Hornhautwucherungen

Hühnerauge (Clavus)

Ein Hühnerauge, auch Clavus genannt, ist eine runde, bis zu einem Zentimeter große Hornhautwucherung. Sie kann sehr schmerzhaft sein. Lesen Sie hier, welche Therapien es gibt.

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Unbequeme Schuhe können zu Hühneraugen führen.
Getty Images/Pixland

Im Zentrum eines Hühnerauges (Calvus) befindet sich ein meist gelblich durchscheinender, glasiger Hornkeil (Auge), der schmerzhaft auf tiefere Gewebeschichten drücken kann. Je tiefer der Hornkeil in das Gewebe reicht, desto schmerzhafter ist das Hühnerauge.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Hühnerauge kann auch an der Fußsohle entstehen

Hühneraugen treten hauptsächlich seitlich der Zehen oder über den Zehengelenken auf. Man findet sie auch an der Fußsohle, wo sie sich zu Dornwarzen entwickeln können. In den Zehenzwischenräumen sind Hühneraugen oft weißlich aufgequollen.

Hühneraugen ( Clavus): Symptome

Wird die Ursache eines Hühnerauge (Clavus) (Clavus), beispielsweise falsches Schuhwerk, nicht behoben oder die übermäßig gebildete Hornhaut regelmäßig abgetragen, entwickelt sich im Zentrum des Hühnerauges mit der Zeit ein Hornkeil. Der Keil dringt allmählich in tiefere Hautschichten vor und drückt dort irgendwann schmerzhaft auf Nervenendungen.

Haut reagiert wie bei eingedrungenem Fremdkörper

Durch die anhaltende Reizung der Hautstelle können entzündliche Reaktionen auf den Hornkeil hinzukommen. Die Haut reagiert in diesem Fall wie auf einen eingedrungenen Fremdkörper mit Rötung und der Bildung von eitrigem Sekret.

Hühneraugen, die sich zwischen den Zehen bilden, entwickeln sich durch unzureichendes Abtrocknen der Füße und durch schlechte Belüftung der Zehen häufig zu sogenannten weichen Hühneraugen. Sie sind oft besonders schmerzhaft.

Hühneraugen ( Clavus): Ursachen

Ein Hühnerauge (Clavus) entsteht in erster Linie durch Reibung, die sich umso stärker auswirkt, je mehr Druck auf die betreffende Stelle, etwa durch zu enges oder falsches Schuhwerk, ausgeübt wird.

Auch Fußfehlstellungen kommen als Ursache in Frage

Ursache können zudem vorstehende Knochen und Gelenke sowie Fehlstellungen von Fuß und Zehen sein. Durch den Reiz der permanenten Reibung bildet sich zum Schutz vor der Mehrbelastung der exponierten Stelle vermehrt Hornhaut.

Hühneraugen ( Clavus): Diagnose

Hühneraugen ( Clavus): DiagnoseEin Hühnerauge (Clavus) lässt sich aufgrund seiner charakteristischen Erscheinung im Allgemeinen durch bloße Augenscheinnahme diagnostizieren.

Je nach Entwicklungsgrad und Position des Hühnerauges wird der Haus- oder Hautarzt diverse Formen voneinander unterscheiden und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Hühneraugen ( Clavus): Therapie

Die Behandlung eines Hühnerauges (Clavus) verfolgt zwei Ziele: Zum einen gilt es, die Ursache zu beheben. Das heißt, entweder das Schuhwerk entsprechend anzupassen, sodass es an den betreffenden Stellen nicht mehr zu Druckreizen kommt, oder bei Fehlstellungen der Füße und Zehen korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, unter Umständen durch eine Operation.

Entfernung des Hornteils Fachleuten überlassen

Zum anderen muss der Hornkeil entfernt werden, am besten von einer hautärztlichen oder podologischen (fußheilkundlichen) Fachkraft. Je nach Lage, Entwicklungsgrad und Beschaffenheit des Hühnerauges kommen verschiedene Mittel und Instrumente zum Einsatz. Dazu zählen unter Umständen hornhautaufweichende Tinkturen und Fußbäder, feine Hornfräser, Hautzangen und Pinzetten, mit deren Hilfe der Hornkeil vorsichtig abgetragen oder herausgelöst werden kann.

Hat sich das Hühnerauge entzündet, wird zunächst die Infektion behandelt, in der Regel mit desinfizierenden Mitteln und antibiotischen Salben oder Pudern. Während der Behandlung werden oft Druckschutzpolster verwendet, die sich ringförmig um das Hühnerauge legen. Sowohl in der Vor- als auch Nachbehandlung wird häufig eine hornhautauflösende Silbernitratlösung (AGNO3) aufgetragen.

Einsatz von Hühneraugen-Pflastern mit Arzt absprechen

Bei der Verwendung von Hühneraugen-Pflastern ist zu empfehlen, vorher mit einem Haus- oder Hautarzt Rücksprache zu halten.

Insbesondere für Diabetiker ist es ratsam, die Behandlung eines Hühnerauges nur in erfahrene Hände zu geben. Häufig ist bei ihnen die Durchblutung der Füße und Reizleitung der Nervenfasern gestört (diabetischer Fuß). In der Folge können schon kleine Hautverletzungen zu schweren Entzündungen und im schlimmsten Fall zum Gangrän (Brand) führen.

Hausmittel gegen Hühneraugen

In den meisten Fällen bilden sich Hühneraugen durch Druckbelastung, also zum Beispiel durch zu enge Schuhe. Hühneraugen können sehr schmerzhaft sein, vor allem wenn sich das Hühnerauge entzündet oder auf ein Gelenk drückt.

Sie können Hühneraugen vorbeugen, indem Sie enge und drückende Schuhe vermeiden. Tragen Sie am besten passende Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen, auch an den Seiten. Wenn Sie an Fehlstellungen der Füße wie Knick- oder Senkfüßen leiden, ist es ratsam, diese therapeutisch und durch Hilfsmittel korrigieren zu lassen.

Bei schweren Fällen von Hühneraugen – vor allem, wenn diese bereits auf den Knochen drücken – sollten Sie einen Arzt oder Fußpfleger (Podologen) aufsuchen. Seien Sie vorsichtig mit scharfen Messern oder Skalpellen. Diese sollten nur von Fachpersonal verwendet werden. Verschiedene sanfte Hausmittel können Ihnen jedoch helfen, Ihre Hühneraugen loszuwerden.

Bekannte Hausmittel gegen Hühneraugen:

  • Baden Sie Ihre Füße in einem warmen Fußbad mit Salz. Dadurch wird die Hornhaut aufgeweicht. Danach können Sie diese mit einem Bimsstein abreiben.
  • Tragen Sie einige Tropfen Bienenharz (Propolis) abends auf das Hühnerauge auf. Wiederholen Sie dies drei bis vier Tage lang. Bienenharz wird auch als „natürliches Antibiotikum“ bezeichnet.
  • Legen Sie frische Zwiebelscheiben auf das Hühnerauge und kleben Sie ein Pflaster drüber. Lassen Sie das Zwiebelpflaster mehrere Nächte drauf. Zwiebeln sollen ebenfalls eine antibiotische Wirkung haben.
  • Kleben Sie mit einem Pflaster über Nacht halbierte Rosinen auf die betroffenen Stellen.  Anschließend baden Sie den Fuß in heißem Wasser. Danach können Sie das Hühnerauge herauslösen oder mit einem Bimsstein abschaben.

Hühneraugen ( Clavus): Verlauf

Ein Hühnerauge (Clavus) sollte immer behandelt und die Ursache für seine Entstehung beseitigt werden, denn es bildet sich nicht von selbst wieder zurück. Wird die Ursache nicht behoben, dringt der Hornkeil im weiteren Verlauf immer tiefer ins Gewebe ein, wo er zunehmend Schmerzen verursacht.

Entferntes Hühnerauge kann zurückkehren

Fachgerecht durchgeführt, dauert die Entfernung eines Hühnerauges nur wenige Wochen. Bestehen die Ursachen weiter, bildet sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein neues Hühnerauge.

Hühneraugen ( Clavus): Vorbeugen

Wer zur Bildung von Hühneraugen (Clavus) neigt, sollte auf gutes Schuhwerk Wert legen. Dabei kann es hilfreich sein, sich beim Schuhkauf von Fachpersonal beraten zu lassen, etwa in einem Fachgeschäft für orthopädische Schuhe.

Nach dem Fußbad Hornhaut abrubbeln

Nach einem warmen Fußbad lässt sich übermäßig gebildete Hauthaut leicht mithilfe eines Bimssteins abrubbeln, was die Bildung eines Hornkeils verhindert.

Autor:
Letzte Aktualisierung:28. Oktober 2008
Quellen: Hellmut Ruck (Hrsg.): Handbuch für die medizinische Fußpflege: Grundlagen und Praxis der Podologie. Hippokrates, Stuttgart

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