent der Bevölkerung alle fünf Gesundheitsregeln und fünf Prozent gar keine, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Damit hat sich seit Studienbeginn 1979 nur wenig geändert: Damals hielten sich unter den mehr als 2.200 beobachteten Männer nur zwei (0,1 Prozent) an alle fünf Gesundheitsregeln, 111 befolgten vier bis fünf – deutlich weniger als die Zahl derer, die überhaupt kein gesundheitsbewusstes Verhalten an den Tag legten: 178 Männer, also acht Prozent, befolgten keine einzige der Gesundheitsregeln.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. April 2015
Quellen: Peter Elwood et al., Healthy Lifestyles Reduce the Incidence of Chronic Diseases and Dementia: Evidence from the Caerphilly Cohort Study, in: PLOS one, 9. Dezember 2013; Healthy habits reduce dementia risk, Pressemitteilung der Universität Cardiff vom 10.12.2013

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