Grundwissen Medizin

Medizinische Begriffe: Lexikon

Medizinische-Begriffe-Lexikon
Von A bis Z: Lexikon der medizinischen Begriffe
(c) Jeffrey Hamilton

Die wichtigsten medizinischen Begriffe sind hier verständlich erklärt.

Ablatives Behandlungsverfahren, Ablation:

(lat. ablatio - Abtragung, Ablösung) Entfernen von Körpergewebe 
(z. B.Tumorgewebe) bzw. Körperteilen. Dies umfasst auch indirektes Entfernen durch Veröden bei Kathetereingriffen.

ACTH:

Abkürzung für adrenokortikotropes Hormon. ACTH wird im Hypophysen-Vorderlappen gebildet und steuert die Produktion und Ausschüttung von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden, die in der Nebennierenrinde
gebildet werden.

Adenom:

Gutartige Geschwulst, die von Drüsenzellen ausgeht und oft eine oder mehrere bestimmte Drüsen imitiert, dadurch auch die entsprechenden Hormone (Schilddrüsenhormon, Hypophysenvorderlappenhormone, Nebennierenhormone usw.) im Übermaß bilden und ausschütten kann. Es werden keine Tochtergeschwülste gebildet (Metastasen). Als Mikroadenom bezeichnet man ein Adenom mit weniger als 1 cm Größe, Makroadenome sind definiert mit einer Größe von mehr als 1–2 cm.

Akromegalie:

(akro: Spitze, hier Körperenden; mega: groß). Erkrankung, die durch übermäßige Ausschüttung von Wachstumshormonen aus einem gutartigen Geschwulst der Hirnanhangdrüse hervorgerufen wird. Äußert sich unter anderem in vergrößerten Gesichtszügen sowie vergrößerten Händen und Füßen.

Mehr Information zum Thema Akromegalie finden Sie hier


Aminosäure:

Eine Aminosäure ist der einfachste Baustein des Eiweißes. Mehr als 10 Aminosäuren bilden ein Polypeptid. Mehr als 100 Aminosäuren bilden ein Eiweiß (Protein).

Analogon:

Substanz, die in der Struktur dem Vorbild ähnelt und sich deshalb auch an die entsprechenden Rezeptoren einer Zelle binden kann (z. B. Somatostatin-Analogon). Die Wirkung muss nicht unbedingt die gleiche sein wie die des Vorbildes. So kann ein Analogon auch nur den Rezeptor blockieren und bewirkt damit z. B., dass die im Körper dafür vorgesehene Substanz nicht mehr an diesen Rezeptor binden kann.

Anamnese:

Krankengeschichte eines Patienten.

Angiographie:

Röntgenologische Darstellung der Gefäße (Arterien, Venen, Lymphgefäße) nach Injektion eines Kontrastmittels.

Autopsie:

Untersuchung zur Feststellung der Todesursache.

Bauchspeicheldrüse:

Pankreas, lang gestreckte Drüse im Bauchraum. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssäfte, die sie in den Dünndarm abgibt. Diese Verdauungssäfte enthalten verschiedene Anteile, die bei der Verdauung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten eine wichtige Rolle spielen. Außerdem werden in der Bauchspeicheldrüse Insulin (blutzuckersenkend) und Glukagon (blutzuckersteigernd) gebildet; diese Stoffe werden nicht in den Darm, sondern in das Blut abgegeben.

Bildgebende Verfahren:

Röntgen, klassischer Ultraschall, endoskopischer Ultraschall, Somatostatinrezeptor-Szintigraphie, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Angiographie, Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Biochemische Verfahren:

Laboruntersuchungen, bei denen mit den Methoden der Chemie die Lebensvorgänge im Organismus (Stoffwechsel, Verdauung u. ä.) untersucht werden.

Biopsie:

Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung.

Bronchien/Bronchus:

Verästelungen der Luftröhre zur Verteilung der Luft bis in die einzelnen Lungenbläschen, wo dann der Sauerstoff vom Blut aufgenommen werden kann.

Chemoembolisation

Verschluss einzelner, einen Tumor ernährender Blutgefäße durch Einbringen chemischer Mittel über einen Katheter. Ziel ist die Unterbindung der Versorgung des Tumors und somit eine Schädigung des Tumorgewebes.

Chemotherapie:

Spezifische Hemmung von Infektionserregern oder Tumorzellen im Organismus mittels Chemotherapeutika (Substanzen, die im Idealfall den Stoffwechsel der Infektionserreger oder der Tumorzellen schädigen, ohne andere Zellen anzugreifen).

Cholezystokinin:

In der Dünndarmschleimhaut gebildetes Hormon, das die Entleerungsbewegungen der Gallenblase fördert.

Chromogranin A:

Eiweißsubstanz und allgemeiner Tumormaker für GEP-Tumoren. Wird von normalen endokrinen Zellen und GEP-Tumorzellen produziert und in die Blutbahn abgegeben.

Colon:

Hauptanteil des Dickdarms.

Computertomographie (CT):

Computergestütztes bildgebendes Röntgen-Verfahren. In einer Röhre (welche nicht so lang ist wie beim MRT) wird beim Patienten ein bestimmter Körperteil in Schichten durchstrahlt und elektronisch in Bilder umgesetzt, in denen sich die verschiedenen Gewebe gut voneinander unterscheiden lassen.

Depotpräparat:

Arzneiform, die durch eine langsame Freisetzung eines Wirkstoffes über längere Zeit eine konstante Blutkonzentration dieses Wirkstoffes gewährleistet.

Diabetes mellitus:

„Zuckerkrankheit", siehe unter Insulin.

Diagnose (klinische Diagnose, Labordiagnose, Verdachtsdiagnose):

Erkennung, Eingrenzung und genaue Benennung einer Krankheit und der Krankheitszusammenhänge und Ursachen.

Diarrhoe:

Durchfall

Dopamin:

Überträgersubstanz, die an bestimmten Nerven, unter anderem auch im Gehirn, freigesetzt wird. Eine von vielen Wirkungen ist die Freisetzung von Wachstumshormon.

Dopaminagonist:

Substanz, die dem Dopamin in der Struktur ähnelt und sich an die Dopaminrezeptoren anlagert und so in der Hypophyse hemmend auf die Wachstumshormonfreisetzung wirkt, da der Rezeptor für das wirksame Dopamin blockiert wird. Je mehr Rezeptoren durch den Agonisten blockiert werden, desto weniger Wachstumshormon wird freigesetzt.

Duodenum:

Zwölffingerdarm, an den Magen anschließender Darmabschnitt.

Elektrolyte:

Für den Ablauf der vitalen Vorgänge wichtige Substanzen, wie z. B. Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium.

Embolisation:

Verschluss einzelner, den Tumor ernährender Blutgefäße durch Einbringen kleiner Partikel über einen Katheter (siehe Chemoembolisation).

Endokrin:

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Die Ausschüttung von Hormonen betreffend.

Endokrinologie:

Lehre von der Funktion innerer hormonbildender Drüsen (Schilddrüse, Hypophyse, Nebenniere, Hypothalamus, Eierstöcke, Hoden usw.).

Ethanol, auch Äthanol:

Äthylalkohol (wird allgemein als Alkohol bezeichnet).

Flush:

Anfallsartige Rötung von Gesicht (und Oberkörper), bedingt durch die plötzliche Erweiterung der Hautgefäße.

Gamma-Strahlen:

Energiereiche elektromagnetische Wellenstrahlung, die beim radioaktiven Zerfall ausgesendet wird. Anwendung z. B. für die Strahlentherapie mit Kobalt-60. Gamma-Strahlen schwärzen den Film einer Gamma-Kamera und können so bestimmte Organe oder Gewebe darstellen (siehe Szintigraphie).

Gastrin:

Hormon, das die Salzsäureproduktion des Magens steuert.

Gastrinom (Zollinger-Ellison-Syndrom):

Tumor, der durch Gastrinproduktion der Tumorzellen zu einer gesteigerten Produktion von Magensäure führt.

Gefäßaktive Stoffe:

Substanzen, die eine Wirkung auf Spannung und Durchlässigkeit der Gefäßwände haben und somit die Durchblutung beeinflussen.

GEP-Tumoren:

Gastro-entero-pankreatische Tumoren = Tumoren im Bereich des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Gigantismus:

Proportionierter Riesenwuchs bei vermehrter Bildung von Wachstumshormon vor dem Abschluss des Knochenwachstums, d. h. vor und während der Pubertät.

Glukagon:

Hormon der Bauchspeicheldrüse, das mit dem Insulin zusammen den Zuckerstoffwechsel steuert. Insulin wirkt blutzuckersenkend, Glukagon steigert dagegen den Blutzucker durch Mobilisierung der Zuckerreserven, z. B. in der Leber.

Glukagonom:

Tumor des Verdauungstraktes, der Glukagon produziert.

Glukose:

Traubenzucker

 

Hormon:

Boten- oder Signalstoff, der von speziellen Zellen gebildet und in die Blutbahn abgegeben wird. Bereits kleinste Hormonmengen können bestimmte Stoffwechselabläufe im Körper auslösen.

5-Hydroxyindolessigsäure:

Abgekürzt mit 5-HIES. Abbauprodukt von Serotonin, das im Urin ausgeschieden wird. Vermehrte Ausschüttung beim Karzinoid-Syndrom. Die Bestimmung der Menge der 5-HIES im 24 Stunden Urin dient als diagnostische Maßnahme zur Erkennung des Karzinoid-Syndroms.

Hyperglykämie:

„Überzuckerung" – erhöhter Blutzuckerspiegel.

Hypoglykämie:

„Unterzuckerung" – zu niedriger Blutzuckerspiegel.

Hypophyse (Hirnanhangdrüse):

Kirschkerngroßes, unterhalb der Gehirnbasis gelegenes Organ, das eine große Rolle bei der Regulation des Hormonhaushalts des Menschen spielt. Besteht aus dem Hypophysenvorderlappen und dem Hypophysenhinterlappen.

Hypophysenhinterlappen (HHL):

Ist mit dem Hypothalamus verbunden und speichert die Hormone Oxytozin und ADH (Antidiuretisches Hormon, Vasopressin), die im Hypothalamus gebildet werden. Das Oxytozin wirkt auf die Gebärmutter und auf die Brustdrüse, das ADH reguliert den Körperflüssigkeitshaushalt.

Hypophysenvorderlappen (HVL):

Hormonproduzierende Drüse. Im HVL werden folgende Hormone gebildet: Das Wachstumshormon (Growth hormone = GH, synonym: Somatotropes Hormon = STH), zwei gonadotrope Hormone, nämlich das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH), das Prolaktin, das Thyreotropin (TSH) und das Adrenocorticotropin
(ACTH). Diese Hormone regulieren die Funktion bestimmter Drüsen im Körper: nämlich Schilddrüse (TSH), Keimdrüsen (Geschlechtsdrüsen = Hoden oder Eierstöcke) (LH, FSH), Brustdrüse (Prolaktin) und Nebennierenrinde (ACTH), GH reguliert u. a. das Knochenwachstum.

Hypothalamus:

Unter dem Thalamus (= „Sehhügel") gelegener Teil des Zwischenhirns, in dem Regulierungshormone gebildet werden, die über den Hypophysenstiel in die Hypophyse gelangen und dort spezifisch die Ausschüttung von Hormonen stimulieren oder hemmen. Steuert z. B. auch die Wärmeregulation oder den Blutdruck.

Ileum:

Krummdarm, unterer Anteil des Dünndarms.

Immuntherapie:

Therapie zur Unterstützung des körpereigenen Immunsystems.

Injektion:

Verabreichung eines Arzneimittels durch Spritzen.

Insuffizienz:

Funktionsstörung

Insulin:

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Blutzucker senkt. Wenn Insulin zu wenig wirkt (Insulinresistenz) oder wenig/gar kein Insulin mehr gebildet wird, steigt der Blutzucker stark an. Diese Krankheit
heißt Zuckerkrankheit oder Diabetes mellitus.

Insulinom:

Insulinproduzierender Tumor der Bauchspeicheldrüse.

Interferon (Interferon-α):

Interferone sind natürlich vorkommende Stoffe, die eine steuernde Rolle im Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers spielen. Sie können insbesondere Abwehrmechanismen gegen Viren und Tumorzellen in Gang setzen. Interferon, insbesondere Interferon-α, wird als Medikament zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt.

Jejunum:

Leerdarm, vorderer Teil des Dünndarms.

Kalium:

In Pflanzen und vielen Mineralien vorkommendes Alkalimetall. Unentbehrlicher Bestandteil jeder Zelle. Funktion: Steuerung von elektrischen Vorgängen der Zellen, insbesondere von Nerven und Muskeln; auch wichtig für den Wasserhaushalt der Zellen und des Körpers.

Kallikrein:

Gewebehormon, wichtig für die Funktion der glatten Muskulatur des Darms, der Gebärmutter und der Gefäße.

Kalzium:

Weit verbreitetes, z. B. in Kalk und Kalksandstein vorkommendes Leichtmetall. Kalzium ist wichtig für die Knochenbildung. Darüber hinaus hat Kalzium antiallergische und gefäßabdichtende Funktionen sowie Funktionen bei der Blutgerinnung. Auch bei der Erregung der Nervenzellen und der Muskulatur spielt es eine zentrale Rolle.

Kollaps:

Zusammenbruch

Koma:

Bewusstlosigkeit, ein Zustand tiefster, durch äußere Reize nicht zu unterbrechender Bewusstseinsstörung.

Leitsymptom:

Symptom, durch das sich eine Erkrankung hauptsächlich bemerkbar macht.

Laserinduzierte interstitielle Thermotherapie

Über optische Fasern werden Laserstrahlen gezielt in Metastasen abgegeben. Durch die Hitzeentwicklung stirbt das Tumorgewebe ab.

Lokalisation:

Ort des Vorkommens.

Lymphknoten:

In die Strombahn der Lymphgefäße eingeschaltete, etwa linsen- bis bohnengroße Knoten, die als Filter für schädliche und fremde Teile wie z. B. Erreger, Gifte, Tumorzellen oder Zellabbauprodukte funktionieren.

Magnetresonanztomographie (MRT):

Bildgebendes Verfahren ohne Einsatz von Strahlen. In einer Röhre werden von einem bestimmten Körperteil elektronische Bilder aufgenommen, die z. B. Informationen liefern, ob eine Vergrößerung eines Organs stattgefunden hat. Die MRT wird auch als „Kernspin-Untersuchung" bzw. NMR bezeichnet.

MEN

Multiple Endokrine Neoplasien. Seltene Erbkrankheit, bei der mehrere verschiedene (multiple) Tumoren (Neoplasien) innerer, hormonproduzierender (endokriner) Organe auftreten können.

Metastase:

Tochteransiedlung eines bösartigen Tumors.

Nebenniere:

Halbmondförmige, der Niere aufsitzende hormonbildende Drüse. Im Nebennierenmark werden Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebildet, in der Nebennierenrinde die Kortikoide, z. B. Cortisol, und die männlichen Sexualhormone.

Nebenschilddrüsen:

Vier linsengroße, lebenswichtige Drüsen, die der Schilddrüse von hinten anliegen und in denen das Parathormon gebildet wird (Weiteres siehe dort).

Neoplasie:

Autonome, ungeregelte Neubildung von Gewebe.

Neuroenokrin:

Das Nerven- und Hormonsystem betreffend.

Neuropeptid

Eine für den Nachweis von Karzinoiden wichtige Substanz. Neuropeptid K wird von den Karzinoidzellen als Vorstufe für verschiedene Hormone gebildet und kann dann im Blut nachgewiesen werden.

Pankreas:

Bauchspeicheldrüse

Parathormon:

In den Nebenschilddrüsen gebildetes Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt des Körpers regelt. Bei niedrigem Kalziumspiegel im Blut bewirkt das Parathormon eine vermehrte Freisetzung von Kalzium aus den Knochen und eine vermehrte Ausscheidung von Phosphat über die Nieren. Ist die Ausschüttung von Parathormon durch einen Nebenschilddrüsentumor erhöht, ist auch das Blutkalzium übermäßig erhöht. Das überschüssige Kalzium muss über die Nieren ausgeschieden werden und begünstigt die Bildung von Nierensteinen. Die Knochen verlieren mit der Zeit immer mehr Kalzium, wodurch es zu Knochen- und Gelenkschmerzen kommen kann. Außerdem kann die Störung des Kalziumhaushalts auch oft zu chronischen Verstopfungen führen.

Pentagastrin:

Substanz, die die Sekretion von Magensaft fördert.

Peptid:

Kurzkettiges Eiweiß, das sich aus mehreren Aminosäuren (den kleinsten Eiweißbausteinen) zusammensetzt.

Perkutan:

Durch die Haut.

PET:

Positronen-Emissions-Tomographie, ein bildgebendes nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem sich Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar machen lassen. Tumorzellen können an ihrem beschleunigten Zuckerstoffwechsel erkannt werden. Dazu wird dem Patienten ein mit einem Positronenstrahler markierter Stoff (Radiopharmakon, z. B. Fluor-Deoxyglukose = FDG) injiziert, der sich insbesonders in den stoffwechselaktiven Tumorzellen anreichert. Diese lassen sich anhand der beim Zerfall des Radiopharmakons ausgesandten Strahlen mit Hilfe eines Scanners lokalisieren.

Pfortader:

Die große Vene, die das gesamte aus der Bauchhöhle zurückfließende venöse Blut sammelt und zum Herzen leitet.

Photothermisch:

Durch spezielles Laserlicht (daher „photo-") hervorgerufene Wärmeerzeugung (daher „-thermisch") zur Zerstörung von Tumorgewebe.

Prolaktin

Hormon des Hypophysenvorderlappens, das die Milchbildung steuert.

Prostaglandine:

In verschiedenen Körpergeweben gebildete Hormone mit vielfältiger Wirkung, wie z. B. Gefäßerweiterung, Wachstum von Schleimhautzellen, Wehentätigkeit bei der Geburt.

Radiofrequenzablation:

Methode zur lokalen „Verkochung" von Gewebe. Mit einer Sonde, an deren Spitze durch hochfrequente Wechselstromfelder Temperaturen bis 100 °C erzeugt werden, lassen sich Metastasen CT-gesteuert gezielt koagulieren.

Radioligandentherapie:

Im Gegensatz zur konventionellen externen Strahlentherapie handelt es sich bei der Radioligandentherapie um eine „interne" Strahlentherapie, bei der sich das intravenös verabreichte Radiopharmazeutikum spezifisch im Tumor anreichert. Die selektive Bindung an die Tumorzellen wird dadurch erreicht, dass man als Trägermolekül ein Somatostatin-Analogon verwendet, das wie ein Schlüssel in die auf den GEP-Tumorzellen meist in besonders hoher Anzahl vorhandenen Somatostatinrezeptoren passt. An das Trägermolekül ist ein radioaktiver Strahler (z.B. 90Yttrium oder 111Lutetium) gebunden, der die Tumorzellen mit einer Reichweite von 1–6 mm bestrahlt.

Retadiert:

Hinausgezögert, verlängert. Arzneimittel mit Retardwirkung haben durch eine besondere Zubereitungsform eine wesentlich verlängerte Wirkung.

Rezeptor(bindung):

Ein Rezeptor ist eine Empfangs- oder Aufnahmestelle auf der Oberfläche einer Zelle für bestimmte Reize. Einige Zellen binden z. B. Hormone an ihren Rezeptoren, wodurch eine spezielle Funktion in oder an der Zelle ausgelöst wird. An diese Rezeptoren können auch künstlich hergestellte Substanzen (z. B. Medikamente) binden und dadurch eine Wirkung erzielen. Ein Beispiel ist die Bindung von Somatostatin (oder einem Analogon) an die Somatostatinrezeptoren.

Röntgenkontrastmittel:

Hilfsmittel zur Darstellung von Körperräumen, Hohlorganen und Gefäßen, die z. B. für die Röntgen-Darstellung von Magen oder Darm getrunken oder zur Darstellung von Blutgefäßen gespritzt werden können.

Sekretin:

Hormon, das im Zwölffingerdarm freigesetzt wird und eine Ausschüttung (Sekretion) von Verdauungssäften der Bauchspeicheldrüse und der Galle bewirkt.

Sekretion:

Absonderung. Äußere Sekretion: Absonderung eines Stoffes, der von Drüsen durch einen Ausführungsgang nach außen an die Haut oder an die Schleimhaut abgegeben wird.

Somatostatin:

Im Hypothalamus gebildetes Hormon, das die Ausschüttung anderer Hormone (z. B. Wachstumshormon, Schilddrüsen-stimulierendes Hormon, ACTH, Insulin, Glukagon, Gastrin) hemmt.

Somatostatinom:

GEP-Tumor, dessen Zellen Somatostatin produzieren. Somatostatinome kommen in der Bauchspeicheldrüse und im Zwölffingerdarm vor. Wirkung, wie z. B. Gefäßerweiterung, Wachstum von Schleimhautzellen, Wehentätigkeit bei der Geburt.

Sonde:

Starres oder elastisches, stab- oder röhrenförmiges Instrument zur Einführung in Hohlorgane des Körpers (z. B. Magensonde, Herzkatheter).

Suspension:

Aufschwemmung von feinen festen Teilchen in einer Flüssigkeit (Suspendierlösung).

Symptom:

Krankheitszeichen

Syndrom:

Symptomkomplex, Gruppe von gleichzeitig auftretenden Krankheitszeichen.

Synthetisch:

Künstlich hergestellt.

Szintigraphie:

Nuklearmediziniche Untersuchungsmethode. Verfahren, bei dem kurzlebige radioaktiv markierte Substanzen dem Körper zugeführt, im Körper räumlich verteilt und dann z. B. mit einer Gamma-Kamera registriert werden.

Therapie:

Behandlung einer Krankheit, Heilverfahren.

T-Lymphozyt:

Weißes Blutkörperchen mit wichtiger Abwehrfunktion innerhalb des Immunsystems.

Transillumination:

Beleuchtung eines Organs (z. B. Zwölffingerdarm) von innen.

Tumor:

Allgemein jede umschriebene Schwellung von Körpergeweben; im engeren Sinn Geschwulst, die je nach ihrem Wachstumsverhalten als gut- oder bösartig eingestuft wird.

Tumormarker (Chromogranin A):

Stoffe, die von den Tumorzellen produziert und in die Blutbahn abgegeben werden. Der spezifische Tumormarker für GEP-Tumoren ist das Chromogranin A.

 

Überzuckerung:

Hyperglykämie – erhöhter Blutzuckerspiegel.

Ultraschalldiagnostik:

Diagnostisches bildgebendes Verfahren unter Anwendung von Ultraschallwellen. Die Wiedergabe von Bewegungen und Abläufen ist möglich und es besteht keine Strahlenbelastung.

Unterzuckerung:

Hypoglykämie – zu niedriger Blutzuckerspiegel.

VIP (vasoaktives intestinales Polypeptid):

Substanz, die eine Wirkung auf die Wasserdurchlässigkeit der Gefäße der Darmschleimhaut hat und so u. a. zu wässrigen Durchfällen führt.

VIPom

Tumor, der VIP produziert und vor allem zu wässrigen Durchfällen führt.

Wachstumshormon

STH, GH. Im Hypophysenvorderlappen gebildetes Hormon, welches das Wachstum in der Jugend reguliert.

Zentrales Nervensystem:

Das Nervensystem in Gehirn und Rückenmark wird als zentrales Nervensystem bezeichnet. In Ergänzung zu diesem System gibt es das periphere Nervensystem, das aus Nervensträngen (Leitungen) besteht, welche Impulse des zentralen Nervensystems zu den Erfolgsorganen (z. B. Muskeln) leiten.

Zwölffingerdarm:

Direkt an den Magen anschließender oberer Teil des Dünndarmes, dessen Länge in etwa der Breite von zwölf Fingern entspricht.

Zytostatika (Chemotherapeutika):

Medikamente, die direkt wachstumshemmend bzw. abtötend auf Tumorzellen wirken.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. September 2008
Durch: Springer Medizin

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