Hilfsmittel gegen Blasenschwäche

Windeln und Co. bei Inkontinenz: Was bezahlt die Krankenkasse?

Welche Hilfsmittel bei Blasenschwäche erstattungsfähig sind

In der Regel gibt es keine Probleme bei der Kostenerstattung von Hilfsmitteln für Blasenschwäche wie Kathetern, Urinsammelbeuteln oder Kondom-Urinalen. Bei aufsaugenden Hilfsmitteln ist die Sachlage etwas komplizierter.

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Erstattungen durch Krankenkassen bei Inkontinenz, zum Beispiel für Windeln, können sich kompliziert gestalten. Es ist wichtig, dass der Arzt das Rezept für Hilfsmittel bei Blasenschwäche richtig ausstellt, damit keine Mehrkosten entstehen.
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Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für Hilfsmittel bei Blasenschwäche im Rahmen der Festbeträge, wenn eine Blasenschwäche des Grades 2 oder 3 vorliegt. Gleiches gilt, wenn die Blasenschwäche Folge einer Grunderkrankung, eines Schlaganfalls, einer Diabetes-Erkrankung, einer neurologischen Krankheit, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, oder Folge einer Operation ist. Rezepte dafür belasten das Budget des Arztes nicht. Es gelten die üblichen Zuzahlungsbedingungen.

Allerdings stufen die gesetzlichen Krankenkassen aufsaugende Hilfsmittel als Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens ein, die nicht erstattungsfähig sind. Aber es gibt folgende Ausnahmen:

  • Die Hilfsmittel werden aufgrund von Hauterkrankungen wie Wundliegen oder Entzündungen eingesetzt werden.
  • Schwere Behinderungen, bei denen ohne den Einsatz dieser Hilfsmittel Hauterkrankungen zu befürchten wären (zum Beispiel bei Lähmungen).
  • Die Mittel müssen eingesetzt werden, damit der Betroffene am sozialen Leben teilnehmen kann.

Lassen Sie sich also nicht von Ihrer Krankenkasse mit dem Argument abspeisen, aufsaugende Hilfsmittel seien Gebrauchsgegenstände und daher nicht erstattungsfähig. Einer der drei Punkte trifft sicher auch auf Sie beziehungsweise Ihr zu versorgendes Familienmitglied zu.

Festverträge mit Hilfsmittel-Lieferanten

Krankenkassen können Festverträge mit Hilfsmittel-Lieferanten abschließen. In der Regel verlangt die Kasse, bei einer Erstverschreibung das Rezept genehmigen zu lassen. Mit der Genehmigung erhalten Sie dann die Liste mit infrage kommenden Herstellern und Lieferanten für Produkte und -Hilfsmittel bei Blasenschwäche. Die Einlösung von Rezepten ist nur in Apotheken und im Sanitätsfachhandel möglich. Die freie Händlerwahl ist so seit 2009 bis auf wenige Ausnahmen weggefallen.

Was kostet die Hilfsmittelversorgung bei Inkontinenz mindestens?

Die Krankenkassen bezahlen einen Festbetrag je nach Saugkraft zwischen 0,28 und 0,49 Cent pro Vorlage beziehungsweise eine Pauschale pro Monat von 33 Euro. Wenn Sie mit den von den Kassen finanzierten Produkten auskommen, liegt die finanzielle Belastung für die Versorgung eines Blasenschwäche-Patienten bei 3,30 Euro pro Monat in Form der üblichen Zuzahlung (zehn Prozent pro Monat auf 33 Euro). Höhere Ansprüche finanzieren die Kassen nicht. Wünschen Sie eine höherwertige Versorgung, müssen Sie diese selbst finanzieren beziehungsweise eine Aufzahlung leisten.

Was auf dem Rezept für Inkontinenz-Windeln stehen sollte

Achten Sie bei Blasenschwäche darauf, dass der Arzt das Rezept richtig ausstellt, sonst entstehen schnell Mehrkosten. Hilfsmittel müssen auf einem separaten Rezept ausgestellt werden. Das Rezept muss folgende Punkte enthalten:

  • das Feld mit der Ziffer 7 für Hilfsmittel muss angekreuzt sein
  • die Bezeichnung des Hilfsmittels oder die entsprechende 7-stellige Hilfsmittelnummer
  • die Größe, Saugstärke und Stückzahl
  • den Verordnungszeitraum, meistens Monatsbedarf
  • den Verordnungsgrund
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