Was gehört dazu?

Gynäkologische Krebsfrüherkennung

Vom 20. Lebensjahr an haben gesetzlich krankenversicherte Frauen Anspruch auf eine jährliche gynäkologische Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen im Genitalbereich.

Patientin beim Gynäkologen
Gebärmutterhalskrebs: Eine Gewebeprobe vom Muttermund gewinnt der Frauenarzt bei der Untersuchung.
(c) Keith Brofsky

Gesetzlich krankenversicherte Frauen können vom 20. Lebensjahr an einmal pro Jahr eine kostenlose Krebsfrüherkennungsuntersuchung vom Frauenarzt vornehmen lassen. Diese Untersuchung ist freiwillig. Allerdings wird die Teilnahme empfohlen, da die rechtzeitige Diagnose und Behandlung die Heilungschancen bei vielen Krebserkrankungen verbessern.

Anamnese und Krankenvorgeschichte

Die gynäkologische Untersuchung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über bestehende aktuelle Beschwerden der Patientin. Dabei spricht der Arzt mit der Patientin auch über die Monatsblutung, z.B. darüber, ob diese regelmäßig erfolgt und von starken Schmerzen oder übermäßigen Blutungen begleitet ist. Handelt es sich bei einer Patientin um die erste Untersuchung in der Praxis, erfasst der Gynäkologe zudem ihre Krankenvorgeschichte und in der Familie aufgetretene Krebserkrankungen.

Untersuchung der äußeren Genitalien

Nach dem einführenden Gespräch bittet der Arzt die Patientin, den Unterkörper für die gynäkologische Untersuchung zu entkleiden und auf dem Behandlungsstuhl Platz zu nehmen. Er beginnt die Untersuchung in der Regel mit einer Begutachtung der äußeren Genitalien. Dabei kann er Veränderungen (Rötungen, Schwellungen, kleine Geschwüre u.a.), die auf eine Erkrankung im Bereich der Vulva hindeuten, feststellen.

Untersuchung der inneren Genitalien

Um die inneren Genitalien zu begutachten, führt der Arzt eine Tastuntersuchung der Scheide und des Gebärmuttermundes durch. Er kann dabei z.B. verhärtete oder verklebte Bereiche erfassen. Anschließend betrachtet er mit einem speziellen Spiegel, Spekulum genannt, die Scheide und den Muttermund am Gebärmutterhals. Aus der Scheide entnimmt er mit einem Wattestäbchen Scheidensekret, um es unter dem Mikroskop auf Infektionszeichen zu untersuchen.

PAP-Test

Für die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen macht der Arzt  einen Abstrich vom Gebärmuttermund und dem Gebärmutterhals. Dieser wird anschließend von einem Pathologen mit einem besonderen Verfahren gefärbt und mikroskopisch auf ungewöhnliche Zellveränderungen oder Entzündungszeichen untersucht.

Befund Bedeutung Weitere Maßnahmen
Pap 0 Das Material kann nicht ausgewertet werden Neuer Abstrich notwendig
Pap I Normales Zellbild nicht notwendig
Pap II Leichte Entzündungen erkennbar nicht notwendig
Pap III Zellmaterial kann nicht eingeschätzt werden Evtl. Gewebeuntersuchung
Pap IIID Verdacht auf leichte bis mittelstarke Veränderungen an den Zellen Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Zellabstrich nach drei Monaten
Pap IVa Verdacht auf schwere Zellveränderungen, evtl. Frühstadium eines Tumors Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung
Pap IVb Verdacht auf schwere Zellveränderungen oder Tumor im Frühstadium. Beginn einer Krebserkrankung kann nicht ausgeschlossen werden Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung
Pap V Zellen eines bösartigen Tumors können nachgewiesen werden Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung

 

Tastuntersuchung der Brust

In die gynäkologische Früherkennungsuntersuchung eingeschlossen ist ab dem 30. Lebensjahr eine Tastuntersuchung der Brust. Der Frauenarzt kann hierbei eventuelle Verhärtungen und andere knotige Veränderungen im Gewebe feststellen. Außerdem kontrolliert er, ob Lymphknoten in den Achselhöhlen angeschwollen sind. Bei Nachfrage kann der Arzt eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust geben.

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