Beikost einführen

Beikostplan fürs erste Lebensjahr: Babybrei löst Muttermilch ab

Frühestens ab dem fünften und spätestens ab dem siebten Lebensmonat sollten Eltern Beikost einführen. Um das Baby an neue Lebensmittel zu gewöhnen, orientiert man sich am besten an einem Beikostplan: Er besteht aus drei Phasen, in denen der Speiseplan monatlich um einen weiteren Babybrei ergänzt wird. Diese kann man entweder kaufen oder mithilfe unserer Rezepte selber machen.

Beikost fürs Baby
Der Beikostplan wird in drei Phasen eingeteilt, in denen der Speiseplan jeweils um einen Brei ergänzt wird.
© iStock.com/ilmoro100

In den ersten vier Lebensmonaten sollte das Baby ausschließlich mit Muttermilch oder Fertigmilch gefüttert werden. Die Einführung der Beikost fürs Baby ist vor dem fünften Monat nicht ratsam. Bis zum vollendeten dritten Lebensmonat kann das Kind andere Nahrungsmittel in Magen und Darm kaum verwerten. Zudem werden mit komplexeren Nahrungsmitteln die Nieren unnötig stark belastet, da sie mehr Abbaustoffe als bei reiner Milchkost verarbeiten müssen. Zufüttern von Beikost kann das Saugbedürfnis des Babys und damit die Milchbildung bei der Mutter verringern.

Beikoststart ab wann?

Einen Stichtag, wann zur Muttermilch andere Lebensmittel hinzukommen sollten, gibt es nicht. Aber ab dem fünften Monat zeigen die Kleinen zunehmend, dass sie Milch alleine nicht mehr satt macht. Der Säugling will immer mehr trinken. Außerdem hat sich das Kind weiterentwickelt:

  • Zwischen dem fünften und siebten Monat verschwindet der Saugreflex. Das Baby schiebt den Brei nicht mehr automatisch aus dem Mund, sondern versucht zu schlucken.

  • Die Verdauungsfunktion und die Nieren sind gereift. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, auch festere Nahrung gut zu verdauen.

  • Das Baby kann sein Köpfchen sicher halten und nach und nach auch ohne Stütze frei sitzen – eine weitere Voraussetzung für das Füttern mit dem Löffel.

  • Das Baby beginnt, alles in den Mund zu stecken, um es mit Zunge oder Gaumen zu erforschen.

  • Es schaut neugierig zu, wenn andere etwas essen und versucht, ebenfalls die Hand zum Mund zu führen.

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Beikost wird in Form von Babybrei eingeführt. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund empfiehlt, im Abstand von jeweils einem Monat den Speiseplan um bestimmte Lebensmittelgruppen zu ergänzen. Die drei Phasen im Überblick:

  • fünfter bis siebter Monat: Gemüsebrei mit Kartoffeln und Fleisch
  • sechster bis achter Monat: Brei aus Milch und Getreide
  • siebter bis neunter Monat: Brei aus Getreide und Obst

Währenddessen sollten Mütter weiter stillen, solange sie und ihr Kind das möchten. Die Beikostempfehlungen gelten ebenso für allergiegefährdete Kinder. Allergieauslösende Lebensmittel müssen also nicht gemieden werden. Getreide sollte in kleinen Mengen auch Gluten enthalten. Dadurch verringert sich das Risiko für die Entwicklung einer späteren Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) um 50 Prozent.

Phase 1 des Beikostplans: fünfter bis siebter Lebensmonat

Nach den ersten vier Monaten nimmt der Appetit des Babys zu. Zwar bleibt Mutter- oder Säuglingsmilch ein Hauptbestandteil der Babyernährung, doch sie allein reicht jetzt nicht mehr aus. Für eine normale und gesunde Entwicklung müssen zusätzlich Energie, Eiweiß, Kalzium, Eisen und Vitamine aufgenommen werden.

Bei der ersten Beikost steht die neue Sinneserfahrung an erster Stelle. Durch Schlucken, Riechen, Tasten und Fühlen erschließt sich das Kind Stück für Stück mehr von seiner Welt. Die Essfreude kann Rückschläge erleiden, die mitunter einige Tage anhalten, dann aber wieder verschwinden.

Welche Mahlzeit zuerst ersetzen?

Am besten ist es, den Gemüsebrei als Mittagsmahlzeit einzuführen. So ist vormittags genügend Zeit, in Ruhe alles vorzubereiten. Außerdem beeinflussen eventuelle Startschwierigkeiten bei Babys Verdauung nicht die Schlafenszeit nachts.

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Lifeline / Wochit

Rezept für Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Als erste Beikost ist ein Brei aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse besonders günstig. Er liefert Energie, Eisen, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine. Um das Kind an diese Babykost heranzuführen, starten Sie am besten mit einem reinen Möhrenbrei, den Kinder aufgrund des süßlichen Geschmacks besonders gerne mögen. Im Abstand von ein paar Tagen fügen Sie jeweils Kartoffel, Fleisch, Öl und Obstsaft hinzu.

  • 90 bis 100 Gramm (g) Gemüse (etwa Karotte, Brokkoli oder Blumenkohl)
  • 40 bis 60 g Kartoffeln
  • 20 bis 45 g Obstsaft
  • 20 bis 30 g Fleisch (ab und zu mit Fisch abwechseln)
  • 8 bis 10 g Pflanzenöl (zum Beispiel Rapsöl) oder Butter

Gemüse putzen, Kartoffeln schälen und beides klein schneiden. Mit zerkleinertem Fleisch etwa zehn Minuten in wenig Wasser garen. Den Obstsaft beimengen und pürieren. Öl unterrühren.

Auch eine vegetarische Ernährung mit reinem Gemüsebrei ist unbedenklich, sofern Milch und Milchprodukte zum Einsatz kommen. Damit Ihr Kind mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird, lassen Sie sich am besten von einer Fachkraft für Ernährung beraten. Vor einer veganen Ernährung von Kleinkindern wird gewarnt, weil sie Mangelerscheinungen begünstigt, die mitunter schwere Schäden auslösen können.

Phase 2 des Beikostplans: sechster bis achter Lebensmonat

Wurde bereits ab dem fünften Monat mit der Beikost begonnen, ergänzt jetzt ein Brei aus Vollmilch und Getreide den Speiseplan. Es bietet sich an, die abendliche Milch- oder Stillmahlzeit durch diesen Brei zu ersetzen. Milch leistet einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Kalziumbedarfs. Empfehlenswert ist Kuhmilch als pasteurisierte Vollmilch oder auch die ultrahocherhitzte H-Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett. Von Rohmilch ist abzuraten, da sie den hygienischen Anforderungen der Säuglingsmilch nicht entspricht. Auch fettarme Milch (1,5 Prozent Fett) ist ungeeignet, weil sie zu kalorienarm ist.

Rezept für Milch-Getreide-Brei

  • 100 Milliliter (ml) Wasser
  • 100 ml frische Vollmilch
  • 3 bis 4 Esslöffel (EL) Hafer-Schmelzflocken
  • 1 EL Rapsöl
  • 3 EL Apfelsaft

Wasser, Vollmilch und Schmelzflocken in einen Topf geben. Unter ständigem Rühren etwa eine Minute kochen. Apfelsaft und Rapsöl unterrühren und den Brei abkühlen lassen. Als Getreideschmelzflocken eignen sich neben Hafer auch Dinkel, Hirse oder Weizen.

Es ist wichtig, die Milch Anfangs mit Wasser zu verdünnen, dies macht den Brei leicht verdaulich. Ab einem Alter von acht Monaten kann man das Wasser weg lassen und 200ml Vollmilch verwenden. Ein Fertigbrei zum Anrühren mit Wasser sollte nur wenig Zucker enthalten.

Phase 3 des Beikostplans: siebter bis neunter Lebensmonat

Ab dem siebten Monat vervollständigt der Getreide-Obst-Brei zum Beispiel als Nachmittagsbrei den Speiseplan. Er liefert dem Baby die nötige Energie und wichtige Vitamine. Hierbei ist frisches Obst wichtig, da es sekundäre Pflanzenstoffe enthält, die für Zellen und Abwehrkräfte wichtig sind. Der Getreide-Obst-Brei enthält keine Milch.

Rezept für Getreide-Obst-Brei

  • 90 ml Wasser
  • 100 g püriertes Obst (zum Beispiel Apfel, Banane oder Pfirsich)
  • 20 g Hafer-Schmelzflocken
  • 1 EL Rapsöl

Getreideflocken in Wasser aufkochen und anschließend Obst und Öl unterrühren.

Das Kind erhält nun dreimal am Tag eine Breimahlzeit und braucht Getränke zusätzlich zur Mutter- beziehungsweise Fertigmilch. Experten empfehlen Trinkwasser, das nicht abgekocht zu werden braucht.

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Zehnter bis zwölfter Monat: Familienkost

Langsam kann das Kind an feste Nahrung gewöhnt werden. Schrittweise sollte eine Breimahlzeit durch die sogenannte Familienkost ersetzt werden, die idealerweise aus drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten besteht. Das Kind darf nahezu alles essen, was auch beim Familienessen auf dem Speiseplan steht. Ausnahmen sind rohe tierische Lebensmittel und Sprossen, weil sie Keime enthalten können. Bei sehr kleinen Beeren und Nüssen besteht zudem Verschluckungsgefahr.  Achten Sie beim Selberkochen darauf, Salz, Zucker, Fett und scharfe Gwürze eher sparsam zu verwenden.

Spezielle "Kinderlebensmittel" sind nicht nötig. Die Werbung für angereicherte Functional-Food-Produkte hält selten, was sie verspricht: Die ausgelobten Zusätze an Milch, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sind, auf den Tagesbedarf bezogen, oft entweder minimal, überdosiert oder überflüssig. Diese Angaben lenken von der Tatsache ab, dass das Produkt ansonsten viel Zucker, Fett und Kalorien enthält – und darüber hinaus auch noch teurer ist.

Babybrei selber kochen oder fertig kaufen?  

Babynahrung aus dem Gläschen ist praktisch und spart Zeit. Jedoch entspricht die Zusammensetzung der Fertigmenüs nicht in jedem Fall den gängigen Empfehlungen. Weil Kinder im ersten Lebensjahr besonders schnell wachsen, ist eine ausgewogene Ernährung mit allen erforderlichen Nährstoffen wichtig. Gleichzeitig ist der kindliche Organismus sehr empfindlich und muss vor Schadstoffen geschützt werden. Gläschenkost hat Vor- und Nachteile:

  • Industriell hergestellter Babybrei unterliegt besonders strengen Bestimmungen und ist praktisch frei von Rückständen.

  • In Gläschenkost sind oft unnötige Zusätze und zu viel Salz und Gewürze enthalten. Sie verfälschen den Geschmack. Das Baby wird bereits früh an intensive Aromen, Zucker und Gewürze gewöhnt.

  • Fertig-Brei weist mitunter einen zu geringen Energie- und Fettgehalt auf.

  • Wird das Baby nur über Gläschenkost ernährt, erhält es mit acht bis zwölf Gramm zu wenig Fleisch pro Tag. Das FKE empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 20 Gramm.

Es spricht nichts dagegen, fertige Babybreis einzusetzen. Diese sind in ausgewählten Supermärkten, Drogerien und im Internet erhältlich. Achten Sie dabei aber auf Produkte, die mit wenigen Zutaten auskommen. Fleischhaltige Gläschen sollten keine Milch enthalten, da sie die Eisenaufnahme im Darm behindert. Um die Eisenverwertung zu verbessern, kann man Saft oder Obst-Brei unter die Mahlzeit rühren. Der Fett- und Energiegehalt der Babynahrung lässt sich mit einem Teelöffel Rapsöl aufbessern.

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