Postnatale Depression

Auch Väter haben Baby-Blues

Nicht nur Mütter, sondern auch viele Väter leiden nach der Geburt eines Kindes an einer postnatalen Depression, dem sogenannten Baby-Blues. Sie spielen weniger oft mit dem Baby, erzählen ihm deutlich seltener Geschichten und legen es öfters wach ins Bett. Wenn sich der anfängliche Baby-Blues nicht legt, kann sich das auch auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Dass sich frischgebackene Eltern in der Zeit nach einer Geburt manchmal müde und gestresst fühlen, ist völlig normal und wird gemeinhin als Baby-Blues bezeichnet. In manchen Fällten hält dieser Zustand jedoch über längere Zeit an und sollte mit einem Arzt besprochen werden, denn bei 14 Prozent aller Mütter von Neugeborenen treten eine mittelschwere oder schwere Depression auf. Doch nicht nur die Frauen kann es treffen. Der amerikanische Forscher James Paulson und sein Team haben herausgefunden, dass auch 10 Prozent der frischgebackenen Väter unter einer postnatalen Depression leiden.

Eine Depression der Eltern wirkt sich stark auf die Beziehung zum Kind aus. Väter und Mütter, die vom Baby-Blues betroffen sind, beschäftigen sich weniger spielerisch mit dem Kind. Auffällig ist außerdem, dass sich die Depression eines Elternteils auch auf das Verhalten des anderen auswirkt: Auch der gesunde Partner erzählt dem Kind in einer solchen Situation offenbar weniger Geschichten und singt ihm seltener ein Lied vor.

Die Depression der Mütter und Väter kann in den ersten Monaten Folgen für das Verhalten des Kindes haben. Bereits 2005 hatten britische und amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass Kinder von Vätern mit postnatalem Baby-Blues deutlich häufiger hyperaktiv sind. Eine Depression bei Müttern hat hingegen eine stärkere Auswirkung auf die emotionale Ausgeglichenheit der Kinder: Sie sind ängstlicher und ungewöhnlich häufig traurig. Erstaunlich ist, dass offenbar die mütterliche Depression Söhne und Töchter gleichermaßen beeinflussen, während die väterliche Depression sich viel stärker auf die Söhne auswirkt.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2013
Quellen: Springer Medizin

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