Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind keine Krankheit, sondern etwas Natürliches im Leben jeder Frau. Durch das Nachlassen der Hormonproduktion stellt sich der Körper darauf ein, keine Kinder mehr zu bekommen.


Beschwerden

Das hat die Natur so eingerichtet, weil die Lebenserwartung in früheren Zeiten sehr kurz war. Heute hat eine Frau, die gerade in den Wechseljahren ist, im Durchschnitt noch 30 Jahre vor sich. Wie positiv und aktiv sie den neuen Lebensabschnitt erlebt, bestimmt sie ganz wesentlich selbst.

Die meisten Frauen in den Wechseljahren fühlen sich nur mäßig oder kaum beeinträchtigt. Erhebliche körperliche und seelische Probleme hat nur jede dritte Frau. Erste Signale sind unregelmäßig auftretende Monatsblutungen. Die Abstände dazwischen können kürzer oder länger werden; auch Zwischenblutungen sind möglich. Häufig verlaufen die Blutungen stärker als in früheren Jahren. Später kommen Hitzewallungen und Schweißausbrüche hinzu, die von Herzklopfen und Schwindelgefühl begleitet sein können.

Deren Dauer schwankt von wenigen Sekunden bis zu 30 Minuten und deren Häufigkeit von wenigen Malen im Monat bis zu mehrmals stündlich. Nicht selten stören die Beschwerden auch den Schlaf. Außerdem typisch sind depressive Verstimmungszustände, Nervosität und ein Leistungsabfall. Ob und wie stark die seelische Verfassung leidet, bestimmen zusätzlich äußere Umstände. Während der Wechseljahre ändert sich häufig die Lebenssituation. Die Kinder gehen aus dem Haus, manche Ehe wird geschieden, oder die Eltern werden pflegebedürftig.

Östrogenmangel

Die Dauer der Wechseljahresbeschwerden ist von Frau zu Frau verschieden: Sie können nur sechs Monate anhalten, aber auch drei Jahre. Unabhängig davon birgt die hormonelle Umstellung langfristig gesundheitliche Risiken. Zu den bekanntesten gehört die Osteoporose (Knochenschwund). Außerdem geht mit dem fehlenden Östrogeneinfluss der Schutz der Blutgefäße vor Arteriosklerose und damit verbundenen Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) verloren. Und nicht zuletzt wirkt sich die veränderte Hormonsituation auf Schleimhäute, Haut, Haare und die Figur aus. All diesen Problemen ist heute keine Frau hilflos ausgeliefert: Eine positive Grundeinstellung, die moderne Medizin und eine bewusste Lebensweise (s. "Was Sie sonst noch tun können") sorgen dafür, den Körper weiterhin gesund, attraktiv und leistungsfähig zu halten.

Wissenswertes

Phasen der Wechseljahre:

  • Prämenopause: Bereits ab dem 40. Lebensjahr können erste hormonelle Veränderungen eintreten und zu unregelmäßigen Regel­blutungen führen.
  • Menopause: Zeitpunkt der letzten Regelblutung, durchschnittlich im 52. Lebensjahr.
  • Postmenopause: Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung bis zum Lebensende.

Fakten aus der Wissenschaft

Frauen in Asien haben weniger Wechseljahresbeschwerden als Frauen in Europa. Wissenschaftler bringen das in Verbindung mit dem hohen Konsum von Sojalebensmitteln. Ein englisches Forschungsteam der Universität Leeds erforschte die Wirkung von Sojaisoflavonen (Sojainhaltsstoffe) bei Frauen in den Wechseljahren. Die Testpersonen erhielten keine Hormonersatztherapie, litten jedoch unter starken Hitzewallungen. Bereist vier Wochen nach täglicher Aufnahme der Sojaisoflavone gingen bei den Frauen Reizbarkeit und die Schwere von Schlafstörungen zurück.

Quelle: Springer Medizin

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