Untersuchung beim Frauenarzt

Gynäkologischer Abstrich und Pap-Test

Der Abstrich ist eine Routineuntersuchung beim Frauenarzt und dient der Krebsvorsorge. Alles über Ablauf und was passiert, wenn der Pap-Test nicht in Ordnung ist.

Gynäkologische_Untersuchung
Der Abstrich beim Frauenarzt gehört zur Krebsvorsorge, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Mit einem gynäkologischen Abstrich kann der Arzt verschiedene Sekrete, Zellen, Bakterien und Pilze im Genitalbereich der Frauen untersuchen. Dazu wird eine Zellprobe von Gebärmutterhalskanal und Muttermund entnommen und das Material anschließend auf Anzeichen von Entzündungen oder bösartigen Veränderungen untersucht.

Er wird auch zytologischer Abstrich, Zervixabstrich oder Pap-Test genannt. Als Pap-Test (benannt nach dem griechischen Arzt und Pathologen George Papanicolaou) zählt er zu den Routineuntersuchungen in der gynäkologischen Praxis und dient vor allem der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen.

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Das macht der Frauenarzt beim Abstrich

Die Untersuchung wird in aller Regel vom Frauenarzt durchgeführt. Eine besondere Vorbereitung auf den Abstrich beim Gynäkologen ist nicht nötig. Für den Abstrich entkleidet sich die zu Untersuchende vom Bauchnabel abwärts und begibt sich auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl.

Für die Sekret- oder Zellentnahme wird die Scheide mit einem eingeführten Metallspatel (Spekulum) schmerzlos entfaltet. Der Arzt oder die Ärztin führt dann einen sterilen Spatel, Wattestäbchen oder eine kleine Bürste ein, streicht damit über die Schleimhautoberflächen und entnimmt so das nötige Probematerial.

Der gynäkologische Abstrich wird zwar meist als unangenehm empfunden, ist jedoch nicht schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten. Komplikationen sind nicht zu erwarten. Gelegentlich kann es nach der Untersuchung zu leichten Schmierblutungen kommen.

Mikrobiologische Untersuchung im Labor

Nachdem der Arzt das Zellmaterial entnommen hat, wird es auf einem Objektträger ausgestrichen und nach (oder ohne) Färbung unter dem Mikroskop betrachtet. Anschließend schickt der Behandler die Probe in ein Labor, wo das Material feingeweblich untersucht und der eigentliche Pap-Test durchgeführt wird.

Im Labor wird das aus der Scheide entnommene Untersuchungsmaterial auf Anzeichen für Entzündungen oder bösartige Veränderungen analysiert. Dazu werden die Proben eingefärbt, um Veränderungen und auffällige Zellen besser sichtbar machen und beurteilen zu können.

Befund-Auswertung: Was das Ergebnis des Pap-Tests aussagt

Der Pap-Test wird dabei in unterschiedliche Befundgruppen eingeteilt, sogenannte Pap-Gruppen.

Folgende Tabelle zeigt, wie die Ergebnisse des Laborbefunds eingestuft werden und welche weiteren diagnostischen Schritte notwendig sind.

 

Befund Bedeutung Maßnahmen
PAP I Gesunde Zellen Normalbefund, nächste Untersuchung nach einem Jahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung
PAP II Einzelne leicht entzündete, aber nicht stark veränderte Zellen Ursache für Zellveränderungen sind meist Infektionen; gegebenenfalls Therapie mit Antibiotika gegen Bakterien, Antimykotika gegen Pilze oder Salben gegen örtliche Entzündungen; erneute Untersuchung nach einem Jahr, bei einer Infektionstherapie nach drei Monaten
PAP II w ("w" = Wiederholung) Abstriche, die für eine Beurteilung nicht ausreichen (zu wenige Zellen), oder Zellveränderungen, die sich weder als definitiv unnormal noch als normal einstufen lassen (z.B. aufgrund von Probenverunreinigungen) Kontrolluntersuchung nach drei Monaten
PAP III Unklarer Befund, Zellen sind stark entzündet oder zeigen sonstige Veränderungen, die nicht eindeutig als gut- oder bösartig eingestuft werden können Antibiotische oder hormonelle Behandlung, kurzfristige Kontrolle nach etwa zwei Wochen; bei anhaltendem PAP III Entnahme einer Gewebeprobe und HPV-Test
PAP III D Leichte bis mittelschwere Veränderungen der Schleimhautzellen, die sich als Krebsvorstufe, sogenannte Dysplasie, einordnen lassen Ursache meist HPV-Infektion; Wiederholung PAP-Test in Abständen von jeweils drei Monaten; bei wiederholtem Auftreten Untersuchung einer Gewebeprobe
PAP IV A Starke Zellveränderungen (Dysplasie) oder Krebs im Frühstadium Gezielte Entnahme unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie); mitunter Ausschabung des Gebärmutterhalskanals (Kürettage) oder Konisation
PAP IV B Starke Zellveränderungen (Dysplasie) oder Krebs im Frühstadium; Verdacht auf invasives (über die oberste Schleimhautschicht hinaus reichendes) Karzinom Gezielte Entnahme unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie) mit anschließender Therapie
PAP V Zellen eines bösartigen, in tiefere Gewebeschichten einwachsenden (invasiven) Tumors sind nachweisbar Gezielte Entnahme unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie) mit anschließender Therapie

 

Es kann vorkommen, dass die Probe des ersten Abstrichs nicht ausreicht, um eine genaue Aussage treffen zu können. Dann wird ein weiterer Abstrich notwendig. Der Verdacht auf bösartige Zellveränderungen wird mittels Gewebeentnahme (Endometriumbiopsie) überprüft.

Pap-Test zählt seit 1971 zur Krebsvorsorge

Bereits seit 1971 wird der Pap-Test zur bei Frauen durchgeführt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen ab dem 20. Lebensjahr eine Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs pro Jahr. Seit der Einführung des Pap-Tests als regelmäßiges Screening konnte bei vielen Frauen ein frühes Stadium der Erkrankung rechtzeitig erkannt und so die negativen Folgen einer späten Diagnose, wie beispielsweise ein größerer chirurgischer Eingriff, abgewandt werden.

Denn wenn der Test regelmäßig durchgeführt wird, können bereits entzündetes Gewebe oder Krebszellen entdeckt werden, bevor Frauen überhaupt erste Beschwerden bemerken. Auch Krankheitserreger, beispielsweise Chlamydien, lassen sich im Zellabstrich nachweisen.

HPV-Test spürt Krebserreger auf

Mit einem gynäkologischen Abstrich kann auch Probematerial für einen HPV-Test gewonnen werden. Humane Papillomaviren (kurz: HP-Viren oder HPV) können an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein. Der HPV-Test eignet sich daher dazu, eine Infektion mit den Viren aufzuspüren. Allerdings ist der HPV-Test bislang kein Bestandteil der Krebsvorsorge und wird nur bei bestehendem Verdacht auf eine Infektion durchgeführt.

Treffsicherheit des Pap-Tests liegt bei bis zu 90 Prozent

Ein gynäkologischer Abstrich muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, da er sonst falsche Ergebnisse liefern kann. Bei einem verdächtigen Befund wird daher der Abstrich wiederholt. Auch wenn mittels Test kein auffälliges Gewebe gefunden werden kann, bedeutet dies nicht, dass keine vorhanden sind. Die Treffsicherheit des Pap-Tests wird mit etwa 80 bis 90 Prozent angegeben.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2016
Durch: es
Quellen: Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: http://www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: Januar 2016) Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums (Krebsinformationsdienst) dkfz, Heidelberg: http://www.krebsinformationsdienst.de (Stand: Januar 2016) Breckwoldt, M. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008 Frank, W. et al.: PAP-Test zum Screening auf Zervixkarzinom. Deutsche Agentur für Health Technology Assessment des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DAHTA@DIMDI) (Hrsg.) 2005

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