Gezielte Brustkrebsvorsorge
Mammografie oder Ultraschall – was ist besser?
Daneben gibt es eine strahlungsfreie Neuentwicklung zur Brustuntersuchung: die Elastografie
Die beiden gängigen Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs, Mammografie und Ultraschall, haben viele Vor- aber auch Nachteile. Daneben gibt es jetzt zusätzlich eine strahlungsfreie Neuentwicklung zur Brustuntersuchung, die Elastografie.
Geht es um Früherkennung von Brustkrebs, ist Mammografie die am meisten angewandte Diagnosetechnik. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das mit Röntgenstrahlen arbeitet. „Die Vorteile sind, dass es sich dabei um eine objektive, reproduzierbare Methode handelt, die bei guten Bedingungen, also geringer Gewebedichte, bereits Tumoren ab etwa fünf Millimetern erkennen kann“, sagt Matthias Böheim, Facharzt für diagnostische Radiologie in München. Das bedeutet, der Krebs ist noch sehr klein und die Heilungschancen sind meist entsprechend groß. Und die Dichte des Brustgewebes ist in der Regel altersabhängig. Je älter eine Frau wird, desto weniger dicht ist das Brustgewebe und desto besser greift die Mammografie. Ein weiterer Vorteil der Mammografie: Sie kann besonders gut Frühformen des Milchgangkrebs identifizieren.
Strahlenbelastung bei der Mammografie
Gerne geht jedoch wohl kaum eine Frau zu dieser Untersuchung. Da ist zum einen das unangenehme Quetschen der Brust, wenn die Brust zwischen Objekttisch und einer Plexiglasplatte zusammengedrückt wird, damit mit möglichst wenig Strahlenbelastung das gesamte Gewebe durchleuchtet werden kann. „Das ist tatsächlich in einzelnen Fällen schmerzhaft, aber nicht gesundheitsschädlich und dient sowohl der Verbesserung der Bildqualität als auch der Reduktion der Strahlenbelastung“, sagt der Experte.
Zum anderen verunsichert Frauen die Strahlenbelastung beim Röntgen der Brust. Immerhin sieht das in Deutschland gängige Screening zur Früherkennung von Brustkrebs eine Mammografie für alle Frauen zwischen 50 bis 69 im Abstand von zwei Jahren vor. Dabei könnte im Laufe der Zeit eine bedenkliche Strahlenbelastung entstehen. Diese Gefahr besteht bei den modernen Geräten jedoch in der Regel nicht. Bei einer Mammografie beträgt hier die mittlere Strahlendosis 0,5 Milli-Sievert. Zum Vergleich: Die Menge natürlicher Strahlung, der jeder Mensch auf der Erde ausgesetzt ist, wird pro Jahr mit etwa zwei Milli-Sievert angegeben. Mammografie alle zwei Jahre ist also eher unbedenklich.
Vor allem für jüngere Frauen riskant
Allerdings spielt beim Thema Strahlenbelastung wieder die Gewebeform eine Rolle. „Bei älteren Frauen handelt es sich eher um ruhendes Gewebe das für die Strahlung unempfänglicher ist. Das zellteilungsaktive Gewebe von jungen Frauen ist hier empfindlicher“, erklärt Dr. Böheim. Es ist also ein Unterschied, ob eine Frau mit 20 oder 60 Jahren mammografiert wird. Nur in Ausnahmefälle raten Ärzte deshalb jungen Frauen zur Mammografie. Denn die Strahlenbelastung kann für diese Altersgruppe problematischer sein. Zusätzlich erschwert die Dichte des Brustgewebes die Diagnose mit dieser Methode. Das Für und Wider muss daher im Einzelfall gründlich abgewogen werden.
Ultraschall ergänzt Mammografie
Für junge Frauen, aber auch wenn der Befund bei einer älteren Frau zweifelhaft ist, wird Ultraschall (Sonografie) eingesetzt. Seine Vorteile: Er belastet nicht durch Strahlung und tut nicht weh. „Mit Ultraschall lassen sich besonders gut Tumoren erkennen, die vom Drüsengewebe ausgehen und Knoten aufspüren“, sagt der Facharzt und ergänzt: „Bei der Diagnose von Frühformen des Milchgangkrebses stößt die Sonografie jedoch an ihre Grenzen.“ Der Ultraschall wird deshalb vor allem als Ergänzung zur Mammografie genutzt.
Elastographie spürt Verhärtungen im Gewebe auf
Seit kurzem steht noch eine zusätzliche Methode zur Verfügung, die so genannte Elastografie. Viele Kliniken und Praxen bieten sie bereits an. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Sonografie. „Genaugenommen ist das ein Ultraschallgerät mit einer Sonderfunktion, die Verhärtungen im Gewebe aufspürt - wie beim Abtasten der Brust, aber genauer “, erklärt Dr. Böheim. Tumorgewebe ist oftmals derber, härter und unelastischer als gesundes. Elastografie macht diese visko-elastischen Eigenschaften des Gewebes sichtbar. Ersetzen kann diese neue Diagnosetechnik die Mammografie jedoch nicht. Allerdings bedeutet sie einen wichtigen Schritt in Richtung sanfter, strahlungsfreier Früherkennung von Brustkrebs.
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