Bildgebende Verfahren

Galaktographie

Die Galaktographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, bei der die Milchgänge der weiblichen Brustdrüsen anhand von Kontrastmittel dargestellt werden.

Galaktographie
Bei der Galaktographie werden Röntgenaufnahmen der Brust gemacht. Im Fokus stehen dabei die Milchgänge, in die zuvor ein Kontrastmittel injiziert wurde.

Unter der Galaktographie (weitere Schreibweise: Galaktografie) ist eine röntgenologische Darstellung der Milchgänge zu verstehen. Diese Untersuchung ist ein wichtiges mammographisches Zusatzverfahren, welches bei Frauen eingesetzt wird, deren Brustwarzen Flüssigkeit absondern. Dabei werden die Milchgänge der weiblichen Brustdrüsen untersucht. Flüssigkeitsabsonderungen können ein Hinweis auf Veränderungen der Milchgänge sein. Dies kann beispielsweise ein Milchgangskarzinom oder eine gutartigen Wucherung (Papillom) sein.

Kein Deo benutzen vor der Galaktographie

Die Vorbereitung für eine Galaktographie ist dieselbe wie bei einer Mammographie. Frauen sollten am Tag der Untersuchung leicht ablegbare Kleidung tragen und auf Deodorant verzichten. Vor der Untersuchung wird noch ein Abstrich des Brustwarzensekrets durchgeführt, um es auf Blut und entartete Zellen zu untersuchen.

Der erste Teil der Galaktographie wird im Liegen durchgeführt. Vor der Injektion des Kontrastmittels wird die Brustwarze gereinigt und desinfiziert. In die Öffnung eines Milchgangs, der Flüssigkeit absondert, wird eine stumpfe Kanüle oder ein Kunststoffkatheter eingeführt und darüber ein bis drei Milliliter Röntgenkontrastmittel langsam injiziert. Verspürt die Frau einen Spannungsschmerz sind die Milchgänge gefüllt. Nach Entfernen der Kanüle wird die Brustwarze zusammengedrückt und mit einem speziellen Klebstoff versiegelt. Der Klebstoff verhindert, dass das Kontrastmittel während des Röntgenverfahrens austreten kann.

Abstrich ergänzt die Röntgenuntersuchung

Die Röntgenaufnahmen werden im Stehen an einem Mammographen durchgeführt. Um Veränderungen der Milchgänge besser lokalisieren zu können, sind wie bei der Mammographie zwei Aufnahmen der Brust notwenig. Die Brust wird zwischen zwei Plexiglasscheiben zusammengedrückt und einmal von oben nach unten sowie einmal schräg von der Mitte zur Seite geröntgt. Nach dem Röntgen wird der Klebstoff von der Brustwarze entfernt und das Kontrastmittel vorsichtig ausgestrichen. Abschließend wird noch einmal ein Abstrich des Sekrets durchgeführt. Dieser enthält oft mehr Zellen des Milchganggewebes als der erste Abstrich.

Das Kontrastmittel ermöglicht auf den Röntgenbildern der Galaktographie eine deutliche Lokalisierung von Läsionen in den Milchgängen. An der Stelle, an der eine Wucherung oder ein Karzinom einen Milchgang unterbricht, bildet sich eine Barriere für das Kontrastmittel.

Galaktographie klärt Veränderungen der Milchgänge

Eine Galaktographie wird durchgeführt, um Veränderungen der Milchgänge zu untersuchen und zu lokalisieren. Anzeichen für Veränderungen können Flüssigkeiten oder Blut sein, die aus der Brustwarze austreten. Häufige Ursachen für eine Sekretion sind Zysten, gutartige Wucherungen in den Milchgängen (Papillom) oder ein Milchgangskarzinom. Die Aufnahmen der Galaktographie können allerdings nicht zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen differenzieren. Der Vorteil der Galaktographie ist allerdings, dass selbst kleinste Schädigungen aufgezeigt werden und durch die genaue Lokalisation im Anschluss eine gezielte Gewebeentnahme erfolgen kann.

Tritt eine beidseitige Sekretion an den Brustwarzen auf, handelt es sich meistens um eine hormonelle Veränderung. Eine Galaktographie wird nur dann durchgeführt, wenn der zytologische Befunde des Sekrets Zellveränderungen aufweist.

Leichte Brustentzündung nach Galaktographie möglich

Die Galaktographie bietet in der Lokalisation von Befunden nicht immer eine hundertprozentige Treffsicherheit. Wird ein Milchgang von einem Papillom verschlossen, kann das Kontrastmittel nicht weiter in den Gang eindringen und ihn komplett darstellen. Eventuelle Papillome oder andere Befunde, die dahinter liegen, werden somit nicht entdeckt.

Als unangenehm bis schmerzhaft können Frauen das Einführen der Kanüle sowie das Einspritzen des Kontrastmittels empfinden. Nach der Galaktographie kann eine leichte Brustentzündung auftreten, die allerdings mit kühlen Umschlägen behandelt werden kann.

Endoskopisches Verfahren als Alternative

Eine weitere Methode zur Untersuchung der Milchgänge ist die Duktoskopie, ein endoskopisches Verfahren. Wie bei einer Magen- oder Darmspiegelung werden mit einem feinen, dünnen Endoskop, an dessen Spitze eine Kamera sitzt, die Milchgänge betrachtet. Neuere Geräte sind mit Zusatzinstrumenten ausgestattet, die gleichzeitig eine gezielte Gewebeentnahme ermöglichen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2016
Quellen: Zimmer-Brossy, M.: Lehrbuch der röntgendiagnostischen Einstelltechnik, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1998 Kreienberg, R., Volm, T., Möbus, V., Alt, D.: Management des Mammakarzinoms, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2002 Päpke, S., Jacobs, V.R., Ohlinger, R., Grunwald, S., Warm, M., Hahn, M., Kiechle-Bahat, M.: Tiefer Blick in die Brust – Möglichkeiten der Milchgangsendoskopie, Im Focus Onkologie, Online-Publikation (Juli/August 2007)

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