Mammographie – dem Brustkrebs auf der Spur

Mammographie ist ein Röntgenverfahren, das zur Früherkennung von Brustkrebs sowie zur Abklärung von verdächtigen Befunden in der weiblichen Brust eingesetzt wird. In Deutschland werden darüber hinaus alle Frauen zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre routinemäßig zur Brustkrebsfrüherkennung via Mammographie eingeladen (Mammographie-Screening). Ab wann eine Mammographie sinnvoll ist, wie sie abläuft und welche Risiken sie birgt, lesen Sie hier.

Frau beim Mammografie-Screening
Bei jungen Frauen wird die Mammographie nur bei Verdacht auf Brustkrebs durchgeführt, ab 50 gehört sie zur Krebsvorsorge.
© iStock.com/gorodenkoff

Die Mammographie (alternativ: Mammografie) bezeichnet die Röntgenuntersuchung der Brust (lateinisch: mamma) zum Zwecke der Früherkennung von Brustkrebs. Kleinste Weichteilkontraste und Mikroverkalkungen können durch die Mammographie abgebildet werden. Das macht sie zum wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Brustkrebsdiagnostik.

Artikelinhalte im Überblick:

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Mammographie: (Ab) wann ist sie sinnvoll?

Jährlich erkranken rund 72.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Frauen. Das Brustkrebsrisiko hängt vor allem vom Alter ab. Nur 18 Prozent der Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erkranken am häufigsten an Brustkrebs. Die Hauptaufgaben der Mammographie sind die Früherkennung von symptomlosen Stadien sowie die genaue Diagnose verdächtiger Befunde. Deshalb ist eine Mammographie vor allem in folgenden Fällen sinnvoll:

  • zur Abklärung von verdächtigen Befunden, wenn bei der Selbstuntersuchung der Brust oder der Tastuntersuchung durch die Gynäkologin Unregelmäßigkeiten entdeckt werden

  • bei Hochrisikopatientinnen, in deren Familie gehäuft Brust- oder Eierstockkrebs aufgetreten sind

  • im Rahmen organisierter Reihenuntersuchungen (Screenings) für alle Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren

  • in der Tumornachsorge nach der brusterhaltenden Therapie einer Brustkrebserkrankung

Als Indiz für krankhafte Veränderungen, die eine Mammographie notwendig machen, gelten folgende Symptome:

  •     unscharf begrenzte Knoten

  •     Knoten in der Achselhöhle

  •     Verhärtungen, Vorwölbungen oder Verdickungen

  •     Veränderungen von Größe und Umriss der Brüste

  •     Veränderungen der Haut durch Rötungen oder Einziehungen des Hautgewebes

  •     Einziehung oder Hautveränderungen an der Brustwarze

  •     Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze

Sowohl im Verdachtsfall als auch im Rahmen des Mammographie-Screenings werden die Kosten für eine Mammographie von der Krankenkasse übernommen.

Ablauf einer Mammographie

Da die Untersuchung am freien Oberkörper durchgeführt wird, sollten Frauen auf leicht ablegbare Kleidung zurückgreifen. Desweiteren sollte man vor der Untersuchung auf Deodorant verzichten, da dieses einen irritierenden Rückstand auf dem Röntgenbild hinterlässt.

Der günstigste Zeitpunkt für eine Mammographie ist während der Periode oder in der Woche darauf. Zu dieser Zeit ist der Flüssigkeitsgehalt in der Brust am geringsten, die Röntgenbilder sind somit am aussagekräftigsten und am besten zu beurteilen. Frauen, die die Menopause bereits überschritten haben, können sich zu jedem Zeitpunkt die Brust röntgen lassen. Bei Beschwerden oder Symptomen wird ebenfalls jederzeit eine Mammographie veranlasst.

Eine Mammographie dauert maximal eine halbe Stunde. Die Aufnahmen werden am freien Oberkörper im Stehen durchgeführt. Die Brust wird zwischen zwei strahlendurchlässige Plexiglasscheiben flach zusammengedrückt. Dies wird teilweise als unangenehm und schmerzhaft empfunden.

Diese Prozedur optimiert jedoch das Ergebnis: Eine geringe Brustdicke minimiert die Strahlendosis und bildet Schärfe und Kontrast bestmöglich ab. Es werden von jeder Seite zwei Aufnahmen angefertigt. Einmal von oben nach unten sowie einmal schräg von der Mitte zur Seite. Das Röntgen beider Brüste ist notwendig, um im Vergleich Abweichungen besser erkennen zu können. Auf den zweidimensionalen Schwarzweißbildern begutachtet der untersuchende Arzt Haut und Unterhaut sowie Hauteinziehungen und Brustdrüsengewebe. Besteht ein begründeter Verdacht, werden weitere Untersuchungen eingeleitet.

Nach der Mammographie

In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle werden die Frauen nochmals in das Brustzentrum oder in die Klinik gebeten, weil beim Mammographie-Screening etwas Verdächtiges gefunden worden ist. In diesem Fall sind weitere Untersuchungen notwendig – wie beispielsweise eine erneute Mammographie, ein Ultraschall oder eine Biopsie (Gewebeprobeentnahme).

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen „falschen Alarm“, das heißt, die Nachuntersuchung bestätigt den Verdacht nicht. Nur bei ein bis zwei von zehn Frauen mit einem verdächtigen Mammographiebefund bestätigt sich der Brustkrebsverdacht.

Mammographie: Ja oder Nein?

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung und erzeugt somit Strahlung, die den Körper belastet. Allerdings ist die Gefahr, durch Röntgenstrahlen an Krebs zu erkranken, wesentlich geringer als das Risiko, dass ein Tumorbefund unentdeckt bleibt. Durch moderne Technik und Geräte wird die Strahlenbelastung gering gehalten. Eine Mammographie benötigt eine durchschnittliche Strahlendosis von 0,2 bis 0,3 Millisievert. Als Vergleich wird häufig die durchschnittliche natürliche Strahlung, der man in Deutschland jährlich ausgesetzt ist, genannt. Diese beträgt 2,1 Millisievert.

Als Manko der Mammographie gelten auch falsch positive sowie falsch negative Befunde. Die Sensitivität der Untersuchung liegt bei 70 bis 75 Prozent. Das bedeutet, trotz einer Mammographie bleiben 25 bis 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen unentdeckt. Findet die nächste Untersuchung erst nach zwei Jahren statt, können diese falsch negativen Befunde ein rechtzeitiges Eingreifen durch eine Behandlung bedeutend erschweren.

Bei falsch positiven Befunden steht vor allem der psychische Aspekt im Vordergrund: Frauen, die diese Diagnose erhalten, werden unnötig beunruhigt und müssen sich weiteren, überflüssigen Untersuchungen unterziehen.

Viele Frühformen von Brustkrebs werden durch die Mammographie gefunden. Allerdings ist mittels eines Röntgenbilds die Weiterentwicklung zu einem bösartigen Tumor nicht einschätzbar. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, wird in den häufigsten Fällen vorsorglich zur Operation geraten. Das Problem, nicht zwischen kritischen und harmlosen Befunden unterscheiden zu können, führt oft zur Überbehandlung von Frauen.

Trotz der hier aufgeführten Probleme ist der Nutzen, den die Früherkennung erzielt, von weit größerer Bedeutung. Ab dem 40. Lebensjahr ü­ber­wiegt der in­dividuelle Nutzen der Mammographie das Risiko, das von ei­ner Stahlenexposition aus­geht. Ein op­tima­les Nutzen-Risiko-Ver­hält­nis be­steht zwi­schen dem 50. und 70. Lebensjahr.


Alternativen zur Mammographie

Die Mammographie verhindert weder Brustkrebserkrankungen noch mindert sie das Risiko einer Erkrankung. Allerdings ermöglicht sie, Tumore bereits in einem frühen Stadium zu erkennen und steigert damit die Chancen auf eine schnelle Behandlung. Durch die Früherkennung können die Heilungschancen durch rechzeitige Therapie verbessert werden und damit wird letztendlich auch die Sterblichkeitsrate gesenkt.

Frauen, die eine Mammographie ablehnen, stehen folgende alternative Früherkennungsmethoden zur Verfügung:

Abtasten: Ab dem Alter von 30 Jahren haben Frauen im Rahmen der Krebsfrüherkennung einmal jährlich Anspruch auf eine ärztliche Tastuntersuchung der Brust. Dabei sollen Frauen auch geschult werden, wie sie selbst ihre Brust abtasten können. Beim Abtasten entdeckte Unregelmäßigkeiten lassen sich im Rahmen einer Mammographie weiter abklären.

Sonographie: Die Ultraschalluntersuchung der Brust wird vor allem bei jungen Frauen durchgeführt, weil das Drüsengewebe noch eine hohe Dichte aufweist, was die Beurteilung der Röntgenbilder erschwert. Eine Mammographie vor dem 35. Lebensjahr ist daher weniger sinnvoll. Das gilt auch für Frauen, die hormonell verhüten sowie für solche, die eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden durchführen. Die Sonographie ist jedoch kein Ersatz für die Mammographie. Sie wird eher als ergänzende Methode genutzt, um Befunde abzuklären.

Magnetresonanztomographie der Brust: Diese Methode zählt ebenfalls nicht zu den Routineuntersuchungen in der Brustkrebsdiagnostik. Ein gezielter Einsatz erfolgt bei Frauen, denen bereits eine Brustkrebsdiagnose gestellt wurde, um nach weiteren Knoten zu suchen. Nach brusterhaltender Operation wird die Magnetresonanztomographie angewendet, um Operationsnarben nach Auffälligkeiten besser beurteilen zu können. Nur dann ist dieses Diagnoseverfahren auch Kassenleistung.

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