Was Hildegard von Bingen schon wusste

Kornelkirsche: Essbares Wildobst mit Heilwirkung

Bei Kornelkirschen handelt es sich um die nicht giftigen, essbaren Früchte des gelben Hartriegels. Das gesunde Wildobst wächst in Hecken und am Waldrand. Wie Kornelkirschen aussehen, welche gesunden Inhaltsstoffe in ihnen stecken – und wie Sie aus den roten Früchten eine leckere Marmelade machen können!

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© Getty Images/Hana Richterova

Im Überblick:

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Was sind Kornelkirschen?

Die Kornelkirsche, auch bekannt als Kornelle, Herlitze, Dirlitze, Hirlnuss oder Dirndl, geriet wie viele andere wilde Obstsorten im Laufe des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Dabei war sie bereits bei Hildegard von Bingen für ihre Heilwirkungen bekannt.

Entgegen vieler Meinungen ist sie nicht giftig, sondern sogar roh essbar. Hundert Gramm Kornelkirschen enthalten bis zu zehn Gramm Fruchtzucker und rund 60 Kilokalorien (kcal).

Kornelkirsche: Standort, Aussehen und Saison

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein dornenloser Großstrauch oder kleiner Baum, der zu den Hartriegelgewächsen gehört. Pro Jahr wächst die Pflanze etwa 30 Zentimeter in die Höhe. Sie bevorzugt mäßig feuchte Böden, kann aber auch Trockenperioden gut überstehen. Die Kornelkirsche passt gut in einen nauturnahen Garten: Das Gehölz bietet zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum.

Der Strauch blüht bereits von Februar bis April leuchtend gelb. Nach der Blütezeit wachsen etwa zwei Zentimeter große, längliche Früchte heran, die an Oliven erinnern und einen länglichen Kern haben. Sie hängen häufig paarweise an dünnen Stielen und verfärben sich von grün über gelblich-orange hin zu einem satten Rot, wenn sie reifen und dann essbar sind. Kornelkirschen sind ab Mitte August bis Oktober erntereif. Ihr Geschmack ist säuerlich, vergleichbar mit dem von Sauerkirschen.

Bei empfindlichen Personen kann der Kontakt mit den Blättern der Pflanze zu Rötung und Juckreiz der Haut führen.

Gut zu wissen:

Mit richtigen Kirschen sind Kornelkirschen nicht näher verwandt. Die Wildfrüchte haben mit ihnen lediglich Farbe, Stiel und den harten Stein gemeinsam.

Kornelkirsche: Vorsicht vor Verwechslung

Verwechslungsgefahr besteht mit dem weit verbreiteten roten Hartriegel (Cornus sanguinea). Dessen Früchte sind ungenießbar bis leicht giftig und können Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Die Unterscheidung fällt aber vergleichsweise leicht: Roter Hartriegel hat weiße Blüten und blauschwarze, runde Früchte.

Heilwirkung der Kornelkirsche

Das Fruchtfleisch der Kornelkirsche enthält viele wertvolle Vitamine, allen voran Vitamin C. 100 Gramm der Steinfrüchte liefern mit bis zu 125 Milligramm doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Somit sind sie vor allem im Herbst ideal, um das Immunsystem zu unterstützen.

Auch als Heilpflanze hat die Kornelkirsche eine lange Tradition. Im Mittelalter wurden die Früchte vor allem bei Durchfall eingesetzt. Zudem galten die Früchte und der Tee der Blätter als stärkendes und kühlendes Mittel bei Fieber. Aus diesem Grund waren die Sträucher in vielen benediktinischen Klostergärten zu finden.

Auch in den Büchern von Hildegard von Bingen, einer deutsche Nonne des Mittelalters, die sich viel mit Naturheilkunde beschäftigte, wird die Kornelkirsche erwähnt. Menschen mit Gicht rät die berühmte Naturheilkundlerin dazu, regelmäßig ein Bad aus der Rinde, den Blättern und dem Holz des Kornellenstrauchs zu nehmen. Die Früchte sollen hingegen "den Verdauungstrakt reinigen und festigen".

Kornelkirschen und Ernährung

Wer Kornelkirschen roh essen möchte, sollte warten bis diese dunkelrot, fast überreif sind. Dann sind sie weniger sauer.

Doch auch für die gesunde Küche lassen sich die Früchte des gelben Hartriegels vielseitig verwenden. Die Früchte eignen sich beispielsweise für:

  • Kuchen
  • Kompott
  • Marmelade
  • Gelee
  • Likör
  • Chutney mit Zwiebeln, Rosinen, Essig und Ingwer als Beilage zu Lamm, Wild oder Rind

Für Marmelade und Gelee können auch gelblich-orange Früchte, die eine stärkere Säure haben, verwendet werden. Am besten mischt man sie dazu mit süßem Obst wie Birnen oder Zwetschgen oder gibt Zucker hinzu. Noch nicht ausgereifte Kornelkirschen kann man wie Oliven in Salzwasser einlegen. Dann schmecken sie weniger herb. Außerdem lassen sich Kornellen einfrieren und trocknen.

Rezept für Kornelkirschen-Marmelade

Selbstgemachte Marmelade mit Kornelkirschen eignet sich auf frischem Brot, Brötchen oder als Topping auf Desserts.

Zutaten:

  • 1 kg reife Kornelkirschen
  • 500 g Gelierzucker
  • 150 ml Sauerkirschsaft
  • Saft einer Zitrone
  • etwas Zimt

Zubereitung:

  • Kornelkirschen waschen und in einem Topf mit Wasser bedeckt gar kochen

  • Wasser abschütten und Früchte durch einen Sieb passieren

  • Fruchtmark in einen Topf geben und Zitronensaft, Sauerkirschsaft, Zimt und Gelierzucker hinzugeben, alles gut vermengen

  • bei mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen, dabei gelegentlich umrühren

  • einen Löffel Marmelade auf einen Teller geben; wenn sie schnell fest wird, ist die Marmelade fertig (Gelierprobe)

  • Marmelade in sterilisierte Gläser abfüllen, sofort verschließen und umdrehen, um einen Vakuumverschluss zu erzeugen

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