Häufig chronischer Verlauf

Hepatitis C: Infektionskrankheit der Leber

Zwischen 75 und 85 Prozent aller akuten Fälle mit Hepatitis-C-Infektion verlaufen symptomlos. Bei den restlichen Patienten kommt es zu Beschwerden, die auch bei anderen Virushepatitiden vorkommen können.

Hepatitis C
Eine Hepatitis-C-Infektion wird oft von grippeähnlichen Symptomen begleitet.
(c) Getty Images/Zoonar RF

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) hervorgerufen wird. Der Krankheitserreger wird in erster Linie über das Blut übertragen.

Eine  Hepatitis C-Infektion kann begleitet werden von grippeähnliche Symptomen wie Abgeschlagenheit oder leicht erhöhte Temperatur, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Appetitlosigkeit und Gelenkschmerzen. Im weiteren Verlauf kann sich auch eine Gelbsucht (Ikterus) ausbilden. Leber und Milz können vergrößert sein.

Zwischen 50 und 85 Prozent der akuten Hepatitis-C-Virusinfektionen nehmen einen chronischen Verlauf. Dabei scheinen Menschen, bei denen die akute Infektion ohne Beschwerden verlaufen ist, das größere Risiko zu haben. Menschen mit einer chronischen Hepatitis-C-Virusinfektion können auf Dauer ansteckend sein.

Bis zu 20 Prozent der Patienten, die von einer Hepatitis-C-Virusinfektion betroffen sind, entwickeln im Verlauf von 20 bis 40 Jahren eine Leberzirrhose, bei der die Leber zunehmend verhärtet und vernarbt und damit an Funktionalität einbüßt. Diese Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko, Leberkrebs zu bekommen. Dabei spielen aber auch andere Risikofaktoren wie Alkoholmissbrauch oder eine zusätzliche HIV-Infektion eine Rolle.

Diagnostisch stehen vor allem der Nachweis der gezielt gegen das Hepatitis-C-Virus gerichteten (spezifischen) Antikörper und des Virus bzw. seines Erbguts im Blut im Vordergrund. Mitunter ist es für die Therapie auch wichtig festzustellen, welcher Hepatitis-C-Virus-Typ, von denen es sechs verschiedene gibt, die Infektion verursacht hat. Weiterhin können u.a. die Leberwerte im Blut bestimmt werden. Im Falle einer chronischen Hepatitis C kann die Entnahme von Lebergewebe (Biopsie) sinnvoll sein, um zu sehen, ob bereits Folgeschäden vorliegen.

Hepatitis C: Ursachen

Die Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus, der die Hepatitis C (Leberentzündung) auslöst, geschieht in den meisten Fällen durch den Kontakt mit infiziertem Blut.

Risikogruppen

  • Besonders gefährdet für eine Leberentzündung () sind Drogenabhängige, da sie Injektionsnadeln häufig gemeinsam benutzen. Etwa 80 Prozent der Personen, die Drogen spritzen, sind infiziert.
  • Krankenhauspersonal und Ärzte sind gefährdet, da sie mit infektiösem Blut oder Blutprodukten in Kontakt kommen können.

Seltenere Ansteckungsmöglichkeiten

  • Als das Hepatitis-C-Virus noch unbekannt war, infizierten sich einige Menschen, die Bluttransfusionen oder andere Blutprodukte erhielten, unwissentlich mit dem Virus. Mittlerweile werden sämtliche Blutproben kontrolliert, sodass die Infektionsgefahr sehr gering ist.
  • Das Risiko der Übertragung von einer infizierten Mutter auf das Kind während der Geburt wird mit drei bis fünf Prozent angegeben. Eine Virusübertragung durch das Stillen ist theoretisch denkbar, wurde bislang aber noch nie nachgewiesen.
  • Eine Infektion durch Geschlechtsverkehr: Das Risiko ist im Allgemeinen eher gering, kann jedoch bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken erhöht sein.
Selbsttest
Hepatitis B: Kann ich mich damit infizieren?

Hepatitis verbreitet sich, obwohl die Übertragungswege bekannt sind. Finden Sie mit diesem Test heraus, ob Sie sich infiziert haben könnten oder wie groß Ihr Risiko einer Ansteckung ist.
(Quelle: Dieser Test wurde vom Leberspezialisten Dr. Markus Cornberg von der Deutschen Leberstiftung entwickelt)

Hepatitis C: Symptome

Nach einer Phase des allgemeinen Unwohlseins folgen bei der Hepatitis C (Leberentzündung) in wenigen Fällen Symptome, die typisch sind für eine geschädigte Leber. Dabei muss zwischen der akuten und der chronischen Hepatitis C unterschieden werden.

Akute Hepatitis C

Die verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase fühlen sich über 80 Prozent der Betroffenen leicht unwohl, aber im Wesentlichen gesund. Weitere Symptome sind:

Nur etwa 20 Prozent der Infizierten zeigen in der zweiten Krankheitsphase Symptome einer erkrankten Leber:

  • Die Haut, Schleimhäute und Augen färben sich gelb (Gelbsucht/Ikterus)
  • Der Stuhl entfärbt sich, der Urin wird dunkel
  • Etwa zehn Prozent der Betroffenen leiden unter Gelenkbeschwerden

Danach tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein. Üblicherweise dauert die Erkrankung insgesamt zwei bis acht Wochen.

Chronische Hepatitis C

Etwa 60 bis 80 Prozent der Infektionen gehen in eine chronische Form über. Meist verläuft die chronische Infektion über viele Jahre schleichend mit milder Symptomatik:

  • Müdigkeit
  • unspezifische Oberbauchbeschwerden
  • und verminderte Leistungsfähigkeit

Diese Symptome treten bei etwa zwei Drittel dieser Patienten auf. Ein kleiner Teil der Patienten klagt über Juckreiz und Gelenkbeschwerden.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen bildet sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose: Symptome, Ursachen und Therapie), die in einigen Fällen zu Leberkrebs führt. Durchschnittlich vergehen etwa 20 Jahre zwischen der Ansteckung und der Entwicklung einer Leberzirrhose.

Hepatitis C: Diagnose

Eine Hepatitis-C-Infektion wird von vielen Betroffenen zunächst nicht bemerkt, die Diagnose wird oft nur zufällig gestellt. Sind bestimmte Leberenzymwerte erhöht, kann dies ein Hinweis auf das Vorliegen einer Hepatitis-C-Virus-Infektion sein.

Die Bestimmung der Leberwerte ist eine der häufigsten Untersuchungen im hausärztlichen Alltag. Gleichsam erhöhte Werte der Leberenzyme Glutamat-Pyruvat-Transiaminase (GPT) und Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) im Blut deuten in erster Linie auf eine durch Alkoholmissbrauch oder andere Faktoren bedingte Fettleber hin. Doch ist dies nicht immer der Fall. Nach einer neueren Untersuchung leidet jeder 20. Patient mit einem erhöhten GPT-Wert an einer aktiven .

Liegt ein Verdacht auf eine Leberentzündung (Hepatitis C) vor, so wird zunächst nach Antikörpern gegen das Hepatitis-C-Virus (Anti-HCV) gesucht. Bei einem positiven Antikörpertest, wird die Erbsubstanz des Hepatitis-C Virus (RNA) bestimmt. Je mehr RNA vorhanden ist, desto aktiver ist die Krankheit. Diese Untersuchung ist für die Therapieplanung wichtig. Zudem wird die für die weitere Therapieplanung die Unterart des Hepatitis-C-Virus im Blut bestimmt, die sogenannte Genotypisierung.

Hepatitis C: Therapie

Bei einer akuten besteht die Möglichkeit einer Behandlung in Form von Alpha-Interferon – einer Substanz, die gegen Viren wirkt. Sie kann den Übergang in eine chronische Hepatitis verhindern. Das gelingt bei über 95 Prozent der Fälle. Zusätzlich werden auch, so vorhanden, die allgemeinen Symptome behandelt. In der Regel dauert die Therapie 24 Wochen. Sie sollte jedoch innerhalb der ersten vier Monate nach der Infektion beginnen.

Hepatitis-C-Behandlung mit Medikamenten

Liegt bereits eine chronische Hepatitis vor, ist eine Kombinationstherapie als Hepatitis-C-Behandlung möglich. Diese besteht aus Interferon und Ribavirin. Letzteres verhindert, dass sich die Viren vermehren. Daher wird es auch als Virostatikum bezeichnet. Abhängig vom Virustyp und von der Virusmenge kann die Therapie zwischen 16 und 72 Wochen dauern. Der Erfolg ist unterschiedlich, die Raten reichen von 50 bis 90 Prozent.

Aber es gibt auch Gegenanzeigen für eine Therapie, dazu gehören zum Beispiel aktueller Missbrauch von Alkohol und Drogen, ein Alter unter 3 Jahren oder eine Schwangerschaft.

Die besten Tipps zur Leberentgiftung

Hepatitis C: Vorbeugen

Im Gegensatz zu anderen Hepatitis-Formen ist eine Impfung gegen den Hepatitis-C-Virus, der die Leberentzündung Hepatitis C auslöst, nicht möglich. Früherkennung und Vorbeugung sind daher umso wichtiger.

Die hohe Wandlungsfähigkeit des ist ein Grund dafür, warum es bis heute keinen Impfstoff gegen das Virus gibt. Allerdings sollten sich Menschen mit einer Hepatitis-C-Virusinfektion, die bislang noch keine Hepatitis A oder Hepatitis B hatten, gegen diese beiden Formen der Leberentzündung impfen lassen. Beide Erkrankungen können den Verlauf der Hepatitis C deutlich verschlimmern.

Sich bei einer Bluttransfusion mit Hepatitis-C-Viren (oder auch HIV) anzustecken, ist mittlerweile zumindest in unseren Breiten kaum noch möglich. Jede Blutspende wird in Deutschland genauestens überprüft.

Auch das Risiko, sich beim Zusammenleben mit einem bereits infizierten Menschen mit Hepatitis C anzustecken, ist gering. Allerdings sollte man im Umgang mit infizierten Menschen einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um ganz sicher zu gehen. Dazu gehört, Gegenstände nicht gemeinsam zu benutzen, die mit infiziertem Blut in Berührung gekommen sein könnten, z.B. Rasierklingen, Zahnbürsten oder Nagelknipser.

Beim Anbringen von Tattoos oder Piercings sollte man auf Sterilität der Hilfsmittel achten. Außerdem dürfen Spritzen nicht von mehreren Personen genutzt werden. In den Industrieländern betrifft dies in erster Linie Drogenabhängige, die sich ihre Rauschmittel spritzen. Daher gibt es zum Beispiel die sogenannten Fixerstuben, in denen sterile Injektionsbestecke zur Verfügung gestellt werden. Und auch wenn das Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr anzustecken, eher gering ist, empfiehlt es sich dennoch, Kondome zu benutzen – vor allem, wenn man häufiger den Partner wechselt.

Regelmäßige Kontrollen bei Verdacht auf Infizierung

Im Falle einer möglichen Infizierung, zum Beispiel nach einer Nadelstichverletzung, wird in regelmäßigen Abständen von zwei bis vier Wochen sowohl die HCV-Antikörperbestimmung als auch eine Untersuchung auf HCV-DNA durchgeführt. Diese Kontrollen erfolgen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Dadurch ist eine sofortige Therapie gewährleistet, sobald der Nachweis einer akuten Infektion erfolgt. Wird eine Hepatitis C im ersten halben Jahr nach der Infektion entdeckt und behandelt, kann eine 24-wöchige Interferon-Therapie in mehr als 90 Prozent der Fälle zur Heilung führen.

Sicherheit auf Reisen: Hier lauert Infektionsgefahr

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. September 2009
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention: Hepatitis C - General Fact Sheet ( General Fact Sheet ) Herold G (Hrsg.): Innere Medizin 2007. Selbstverlag Kompetenznetz Hepatitis: -Deutsche Leberstiftung: Hepatitis C - Informationen für Ärzte (Stand: April 2008) (Informationen für Ärzte) - Deutsche Leberstiftung: Hepatitis C -Informationen für Betroffene und Angehörige (Stand: Januar 2009) (Informationen für Patienten) Robert Koch-Institut: - Hepatitis C: RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte ( Merkblätter für Ärzte) - Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland - Virushepatitis B, C und D im Jahr 2008. Epidemiologisches Bulletin Nr. 20 18. Mai 2009: 189-199 (Epidemiologisches Bulletin)

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
Kurkuma: Curry-Gewürz gegen Hepatitis C
Wirkstoff Curcumin verhindert Leberentzündung

Der Wirkstoff Curcumin sperrt Hepatitis-C-Viren aus menschlichen Leberzellen aus mehr...

Sieben Fakten zur Leber
Hepatitis

Kaffee tut der Leber gut, Schimmel schadet ihr noch mehr als Alkohol mehr...

Hepatitis D
Nur in Kombination mit Hepatitis-B

Die Hepatitis D ist eine virale Leberentzündung, die durch das Hepatitis-D-Virus verursacht wird. Das Besondere ist, dass die Hepatitis D nur dann auftreten kann, wenn der Betroffene gleichzeitig eine... mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang