Wenn sich die Haut gelb färbt

Neugeborenengelbsucht: Bei den meisten Babys harmlos

Die Neugeborenengelbsucht kommt bei den meisten Babys in den ersten Lebenstagen vor. Diese Gelbfärbung der Haut ist meist harmlos, kann in manchen Fällen aber auch einen schweren Verlauf nehmen. Worauf man achten sollte, damit Gelbsucht bei Babys nicht zur Gefahr wird.

Mutter hält Hand von Säugling
Bei vielen Neugeborenen zeigt sich eine Gelbsucht. In den meisten Fällen verläuft sie harmlos.
(c) Marili Forastieri

Bei der Neugeborenengelbsucht ist der Anteil des Blutfarbstoffs Bilirubin bei Säuglingen im Blut erhöht und sorgt für eine Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und Augen. Das ist bei etwa 60 Prozent aller Neugeborenen in den ersten Lebenstagen der Fall und meist harmlos. Nur in seltenen Fällen verläuft eine Neugeborenengelbsucht schwer.

Die Neugeborenengelbsucht wird meistens am zweiten bis dritten Lebenstag sichtbar und erlebt ihren Höhepunkt am vierten bis fünften Lebenstag, bevor sie allmählich und meist von alleine wieder verschwindet.

So erkennt man die Neugeborenengelbsucht

Ursache für die Gelbsucht ist der gelbe Blutfarbstoff Bilirubin, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht. Gewöhnlich wird er mithilfe der Leber wasserlöslich gemacht und über Stuhl oder Urin ausgeschieden. Da bei Neugeborenen die Leber nur eingeschränkt funktioniert, lagert es sich in der Haut ab.

Neben den typischen Symptomen wie Gelbfärbung weisen auch die Blutwerte auf eine Neugeborenengelbsucht hin: Der Bilirubinspiegel sowie die Konzentration von Retikulozyten, einer Vorstufe der roten Blutkörperchen, ist dann erhöht.

neugeborenengelbsucht
Bei der Phototherapie werden Babys mit Neugeborenengelbsucht blauem Licht ausgesetzt.

Behandlung mit Licht bringt Gelbsucht zum Verschwinden

Bei den meisten Säuglingen verschwindet die Neugeborenengelbsucht von allein wieder. Muss sie doch behandelt werden, hat sich die Phototherapie bewährt: Mithilfe von blauem Licht, dem der Säugling ausgesetzt wird, kann Bilirubin gespalten und ausgeschieden werden. Die Therapie ist schmerzfrei und wird wiederholt angewendet, jeweils über vier bis sechs Stunden hinweg. Während dieser Zeit wird auf Flüssigkeitszufuhr geachtet und die Temperatur im Auge behalten. Ist die Phototherapie nicht erfolgreich, wird das Blut des Säuglings mit Spenderblut ausgetauscht.

Zumeist genügen diese Behandlungsmethoden, um den Bilirubinwert im Blut angemessen zu senken. Verläuft die Neugeborenengelbsucht aber besonders schwer oder wird nicht rechtzeitig therapiert, kann es zum sogenannten Kernikterus kommen: Dabei sammelt sich Bilirubin auch im Gehirn, Nervenzellen können geschädigt werden.

Anzeichen für einen Kernikterus:

  • verstärktes Schlafbedürfnis
  • häufiges Gähnen
  • geringer Drang zu trinken
  • schlaffe Muskulatur
  • Scheinbar grundloses Schreien

Tageslicht fördert Abbau von Bilirubin

Um die Neugeborenengelbsucht rechtzeitig zu erkennen und schwere Verläufe zu verhindern, sollte man den Bilirubin-Wert im Blut auch bei Hausgeburten oder früher Entlassung aus der Klinik analysieren lassen.

Eltern können einiges tun, um den Abbau von Bilirubin zu fördern:

  • Setzen Sie Ihr Baby so oft es geht dem Tageslicht (jedoch keiner direkten Sonneneinstrahlung) aus.

  • Gehen Sie an der frischen Luft spazieren.

  • Wenn der Säugling häufig trinkt, beschleunigt das ebenfalls den Bilirubin-Abbau.

Autor:
Letzte Aktualisierung:24. Dezember 2016
Durch: sist
Quellen: Leitlinien der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin: Hyperbilirubinämie - Diagnostik und Therapie bei reifen gesunden Neugeborenen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 024/007 (Stand: November 2003) Sitzmann, F. C.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2002 Speer, C. P., Gahr, M.: Pädiatrie. Springer Heidelberg 2005 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

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