Studie zu Maniküre-Trend

Gelnägel können Krebs auslösen

Von Kunstfingernägeln kann eine erhöhte Hautkrebsgefahr ausgehen

Kunstnägel haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Viele Frauen biegen regelmäßig ins Nagelstudio ab, um sich mit Gel- oder Acryltechnik die Naturnägel verstärken zu lassen.

künstliche fingernägel und hautkrebs
Wer zu oft zur Maniküre geht und seine Gelnägel sehr lange trägt, setzt sich verschiedenen Gefahren aus.
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Langfristig künstliche Nägel zu tragen, ist allerdings mit einer Reihe von Risiken verbunden. Mediziner aus den USA warnen davor, dass von den Gelnägeln eine erhöhte Hautkrebsgefahr ausgehe. Ihre Studie beweist einen Zusammenhang zwischen häufigen Besuchen im Nagelstudio und einer kletternden Krebsrate.

Dass das keine Lappalie ist, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2009: Zwei Frauen aus dem US-Bundesstaat Texas, die sich über Jahre hinweg immer wieder mit dieser Technik die Nägel verschönern ließen, wuchsen Tumore an der Hand. Der Stachelzellkrebs befiel Handrücken und die Oberseite der Finger.

Gerade "Wiederholungstäterinnen" mit Gelnägeln sind gefährdet

gelnägel härten unter uv-lampe
Gelnägel härten unter UV-Licht. Das erhöht das Hautkrebsrisiko.
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Die sogenannten Gelnägel sind auch in Deutschland die verbreitetste Maniküre-Technik. Das flüssige Acrylgel muss, anders als Acrylpulver, unter UV-Licht aushärten. Die Strahlung greift jedoch, genau wie im Solarium, die Erbsubstanz der Zellen an.

Permanente Maniküre sei wohl nie eine gute Idee, sagt Chris Adigun von der Medizinischen Hochschule in New York. Er führte die Studie durch. „Man sieht dann nicht mehr, was sich unter der dicken Lackschicht alles tut.“ Wie so oft macht die Dosis das Gift: „Wer sich regelmäßig Gelnägel machen lässt, sollte sich der Risiken bewusst sein“, stellt Adigun fest.

Unter dem Kunstnagel können sich Keime und Pilze tummeln

Unter lackierten Gelnägeln können wachsende Tumoren leicht übersehen werden. Schon länger warnen Mediziner außerdem davor, dass Krankheitskeime wie Bakterien, Viren und Pilze  unter den Ersatznägeln leichtes Spiel haben. Vermehren sie sich, kommt es zu Infektionen des Nagelbetts oder zu Nagelpilz. Das Risiko steigt noch an, weil der Bereich unter den langen Nägeln schwierig sauber zu halten ist – zumal, wenn sich ein Kunstnagel gelöst hat. Zudem kommt an den Naturnagel durch die Verstärkung bisweilen monatelang kein Sauerstoff, er wird immer weicher und kann das Nagelbett nicht mehr ausreichend schützen.

Um das Infektionsrisiko zu senken, sollten Frauen nach höchstens drei Monaten mit Gelnägeln einen Monat Pause einlegen und ihre Naturnägel mit Creme massieren, damit sie regenerieren können. Weitere Tipps für eine gesunde Maniküre stellen wir Ihnen in der Bildergalerie vor.

Gesunde Maniküre - so geht's

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 08. Januar 2015
Quellen: Mitteilung der Amerikanischen Akademie der Dermatologen: http://www.aad.org/stories-and-news/news-releases/gel-manicures-can-be-tough-on-nails

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