Die Partnerin

Erektile Dysfunktionen: Sensible Partnerin hilft

Ein Mann, der erektile Dysfunktionen hat, vermeidet intime Situationen: Er schaut bis nachts um drei Uhr Fernsehen oder klagt über Migräne, sagt Prof. Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover. Kommt es doch einmal zu Zärtlichkeiten, wirkt der Mann abgelenkt. Vielleicht fängt er auch plötzlich an zu schwitzen, denn intensive körperliche Nähe bedeutet für ihn puren Stress.

Erektile Dysfunktion sorgt für Angst
Man kissing woman
Getty Images/Polka Dot RF

Schließlich könnte seine Partnerin gerade in dieser Situation bemerken, dass er erektile Dysfunktionen hat. Doch meistens hat sie ohnehin längst begriffen, dass etwas nicht stimmt. Frauen bemerken die Vermeidungsstrategie viel schneller, als Männer vermuten – und machen sich Gedanken, was dahinter stecken könnte: Ein Mangel an Anziehungskraft? Eine Geliebte?

Erektile Dysfunktionen: Nicht mit der Tür ins Haus fallen

Wenn die Frau an einer Lösung des Problems für erektile Dysfunktionen interessiert ist, sollte sie sich diesen Fantasien allerdings nicht hingeben, sagt der Berliner Psychotherapeut Rainer vom Feld. Sie führen nur zu Vorwürfen, Gereiztheit und Unterstellungen, die den Beginn eines fruchtbaren Gesprächs verhindern.

Mit der Tür ins Haus zu fallen und den Mann direkt nach dem Grund für erektile Dysfunktionen zu befragen, ist aber ebenso wenig hilfreich. Denn für die meisten Männer ist das Problem mit viel Scham verbunden: Werden sie direkt darauf gestoßen, reagieren sie abwehrend und ziehen sich zurück.

Der Partner kann oft nicht sofort reagieren

Statt Druck ist Sensibilität gefragt: Am besten formuliert die Frau ihr Anliegen offen und lässt Worte wie erektile Dysfunktionen oder Erektionsstörungen völlig außen vor. "Zu empfehlen sind Ich-Botschaften. Die Partnerin könnte etwa sagen: 'Ich habe den Eindruck, irgendetwas ist mit dir los, ich weiß aber nicht was' oder: 'Ich bin unglücklich darüber, wie es gerade zwischen uns läuft'", sagt vom Feld.

Der Partner darf sich in keinem Fall gedrängt fühlen jetzt, genau in diesem Augenblick, etwas erwidern zu müssen. Oftmals braucht er Zeit, um sich auf eine Aussprache vorzubereiten – und die sollte die Frau ihm auch gewähren. Selbst wenn der Mann nicht mit ihr über erektile Dysfunktionen sprechen möchte, sollte die Partnerin dies akzeptieren, meint vom Feld. "Mit ihrer Frage kann sie ihm aber signalisieren: 'Wenn du nicht mit mir darüber sprechen möchtest, such' doch professionelle Hilfe.'"

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Letzte Aktualisierung: 11. März 2003

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