Ausschalten der Schmerzempfindung
Narkose (Anästhesie)
Eine Narkose (Anästhesie) ist die gezielte Betäubung des Körpers oder bestimmter Körperteile, um das Schmerzempfinden aus zu schalten. Sie ist für die meisten operativen Eingriffe notwendig.
Der medizinische Fachbegriff für Narkose lautet Anästhesie und bezeichnet gleichzeitig das Gebiet der Medizin, das sich mit den verschiedenen Narkose-Verfahren beschäftigt. Immer geht es darum, das Schmerzempfinden aus zu schalten. Die Narkose dient in erster Linie dazu, Operationen durchzuführen, ohne Operierten dabei Schmerzen zu bereiten. Die meisten Menschen kennen die Narkose vom Besuch beim Zahnarzt, sie kommt aber bei allen operativen Eingriffen zum Einsatz, bei denen Schmerzen entstehen können.
Vollnarkose oder Teilnarkose?
Eine Narkose kann prinzipiell verwendet werden, um nur einen bestimmten Teil des Körpers oder den ganzen Körper zu betäuben. Bei der Vollnarkose wird kontrolliert ein vorübergehender Zustand der Bewusstlosigkeit erzeugt. So ist es möglich, die Schmerzempfindung des Körpers vollständig abzuschalten. Bei der Teilnarkose werden gezielt nur bestimmte Körperregionen betäubt. Die Schmerzempfindlichkeit des restlichen Körpers und auch das Bewusstsein bleiben dabei erhalten.
Eine Vollnarkose will gut vorbereitet sein
Bei einer Vollnarkose sowie bei einer Spinal- oder Periduralanästhesie (umgangssprachlich "Rückenmarksbetäubung") darf man am Tag des Eingriffs sechs Stunden vor der Betäubung nichts mehr essen. Auch trübe Flüssigkeiten wie Saft oder Milch dürfen in diesem Zeitraum nicht getrunken werden. Zwei Stunden vor dem Eingriff sollte man zusätzlich auch auf das Trinken klarer Flüssigkeiten verzichten. Am Tag der Narkose sollte außerdem nicht mehr geraucht werden. Ob und welche Medikamente eingenommen werden dürfen sowie andere individuelle Besonderheiten werden im Vorfeld mit dem Anästhesisten abgeklärt. Wer Drogen konsumiert oder konsumiert hat, sollte dies ebenfalls dem Anästhesisten mitteilen, da dies für die richtige Dosierung des Betäubungsmittels von Bedeutung sein kann. Gegebenenfalls müssen zusätzliche Untersuchungen wie ein Elektrokardiogramm (EKG), ein Lungenfunktionstest oder bestimmte Laboruntersuchungen durchgeführt werden.
Bei einer Teilnarkose sind – mit Ausnahme der Spinal- oder Periduralanästhesie – in der Regel keine Vorbereitungen nötig.
Aufwendige Narkosen gehören in die Hände des Anästhesisten
Eine Vollnarkose sowie aufwendigere Teilnarkoseverfahren werden für gewöhnlich von speziellen Narkoseärzten, den Anästhesisten, vorgenommen und nicht von dem Arzt, der anschließend den eigentlichen Eingriff durchführt. Örtliche Betäubungen, wie beispielsweise bei einem Zahnarztbesuch oder bei oberflächlichen Eingriffen an der Haut, führt der behandelnde Arzt in der Regel selbst durch.
Bei einer Vollnarkose wird zunächst ein Schlafmittel in die Armvene gespritzt. Die Wirkung tritt bereits nach kurzer Zeit ein und führt zu einem tiefen Schlaf sowie einer Lähmung der Muskulatur. Da es dabei auch zu einer Lähmung der Atemmuskulatur kommt, werden Betäubte mithilfe einer Atemmaske oder einem Atemschlauch künstlich beatmet. Dabei wird gleichzeitig auch ein betäubendes Gas verabreicht, um die Narkose aufrecht zu erhalten. Während des Eingriffs überwacht der Anästhesist verschiedene Körperwerte und sorgt dafür, dass die Narkose sicher verläuft.
Bei einer Teilnarkose wird das Betäubungsmittel in den meisten Fällen mithilfe einer Spritze an der entsprechenden Stelle injiziert, welche zuvor desinfiziert wird. Ausnahmen dazu gibt es zum Beispiel bei einer Narkose des Auges, wo die Betäubung auch durch Augentropfen erfolgen kann.
OPs im Bauchraum erfordern Vollnarkose
Die Vollnarkose kommt häufig bei Operationen im Bauchraum zum Einsatz, da sich dort viele verschiedene Nerven und Nervenbündel befinden und eine Teilnarkose nicht alle Schmerzreize unterdrücken könnte. Außerdem wird eine Vollnarkose bei vielen anderen Eingriffen durchgeführt, wo eine Teilnarkose nicht tief genug reichen würde. In einigen Fällen kann eine Vollnarkose auch auf Wunsch durchgeführt werden, wenn Betroffene das bewusste Erleben einer Operation als unangenehm oder belastend empfinden.
Die Teilnarkose findet bei operativen Eingriffen Anwendung, für die eine Vollnarkose nicht zwingend notwendig ist. Das können beispielsweise Eingriffe an Armen, Beinen, an der Haut oder im Mundraum sein.
Schäden durch Vollnarkose sehr selten
Eine Narkose ist, wie fast jeder Eingriff, mit einem gewissen Risiko für Komplikationen verbunden. Bei einer Vollnarkose kann es im Anschluss unter anderem zu Übelkeit und Erbrechen oder Verwirrtheitszuständen kommen. Besonders für Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit bestimmten Erkrankungen ist das Risiko für Zwischenfälle, beispielsweise bei der Beatmung, etwas höher, jedoch sind ernsthafte gesundheitliche Schäden durch eine Vollnarkose heutzutage sehr selten.
Auch bei der Teilnarkose kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Beispielsweise können Blutergüsse oder Entzündungen an der Einstichstelle entstehen, aber auch hier ist das Risiko von schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen sehr gering.
Hypnose kann schmerzfreie OP ermöglichen
In vielen Fällen, in denen eigentlich nur eine Teilnarkose nötig ist, kann alternativ auch eine Vollnarkose durchgeführt werden. Bei kleineren Eingriffen, beispielsweise beim Zahnarzt, ist es zum Teil auch möglich, ganz ohne Betäubung zu operieren. Alternativ beziehungsweise ergänzend können Bewusstsein und Schmerzempfindlichkeit in manchen Fällen auch durch Hypnose so verändert werden, dass eine schmerzfreie Operation möglich wird.
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