Diagnose

So diagnostiziert der Arzt Nagelpilz

Nagelpilz kann der Hautarzt meist schon anhand der Symptome erkennen. Mit Pilzkulturen wird der Erregertyp bestimmt, andere Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden.

Chemische Tests in Petrischale
Vor der Behandlung bestimmt der Arzt den Nagelpilzerreger unter dem Mikroskop oder mittels einer Laborkultur.
(c) Stockbyte

Wer vermutet, sich mit Nagelpilz infiziert zu haben, sollte nicht lange warten, sondern schnell einen Hautarzt aufsuchen. Denn Nagelpilz ist ansteckend, es besteht die Gefahr, dass man Familienangehörige und andere Menschen infiziert. Wer länger abwartet, riskiert zudem, dass sich der Nagelpilz immer weiter ausbreitet. Eine Behandlung der befallenen Nägel wird dann noch langwieriger und schwieriger.

Andere Nagelerkrankungen ausschließen

Der Hautarzt erkennt Nagelpilz meist schon durch eine Blickdiagnose. Jedoch sind die typischen Symptome wie Verfärbungen und Veränderungen an der Nagelplatte für den Dermatologen nur ein erster Hinweis auf einen Pilzbefall. 

Auch andere Erkrankungen können Veränderungen an den Nägeln verursachen, so zum Beispiel Schuppenflechte oder Infektionen mit Bakterien. Diese Nagelerkrankungen sollten vor der Behandlung ausgeschlossen werden.

Pilz oder nicht? Lesen Sie mehr dazu, welche Erkrankungen sich noch an den Nägeln zeigen können.

Nagelkrankheiten erkennen

 

Für eine zweifelfreie Diagnose, ob Nagelpilzerreger vorhanden sind, entnimmt der Hautarzt eine Nagelprobe. Dazu schabt der Arzt verdächtig aussehende Teile des Nagels ab und schaut sich diese unter dem Mikroskop an. Pilzauswüchse (Hyphen) oder die höchst widerstandsfähigen Sporen des Pilzes sind so erkennbar.

Pilzkultur im Labor

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Für die genaue Erregerbestimmung muss der Pilz in einer Kultur angezüchtet werden. Damit diese aussagekräftig ist, muss der Erreger allerdings bis zu vier Wochen im Labor bebrütet werden. Dies ist vor allem dann notwendig und sinnvoll, wenn die Pilzinfektion immer wiederkehrt oder der Nagelpilz nicht auf die Behandlung anspricht.

Deutlich schneller und genauer, insbesondere bei Mischinfektionen, ist der Erregernachweis für Nagelpilz mittels molekularer Diagnostik. Mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR von englisch Polymerase Chain Reaction) Kann der Pilzerreger eindeutig identifiziert werden. Selbst abgestorbene Erreger können mittels PCR noch nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ist jedoch mit Abstand die teuerste Nachweismethode für einen Nagelpilz.

Für ein genaues Untersuchungsergebnis ist es wichtig, dass schon vor der Diagnose angewandte Anti-Pilz-Mittel wie Nagellack abgesetzt werden beziehungsweise dass der Arzt darauf hingewiesen wird.

Ist die Diagnose gestellt, werden die pilzinfizierten Nagelanteile abgetragen und mit Antipilzlacken äußerlich behandelt. Ist bereits die Nagelwurzel von Pilzen befallen, reicht eine örtliche Behandlung nicht aus: In diesem Fall ist eine medikamentöse Therapie mit Tabletten notwendig. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn der Patient bereits bei den ersten Anzeichen wie einer Verfärbung des Nagels den Arzt aufsucht.

Nagelpilz erkennen

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