Die Parasiten lieben es schwül

Feuchtwarmes Wetter spielt Zecken in die Karten

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Vorsicht, Zecke: An feucht-warmen Tagen sind die parasitären Spinnentiere besonders aktiv.
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Feucht-heiße Tage und abends Gewitter: Zecken mögen die derzeitige Witterung in vielen Regionen Deutschlands und sind aus diesem Grund besonders aktiv. Das erhöht die Gefahr, sich mit Krankheiten wie Borreliose anzustecken. Panik ist allerdings fehl am Platz, wie Experten erklären.

Aktuell sind ungewöhnlich viele Menschen von Zeckenstichen betroffen. Der Grund: An schwülen Tagen sind auch mehr dieser Parasiten unterwegs, die Krankheiten übertragen können. "Das liegt an den Temperaturen, die zur Zeit herrschen, aber auch an unserem Verhalten. Wir sind jetzt eher draußen", erläuterte Masyar Monazahian, Virologe beim niedersächsischen Landesgesundheitsamt.

Zecken-Krankheiten wie FSME und Borreliose: Wie kann ich mich schützen?

Wer sich lange und ungeschützt im Freien aufhält, riskiert, sich mit einer von den Parasiten übertragenen Krankheit zu infizieren. Die häufigste dieser Erkrankungen in Deutschland ist die Lyme-Borreliose. "Wichtig ist, schnell zum Arzt zu gehen", empfiehlt Monazahian. Borreliose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

Die ebenfalls von Zecken verursachte Hirnhautentzündung FSME ist weit gefährlicher. Es gibt Risikogebiete, wo der FSME-Erreger besonders stark verbreitet ist. "Wer nach Bayern, Baden-Württemberg oder auch nach Schweden, Norwegen oder Dänemark reist, sollte sich in jedem Fall schützen", erklärt Monazahian. Auch im heimischen Garten ist niemand vor Zecken sicher. Die Parasiten meiden nur frisch gemähten Rasen oder dichten Wald. 

Zecken: Die wichtigsten Fakten!

Den zähen Zecken immer mit Vorsicht begegnen

Ein Stich lässt sich durch Zeckenschutzmittel (Repellents) vorbeugen. "Am besten das Mittel alle zwei Stunden auftragen", rät Monazahian. Nach dem Aufenthalt im Grünen sollte sich jeder absuchen und die Kleidung ausschütteln. Die Zecken bleiben unter Umständen selbst im Haus, wenn man die Kleidung sofort wäscht. Die Krabbeltiere können schwimmen und überleben sogar einen 40-Grad-Waschgang.

Die Biologin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig warnt vor Panikmache, sagt aber gleichzeitig: "Vorsichtsmaßnahmen sollten zur Routine werden, ähnlich wie das Zähneputzen." Zecken können insgesamt etwa 50 Krankheiten übertragen, von denen manche erst kürzlich entdeckt wurde. Das macht sie zu den gefährlichsten Tieren unserer Breiten.

 

Infokasten: Zecken schnell entfernen – aber wie?

Do: Die Zecke mit einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut fassen und sie mit gleichmäßiger Geschwindigkeit entgegen der Strichrichtung herausziehen. Die Wunde sollte man im Anschluss gründlich desinfizieren.

Don't: Die Zecke darf beim Entfernen nicht zerquetscht oder gedrückt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass mit Erregern infizierter Speichel schneller übertragen wird. Das Spinnentier darf ebenfalls nicht, wie manchmal empfohlen, mit Nagellack, Klebstoff oder Öl bedeckt werden.

Kniffe und Tricks: Krabbelt die Zecke noch herum, hilft Klebeband beim Einfangen. Den Tag, an dem die Zecke bemerkt wurde, und die Verweildauer sollte man notieren. Wenn sich die Haut an oder in der Nähe der Stichstelle rötet, Fieber oder Kopfschmerzen auftreten, geht man am besten möglichst schnell zum Arzt. Um eine Zecke unschädlich zu machen, am besten mit einem zylindrischen Gegenstand wie einem Glas fest über das Tier rollen.

Zecken richtig entfernen

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Letzte Aktualisierung: 09. Juli 2015

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