Magnesium, Kalzium und Co.

Mineralstoffmangel vorbeugen und ausgleichen

Um richtig zu funktionieren, benötigt der Körper Mineralstoffe. Zwar führen wir über die Nahrung normalerweise ausreichende Mengen zu. Jedoch können einseitige Ernährung oder exzessive Diäten, aber auch diverse Erkrankungen zu Mineralstoffmangel führen.

Mineralstoffmangel vorbeugen und ausgleichen
Wer stark schwitzt, verliert viele Mineralstoffe.
©iStock.com/Halfpoint

Diverse anorganische Mineralien müssen wir in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen, um einen Mineralstoffmangel zu verhindern. Zu diesen zählen Spurenelemente - etwa Eisen, Fluor, Jod, Zink, Kupfer und Selen - ebenso wie die Mengenelemente Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium und Chlorid. Letztere liegen im Körper als Ionen vor, können also elektrischen Strom weiterleiten und werden deshalb auch als Elektrolyte bezeichnet.

Grundsätzlich können wir zwar mit einer ausgewogenen Ernährung unseren Bedarf an Mineralstoffen ausreichend abdecken. Ernähren wir uns einseitig - beispielsweise während langzeitiger Diäten oder durch exzessiven Genuss von Fertiggerichten - kann es jedoch zu Mineralstoffmangel kommen. Außerdem benötigt der Körper in bestimmten Abschnitten des Lebens besonders große Mengen an Mineralstoffen. Das gilt beispielsweise in der Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen, aber auch für Schwangere und stillende Frauen, Sportler sowie ältere Menschen.

Elektrolyte arbeiten in Teamwork

Die Nerven steuern über elektrische Ströme sämtliche Organe und Muskeln des menschlichen Körpers. Dabei regeln Elektrolyte viele Mechanismen in Teamarbeit. In vielen Fällen beeinflussen sich diverse Mineralstoffe wechselseitig; ein Mineralstoff kann andere in seiner Wirkung fördern oder hemmen.

Dies gilt beispielsweise für Magnesium und Calcium: Calcium bringt die Muskelzellen dazu, sich zusammenzuziehen (Kontraktion), Magnesium sorgt für deren Entspannung. Richtig arbeiten kann die Muskelzelle also nur, wenn die Konzentrationen von beiden Elektrolyten im Gleichgewicht sind. Für die Funktionsfähigkeit der Elektrolyte ist demnach deren Mengenverhältnis zueinander ebenso wichtig, wie die im Körper verfügbare Gesamtmenge.

Ursachen für Mineralstoffmangel: Geringe Aufnahme oder erhöhter Bedarf

Mangelnde Zufuhr von Mineralstoffen:

  • falsche, unausgewogene Ernährung
  • Mangelernährung
  • einseitige Diäten

Übermäßiger Verlust von Mineralstoffen

  • starkes Schwitzen (beispielsweise massiver Salzverlust durch Sport)
  • Durchfall und Erbrechen
  • Magersucht (Anorexia nervosa): Zwang zum Hungern, Ess-Brecht-Sucht (Bulimie), Missbrauch von Abführmitteln
  • Alkoholkonsum (Alkoholismus): Alkohol bremst die Aufnahme von Elektrolyten und verstärkt die Ausscheidung. Er leitet also effektiv Elektrolyte aus dem Körper aus. Der Kater am Morgen danach oder der nächtliche Wadenkrampf weisen darauf hin, dass durch übermäßigen Alkoholgenuss besonders viele Mineralstoffe ausgeschieden wurden.
  • Einnahme von harntreibenden Mitteln, mit dem Wasser werden auch vermehrt Mineralstoffe ausgeschieden

Krankheiten, beispielsweise

  • Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • bestimmte Störungen des Hormonhaushaltes, zum Beispiel Hormone der Hirnanhangdrüse, der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere

Mineralstoffmangel: Symptome und assoziierte Krankheiten

Die Zeichen von Mineralstoffmangel sind eher diffus und unspezifisch, wie etwa Mattigkeit, Muskelbeschwerden oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Dennoch lassen sich diverse Symptome nennen, die sich charakteristischerweise bei Mangel an bestimmten Mineralstoffen bemerkbar machen können.

  • Kalzium: Muskelkrämpfe, mangelnder Aufbau oder gesteigerter Abbau von Knochen (Rachitis bei Kindern, Osteoporose bei Erwachsenen), Skelettschmerzen, chronische Veränderungen von Haut, Haaren, Nägeln und Zähnen

  • Chlor: Mangel an Magensäure, Muskelschwäche; Verlust von mehr als 45 Gramm Chlorid ist lebensbedrohlich!

  • Chrom: schlechte Zuckerverwertung, verminderter Fettstoffwechsel und erhöhter Cholesterinspiegel, Arteriosklerose

  • Eisen: verminderte Konzentration  des eisenhaltigen roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und dadurch evtl. eingeschränkte Sauerstoffversorgung, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und rasche Ermüdbarkeit

  • Fluor: Erweichung der Knochen (Osteoporose bei Erwachsenen) Anfälligkeit für Karies

  • Jod: Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf), Schilddrüsenunterfunktion, Wachstumsstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit

  • Kalium: Muskelschwäche und -krämpfe, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Blähungen, Verstopfung, Herzrhythmusstörungen, Vermehrung der Urinmenge, Appetitlosigkeit (Anorexie), Blutdruckabfall

  • Kobalt: Blutarmut

  • Kupfer: verminderte Bildung von roten Blutkörperchen und reduzierte Eisenverwertung, Einschränkung der Immunabwehr, Störungen der Knochenbildung, Störungen der Pigmentierung von Haut und Haaren

  • Magnesium: Muskelkrämpfe, -zuckungen und -zittern, brüchige Nägel, Karies, Schwindel, Schwitzen, Nervosität, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung, Angst, Herzfunktionsstörungen, Nierenfunktionsstörung, Menstruationsbeschwerden

Frau hat Wadenkrampf
Selbsttest
Leide ich an Magnesiummangel?

Magnesium ist ein lebenswichtiges Elektrolyt, das unser Körper nicht selbst herstellen kann. Normalerweise ist das unproblematisch, da wir genügend Magnesium mit unserer Nahrung aufnehmen. In manchen Fällen wird der Mineralstoff aber nicht richtig verwertet – ein Mangel entsteht, der auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen kann. Mit unserem Test bekommen Sie eine erste Einschätzung, ob Sie an Magnesiummangel leiden könnten – der Selbsttest ersetzt allerdings nicht den Besuch beim Arzt.

  • Mangan: Störung der Knochenbildung, Deformationen von Knochen und Knorpel, Störung des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels, Verzögertes Wachstums, Unfruchtbarkeit

  • Natrium: Schwäche, sinkender Blutdruck, Muskelkrämpfe, Bewusstseinsstörungen

  • Nickel: Störung der Eisenaufnahme durch den Körper, verminderte Sauerstoffversorgung

  • Phosphor: Muskelschwäche, Knochenerweichung, bei Kindern: Rachitis

  • Selen: Wachstumsstörungen, Herzerkrankungen

  • Silicium: Bindegewebsschwäche, Zahnfleischschwund, Karies, Haarausfall

  • Zink: Störung des Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, Appetitlosigkeit, Beeinträchtigung des Geschmacks- und Geruchssinns, verzögerte Wundheilung, Anfälligkeit für Infektionen, Haarausfall, schuppige Haut

So beugen Sie Mineralstoffmangel vor

  • Achten Sie darauf, sich ausgewogen und möglichst vielseitig zu ernähren. Essen Sie reichlich Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, etwa Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Fetthaltige Lebensmittel, besonders tierischer Herkunft, sparsam verwenden

  • Achten Sie darauf, Nahrungsmittel nährstoffschonend zuzubereiten. Gemüse und Obst sollte man vor dem Zerkleinern und nur kurz waschen. Grundsätzlich ist ratsam, wenig Kochwasser zu verwenden, und das Kochwasser anschließend zur Herstellung von Suppen oder Saucen zu verwenden.

  • Essen Sie Süßigkeiten nur in Maßen. Alkohol sollte man ebenso meiden wie stark phosphathaltige Wurstwaren und Cola-Getränke, die viel Phosphat enthalten und Calcium-Räuber sind.

  • Trinken Sie ausreichend viel! Zu empfehlen sind vor allem Mineralwasser, Tees und auch Fruchtsaft-Schorle, welche höchstens ein Drittel Saft und zumindest zwei Drittel Wasser oder Mineralwasser enthalten sollten.

  • Nach besonders schweißtreibenden Unternehmungen können spezielle Elektrolytgetränke helfen, den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt rasch auszugleichen. Auch bei einem Mineralstoffmangel infolge von heftigem Durchfall oder Erbrechen ist es wichtig, dem Körper die fehlenden Elektrolyte rasch wieder zuzuführen. In Apotheken erhalten Sie hierfür spezielle Präparate.

  • Hausmittel: Das Trinken von einem Glas Wasser mit zwei Esslöffeln Apfelessig und einem Teelöffel Honig soll helfen, einem Mineralstoffmangel vorzubeugen.

  • Einnahme von Schüßler-Salzen: Die alternativmedizinische Schüssler-Lehre basiert auf der Annahme, dass alle Krankheiten auf Mangelstörungen im Mineralstoffwechsel zurückgehen. Demnach sind für den menschlichen Organismus zwölf Schüssler-Salze und 15 Ergänzungsmittel von Bedeutung, die bei einem Mangel ersetzt werden müssen.

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