Pollenallergie lindern

Hausmittel und Tipps gegen Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen. Behandelt wird mit Medikamenten. Verschiedene Hausmittel und Tipps können helfen, die pollenreiche Zeit zu überstehen. Duschen, essen, lüften, Sport treiben: Was gegen das Niesen und Jucken hilft.

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Meerluft zu atmen – oder auch den Dampf von heißem Salzwasser – ist ein simples, aber effektives Hausmittel gegen Heuschnupfen.
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Bei einer Pollenallergie ist die richtige Therapie wichtig, denn bei einem unbehandelten Heuschnupfen steigt das Risiko, zusätzlich an einem allergischen Asthma zu erkranken. Gegen die Symptome des Heuschnupfens stehen verschiedenen Medikamente als Tabletten, Nasensprays und Augentropfen zur Verfügung. Dauerhaft geheilt wird Heuschnupfen nur durch eine Hyposensibilisierung.

Neben antiallergischen Medikamenten können Sie aber auch eine Reihe an Hausmitteln gegen Heuschnupfen einsetzen um die Symptome zu lindern und die pollenreiche Zeit besser zu überstehen.

13 Heuschnupfen-Mythen: wahr oder falsch?

 

Bewährte Hausmittel gegen Heuschnupfen:

  • Ein Dampfbad mit Kochsalzlösung befeuchtet die Nasenschleimhaut und lindert so den Juckreiz bei Heuschnupfen. Bringen Sie Wasser in einem Topf zum Kochen und lösen Sie etwa ein bis zwei Teelöffel Kochsalz darin. Nehmen Sie den Kochtopf vom Herd und inhalieren Sie den salzhaltigen Dampf vorsichtig für etwa zehn Minuten ein.

  • Nasenspülungen beziehungsweise eine Nasendusche mit Kochsalzlösung (zum Kaufen oder selbstgemischt) spült die Pollen ebenfalls von der Nasenschleimhaut herunter.

  • Ein feuchter Lappen auf den Augen hilft gegen quälenden Juckreiz, den die Pollen verursachen. Befeuchten Sie einen Stofflappen mit kaltem Wasser und legen Sie ihn für mehrere Minuten auf beide Augen. Bei Bedarf können Sie dem Wasser Augentrost hinzufügen.

  • Träufeln Sie mehrere Tropfen Pfefferminzöl in eine Schüssel mit Wasser. Die ätherischen Öle erleichtern das Durchatmen und wirken schleimlösend.

  • Ähnlich gut gegen Heuschnupfen wirkt eine Inhalation oder ein Bad mit Eukalyptusöl. Auch Fenchelöl oder Dillöl können die Bronchien beruhigen.

Alltagstipps: Was Sie noch gegen Heuschnupfen tun können

Eine ganze Reihe an Maßnahmen kann zudem helfen, die Pollenbelastung im Alltag zu verringern und die Heuschnupfenzeit besser zu überstehen.

Täglich duschen & Haare waschen:

Vor allem in den Haaren verfangen sich Allergie auslösende Pollen. Waschen Sie sich vor dem Zubettgehen den Kopf, um die Allergene nicht die ganze Nacht einzuatmen.

Schlafzimmer pollenfrei halten:

Die Kleidung, die sie tagsüber tragen, sammelt jede Menge Pollen auf. Entkleiden Sie sich deshalb nicht im Schlafzimmer, sondern in einem anderen Raum, beispielsweise im Bad.

Richtig lüften:

Die Pollenbelastung ist über den Tag verteilt unterschiedlich. Auf dem Lande ist sie in den frühen Morgenstunden bis etwa gegen 11 Uhr am höchsten, in der Stadt eher abends. Zu dieser Zeit sollten die Fenster geschlossen gehalten werden

Pollenfilter am Fenster:

Wer auf Frischluft nicht verzichten kann, sollte Pollenfilter an den Fenstern installieren, vor allem im Schlafzimmer. Sie können zwar Blütenpollen nicht 100-prozentig abhalten, bringen jedoch eine spürbare Verbesserung. Die Filter lassen sich ähnlich leicht wie ein Fliegengitter anbringen, reduzieren allerdings den Lichteinfall. Der Pollenfilter sollte regelmäßig mit Wasser gereinigt werden - am besten mit Mundschutz oder von einem Nicht-Allergiker.

Täglich feucht wischen:

Vor allem in der pollenreichen Zeit sollten glatte Flächen in den Wohn- und Schlafräumen (Böden, Möbel, Fensterbretter) häufig feucht abgewischt werden. Das kann die Pollenmenge reduzieren. Bei Teppichböden und Polstern kann ein Allergiker-Staubsauger mit einem Feinstaubfilter helfen, weniger Staub aufzuwirbeln. Sorgen sie  für eine möglichst allergiefreundliche Wohnung mit wenig Polstern, Teppichen und Textilien, in denen sich Pollenstaub verfängt.

Autofahren:

Niesen, Dauerschnupfen und tränende Augen: Im Straßenverkehr setzen Heuschnupfen-Symptome die Fahrtüchtigkeit herab und erhöhen das Risiko für unachtsames Fahren und Autounfälle. Autofahrer sollten deshalb auch bei leichten Beschwerden antiallergische Medikamente einnehmen. Achten Sie zusätzlich darauf,  dass vor und während der Fahrt die Fenster geschlossen bleiben. Eine gut gewartete Klimaanlage und ein regelmäßig getauschter Pollenfilter sorgen dafür, dass der Innenraum nicht mit Pollen überflutet wird.

Brille statt Kontaktlinsen:

Tragen Sie in der Allergiesaison lieber eine Brille statt Kontaktlinsen, besonders an Tagen mit starker Pollenbelastung. Die Brille ist auch dann die bessere Alternative, wenn die Augen durch die Allergie schon jucken oder tränen und die Lider geschwollen sind. Denn die Allergene können an der Oberfläche der Linsen kleben bleiben, im Lauf der Zeit darunter geraten und so die Augen des Trägers zusätzlich reizen. Eine Brille oder Sonnenbrille kann zudem einige der Pollen in der Luft von den Augen fernhalten.

Die besten Tipps gegen Heuschnupfen

 

Sport:

Bei Pollenflug sollten Sie nur gemächlich trainieren, denn das Immunsystem ist durch die Allergie geschwächt, und zu viel Sport würde den Körper zusätzlich belasten. Wer in der Heuschnupfen-Saison nicht in geschlossenen Räumen körperlich aktiv sein möchte, entscheidet sich am besten für Wassersportarten oder zumindest Sport am Wasser oder in den Bergen. Dort ist die Pollenbelastung deutlich geringer. Auch Fahrradtouren in der Nähe eines Gewässers bietet sich an, um aktiv zu sein. Ein Sporturlaub in den Bergen lässt die Nase weniger laufen und die Augen weniger tränen, weil die Pollen meist in den Tälern bleiben.

Ein idealer Zeitpunkt für die Bewegung an der frischen Luft ist außerdem, wenn gerade ein längerer Sommerregen niedergegangen ist. Dann sind viele Pollen aus der Luft gewaschen. Bei einem kurzen Platzregen ist dagegen Vorsicht geboten: Er verschlimmert die Beschwerden bei vielen Heuschnupfen-Patienten sogar noch.

Urlaub:

Gönnen Sie sich eine Pollen-Auszeit: Wer seinen Urlaub klug plant, kann allergische Beschwerden bis hin zum Asthma verringern. Denn in den Bergen und am Meer ist die Pollenbelastung viel geringer. Besonders positiv wirkt sich ein Aufenthalt in sogenannten "Reinluftgebieten" aus, wie man sie in einigen Tälern der Hochgebirge findet. Das besondere Mikroklima, das hier vorherrscht, ist etwas sanfter und vor allem nahezu frei von Pollen, Schimmelpilzsporen, Abgasen und Feinstaub.

Auch die jodhaltige, pollenarme Seeluft ist für viele Heuschnupfen-Geplagte eine Wohltat. Für alle Allergiker empfiehlt es sich, eine Unterkunft zu wählen, in der man auf die besonderen Bedürfnisse eingerichtet ist.

Gesund essen:

Die Ernährung hat Einfluss auf die Schwere der Allergie-Symptome. Mehrere Studien zeigen, dass eine an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung vor Heuschnupfen schützen kann. Allergiker, die sich mediterran ernährten – mit viel frischem Obst und Gemüse, Fisch, Olivenöl und Nüssen – entwickelten weniger Allergien und Asthma-Symptome. Vorsicht jedoch bei einer möglichen Kreuzallergie: Allergiepatienten, die auf Birke, Erle und Hasel reagieren, vertragen hingegen rohes Stein- oder Kernobst oft nicht, etwa Kirschen, Äpfel, Birnen und Kiwis.

Viel Wasser befeuchtet zudem die Schleimhäute und stärkt die Pollenbarriere. Salami und Käse hingegen können die Beschwerden des Heuschnupfens eher verschlimmern.

Die besten Lebensmittel gegen Allergien

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. November 2017
Durch: es
Quellen: Bachmann, S., Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin. Urban & Fischer Verlag, München 2005 Füller, I.: Allergien. Diagnose, Vorbeugung, Behandlung. Stiftung Warentest und Verbraucherzentrale NRW e.V., Berlin 2007 Glaser, H.: Alte und neue Hausmittel zur äußeren Anwendung. Gesundheitspflege initiativ, gemeinnützige Bildungsgesellschaft mbH Esslingen, Esslingen 2008 Grönemeyer, D.: Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2008 Wurzel, B., Marklstorfer, B.: Die besten Hausmittel für Kinder. Südwest Verlag, München 2006

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