Parodontitis (Parodontose)

Parodontitis ist eine häufige Erkrankung im Mundraum und der wesentliche Grund für Zahnverlust bei Erwachsenen. Gewissenhafte Zahnpflege kann der Parodontose vorbeugen. Erfahren Sie hier mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie

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Parodontitis oder Parodontose? Ersterer liegt eine Entzündung zugrunde, letztgenannter hingegen nicht.
(c) Hemera Technologies

Als Parodontitis (Parodontose) bezeichnet man eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats, die unbehandelt zum schrittweisen Abbau der entzündeten Strukturen und letztlich zum Verlust der Zähne führen kann. Der Begriff leitet sich ab vom griechischen Wort „Parodontium“ (von griech.: παρά „neben“ und griech.: δούς „Zahn“) und der Endung „-itits“, die im medizinischen Sprachgebrauch immer ein entzündliches Geschehen anzeigt.

Zum Zahnhalteapparat gehören: das Zahnfleisch (Gingiva), der Zahnzement, das Zahnfach (Alveole), die Kieferknochen und die Wurzelhaut (Periodontium) mit den bindegewebigen Fasern, die die Zahnwurzeln am Knochen befestigen.

Formen der Parodontitis

Gemeinsam mit der Karies ist die Parodontitis (Parodontose) die häufigste Erkrankung des Mundraums bei erwachsenen Menschen in Deutschland und nach ihr der zweithäufigste Grund für das Zähneziehen (Zahnextraktion).

Man unterscheidet eine apikale, also von der Wurzelspitze ausgehende Parodontitis, von der sogenannten marginalen, die am Zahnfleischsaum ihren Ausgang nimmt. Beide Formen können ineinander übergehen.

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Wichtiger ist eine Einteilung, die auf klinischen, gewebespezifischen und radiologischen Parametern beruht und spezielle Befunde hinsichtlich der Wirt-Bakterien-Interaktion berücksichtigt. Danach unterscheidet man die häufigste Variante der schubweise verlaufenden „chronischen Parodontitis“ von der örtlich begrenzten (lokal) oder verbreitet (generalisiert) auftretenden „aggressiven Parodontitis“ einerseits und der „Parodontitis im Rahmen chronischer Systemerkrankungen“ andererseits.

Unter Systemerkrankungen, die hier eine Rolle spielen, sind viele verschiedene und zum Teil seltene Krankheiten und Syndrome zusammengefasst, für die man eine Assoziation mit der Parodontitis nachgewiesen hat. Für die meisten davon ist der Zusammenhang in einer Beeinträchtigung des Immunsystems oder veränderter Bindegewebsbeschaffenheit zu suchen. Beispiele für häufigere in diesem Rahmen aufgeführte Erkrankungen sind Leukämien oder das Down-Syndrom.

Abzugrenzen vom Begriff der Parodontitis ist der der Parodontose, der im weiteren Sinne Erkrankungen des Zahnhalteapparats bezeichnet, denen keine entzündliche Ursache zugrunde liegt.

Zehn zahngesunde Lebensmittel

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Letzte Aktualisierung: 25. September 2013
Quellen: www.parodontose-wissen.de American Dental Association: Periodontal (Gum) Diseases Österreichische Gesellschaft für Parodontologie: Kompendium der parodontalen Erkrankungen. Grundlagen, Diagnostik, Therapie und Risikofaktoren. Von: Gregor R, Bruckmann C, Müller W. Ausgabe 2005 dentogenostics.de: Entnahme von Material für die Analyse Parodontitis-pathogener Bakterien Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban & Fischer

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