Forschung

Hirnstimulator schaltet Depression ab

Hirnstimulator schaltet Depression ab
Die Tiefe Hirnstimulation (THS) scheint sich bei einem Teil von Depressions-Patienten zu bewähren.
© panthermedia.net / James Steidl

Die Tiefe Hirnstimulation (THS) scheint sich tatsächlich bei einem Teil der Patienten zu bewähren. Zumindest jeder zweite Depressive kommt nach Daten einer kleinen Studie damit aus einem schweren Stimmungstief.

Die THS hat sich vor allem bei M. Parkinson und Dystonien bewährt. Sie wird seit einigen Jahren aber auch experimentell bei schwerst Depressiven angewandt, bei denen weder Arzneien noch die Elektrokrampfbehandlungen eine Wirkung zeigen.

Mit der THS wurden dabei in Einzelfällen oft beachtliche Erfolge erzielt, so verschwanden die Depression zum Teil, sobald der Stimulator eingeschaltet wurde. Inzwischen testen mehrere Forschergruppen weltweit die Methode, wobei die Elektroden in unterschiedliche Hirnbereiche implantiert werden. Nun haben deutsche Forscher um Professor Thomas E. Schläpfer von der Uni Bonn erste Daten zu zehn Patienten publiziert, denen sie die Elektroden in den Nucleus accumbens implantiert hatten ( Biological Psychiatry 67/2, 2010, 110). Dies Areal vermittelt aversive oder belohnende Antworten auf emotionale Stimuli. Fehlfunktionen führen zu Angst oder Verlust an Lebensfreude.

Die Patienten hatten zu Beginn einen mittleren Wert auf der Hamilton-Depressionsskala (HAMD) von 32,5 - sie waren also äußerst schwer depressiv. Die Depression dauerte im Schnitt seit elf Jahren, und die Patienten hatten über 20 erfolglose Therapieversuche hinter sich. Nach Implantation des Stimulators sprachen fünf Patienten gut auf die THS an: Bei ihnen fiel der HAMD-Wert um fast 20 Punkte - und war auch ein Jahr später nicht wieder angestiegen. "Erste Wirkungen zeigten sich bereits nach einigen Tagen", so Schläpfer, "das ging so weit, dass einige nach Jahren der Arbeitsunfähigkeit wieder arbeiten konnten". Doch nicht nur die Depressionen gingen zurück, auch Ängste wurden gelindert und die Patienten waren deutlich aktiver.

Autor: mut / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen der http://www.aerztezeitung.de

Neueste Fragen aus der Community
Hören Sie zu - reden Sie mit

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgelesen in dieser Rubrik
Antidepressiva bringen sofortige Besserung
Medikamentöse Behandlung

Englische Wissenschaftler berichten, dass Antidepressiva entgegen der weitverbreiteten Annahme sofort zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. mehr...

Neuer Wirkstoff gegen Panikattacken auf dem Prüfstand
Angstattacken

Ein Forscherteam hat einen neuen Wirkstoff entwickelt, der krankhafte Angstschübe effektiv mildert. Und das Beste: Er kommt ganz ohne Nebenwirkungen aus. mehr...

Erfolgreich gegen Depression und Angst
Ratgeber zur Selbsthilfe

Niedergeschlagen, energielos, unzufrieden oder überlastet? Der neue Ratgeber „Erfolgreich gegen Depression und Angst“ gibt Ihnen Tipps zur Selbsthilfe und hilft Ihnen bei der Entscheidung ob eine ernste... mehr...

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Wie hoch ist das Risiko, mindestens einmal im Leben eine Depression zu bekommen?
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Einfach, schnell und kostenlos den richtigen Arzt finden und online Termine vereinbaren

Arzt finden
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.



Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang