Wegen Erektionsstörungen beim Arzt

Wie der Arzt Potenzprobleme untersucht und behandelt

Mancher Mann, der Potenzprobleme hat, schiebt den Arztbesuch auch aus Furcht vor unangenehmen Untersuchungen immer weiter auf. Doch dazu besteht eigentlich kein Anlass: Meistens reichen für die Diagnose der Potenzprobleme einfache und schmerzlose Methoden aus. Womit der Patient allerdings rechnen muss, sind eine ganze Reihe von Fragen zu seiner Sexualität und Partnerschaft.

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Je ehrlicher Sie mit Ihrem Arzt sprechen, umso leichter fällt ihm die Diagnose.
Getty Images/Hemera

Der Urologe oder Hausarzt wird einem Patienten, der über Potenzprobleme klagt, zu Beginn viele intime Fragen stellen, um die Beschwerden richtig einordnen zu können. Die Antworten geben ihm unter anderem Aufschluss darüber, ob die Potenzprobleme körperlich oder eher psychisch bedingt sind. Fragen wird der Arzt etwa:

  • Ist Ihre Partnerschaft intakt?
  • Kommt es bei Ihnen zu einer nächtlichen Erektion?
  • Tauchen die Probleme auch beim Masturbieren auf?
  • Sind Sie oft depressiver Stimmung?
  • Wie steht es um die Libido?
  • Seit wann leiden Sie unter Potenzproblemen?
  • Wann tauchten die Beschwerden das erste Mal auf?
  • Begannen die Erektionsstörungen plötzlich oder allmählich?
  • Gibt es bestimmte Situationen, in denen die Störungen besonders häufig auftreten?

Potenzprobleme: Das Gespräch mit dem Arzt

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Einige Patienten mögen das Gespräch über ihre Potenzprobleme als unangenehm empfinden. Doch sie sollten sich vor Augen halten: Je ehrlicher die Antworten, desto leichter fällt dem Arzt die Diagnose und damit auch die Therapie. Der Gedanke an die ärztliche Schweigepflicht kann dem Gespräch ebenfalls den Schrecken nehmen. Beruhigend ist außerdem für einen Mann zu wissen, dass es zum Tagesgeschäft eines Urologen gehört, mit seinen Patienten über sexuelle Probleme zu reden.

Zum Gespräch gehören aber nicht nur Fragen nach der Sexualität: Den Arzt wird zudem interessieren, ob der Mann Schmerzen im Harntrakt oder Probleme beim Wasserlassen hat. Er wird sich vor allem auch nach eventuellen Herz-Kreislauf-Problemen erkundigen, etwa nach dem Blutdruck oder Herzstolpern. Oft sind nämlich Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose die Ursache für Erektionsstörungen.

Bluttests können Hinweis auf Diabetes oder Herzerkrankung geben

Der Arzt wird dem Patienten in jedem Fall auch Blut abnehmen. Denn die Erhöhung bestimmter Blutwerte– wie Cholesterin und andere Blutfette – können ebenfalls ein Hinweis auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Von großem Interesse ist zudem der Blutzuckerwert, da Diabetes oft für Potenzprobleme verantwortlich ist: Bei bis zu 30 Prozent aller Patienten, die wegen Erektionsstörungen – auch erektiler Dysfunktion genannt – den Arzt aufsuchen, stellt sich heraus, dass sie unter Diabetes leiden, sagt Dr. Jürgen Zumbé, Leiter der Urologischen Abteilung im Klinikum Leverkusen. Hat ein Urologe den Verdacht, dass die Potenzprobleme mit einem Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zusammenhängen, wird er den Patienten in jedem Fall zu einem Internisten oder Kardiologen überweisen.

Neben dem ausführlichen Gespräch und Bluttests gehört auch die körperliche Untersuchung zur Diagnose der Potenzprobleme. So wird der Arzt einen Finger in den Enddarm einführen, um zu fühlen, ob die Prostata vergrößert ist. Auch die Bauchorgane, Flanken, Leisten und Genitale wird er abtasten. Es kann sein, dass sich während dieser Untersuchung etwa eine Verhärtung am Penis zeigt. Diese Induratio penis plastica, wie Mediziner die Verhärtung nennen, kann ebenfalls Ursache für die Potenzprobleme sein. "Sie ist heutzutage gar nicht so selten", sagt Zumbé.

Möglichkeiten der Behandlung von Erektionsstörungen

Für die Behandlung von Potenzstörungen und zur Erhaltung der Erektionsfähigkeit gibt inzwischen eine Reihe von Methoden.

Potenzmittel werden heutzutage häufig bei Erektionsstörungen eingesetzt. Wie der Arzt Erektionsstörungen behandelt, hängt aber von deren Ursache ab. So muss er häufig auch die Grunderkrankung therapieren, also bei einem Diabetes etwa den Blutzucker optimal einstellen. Außerdem können bei psychischen Problemen Sexualberatung, Paartherapie und Psychotherapie sinnvoll sein.

Darüber hinaus gibt es Verfahren und Potenzmittel, die die Erektionsstörungen zwar nicht ursächlich bekämpfen, aber die Symptome lindern. Hierzu zählen neben den erst seit einigen Jahren auf dem Markt befindlichen Tabletten auch Spritzen und Applikatoren, Vakuumpumpen und Operationen. Tabletten werden aber von den Männern und ihren Partnerinnen eher akzeptiert, außerdem haben sie eine hohe Erfolgsquote.

Potenzmittel: Von der Spritze bis zur Psychotherapie

Mit der Spritze kann der Patient Wirkstoffe in den Penis injizieren, die die Schwellkörpermuskulatur erschlaffen lassen und die Erektion unterstützen. Alternativ können die Substanzen auch mit einem Kunststoff-Applikator in die Harnröhre eingeführt werden.

Die Vakuumpumpe besteht aus einem durchsichtigen Kunststoffzylinder, der mit einer Handpumpe verbunden ist. Der Patient führt den Penis in den Zylinder ein und erzeugt mithilfe der Handpumpe einen Unterdruck. Dadurch fließt das Blut in die Schwellkörper, es kommt zur Erektion. Helfen weder Spritze, Applikator noch Vakuumpumpe, bietet sich gegebenenfalls ein Penisimplantat an.

Vor diesen bis zur Einführung von Medikamenten überwiegend angewendeten Methoden schrecken jedoch viele Männer zurück. Sie sind wenig diskret (Pumpe), teilweise schmerzhaft (Spritze) oder mit einem erheblichen Eingriff verbunden (Operation). Außerdem haben sie als Potenzmittel sehr unterschiedliche Erfolgsquoten.

Tabletten wirken stark und selektiv

Für die orale Therapie sind inzwischen mehrere Substanzen verfügbar. Diese Potenzmittel haben den gleichen Wirkmechanismus, unterscheiden sich aber in Ihrer Dosierung und Wirksamkeit.

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