Prophylaxe

Fissurenversiegelung: Kosten und Ablauf der Zahnversiegelung

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Eine Fissurenversiegelung kann der Kariesbildung vorbeugen, dabei werden spaltartige Vertiefungen (Fissuren) an den Kauflächen der Zähne abgedichtet und geglättet. Diese sind somit leichter zu reinigen und optimal geschützt. Wer trägt die Kosten einer Zahnversiegelung und wem wird sie empfohlen?

Fissurenversiegelung: Wann ist sie notwendig
© Getty Images/FangXiaNuo

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Was sind Zahnfissuren?

Die Kauflächen der Zähne sind nicht ebenmäßig. Rundliche Grübchen und spaltartige Fissuren treten vor allem an den Kauflächen der vorderen und hinteren Backenzähne (Prämolaren und Molaren) auf. Bakterien können sich in den Vertiefungen des Zahns leicht vermehren, die Reinigung ist oftmals erschwert.

Nicht alle Fissuren stellen ein Kariesrisiko dar. Es kommt darauf an, wie die Vertiefungen beschaffen sind. Sind die Fissuren flach und weit, lassen sie sich gründlich reinigen. Sind sie hingegen tief und zerklüftet, können Borsten auch bei guter Mundhygiene nur wenig ausrichten. Hier ist das Kariesrisiko besonders hoch, selbst wenn eine äußerst gewissenhafte Zahnhygiene betrieben wird. Eine Fissurenversiegelung kann dann eine Maßnahme sein, um Fissurenkaries vorzubeugen.

Fissurenversiegelung: Beschichtung des Zahns

Bei der Fissurenversiegelung handelt es sich um eine Methode zur Kariesprophylaxe, bei der tiefe Grübchen und Fissuren am Zahn mit einem Füllmaterial (meist Kunststoff) verschlossen werden. So entsteht eine leicht zu reinigende Kaufläche, wodurch der Kariesbildung vorgebeugt wird und sich Mikroorganismen schwerer ansiedeln können.

Weist der Zahn bereits eine kariöse Stelle auf, ist eine erweiterte Versiegelung möglich. Dann wird zuvor die Zahnfäule entfernt und unter Umständen eine Füllung eingesetzt.

Ab welchem Alter ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll?

Als Kariesschutz kann die Fissurenversiegelung bereits bei Kindern durchgeführt werden, sobald die ersten Milchzähne ausgefallen und die bleibenden Zähne durchgestoßen sind. Dieser Prozess beginnt meist zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr und endet etwa mit dem 11. bis 13. Lebensjahr.

Die Versiegelung kariesfreier Zähne kann aber auch noch im Erwachsenenalter durchgeführt werden.


Ablauf der Fissurenversiegelung: Reinigung, Trockenlegung, Versiegelung

Die Zahnversiegelung ist schmerzfrei und dauert rund eine halbe Stunde. Vor der Versiegelung müssen die Zähne gründlich untersucht werden, um eventuelle kariöse Stellen aufzuspüren. Dabei wird oftmals eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um Karies, der tief im Zahn beziehungsweise in den Fissuren verborgen ist, sichtbar zu machen.

Zeigen sich keine Auffälligkeiten, kann der Versiegelungsprozess beginnen: Zunächst wird eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Dann müssen die Zähne trocknen, da das Versieglermaterial nicht auf feuchtem Untergrund hält. Anschließend wird ein säurehaltiges Gel aufgetragen, das die Zahnoberfläche aufraut. Dadurch wird die Haftung verbessert.

Jetzt kann auch der Versiegler aufgepinselt werden. Dabei handelt es sich um einen sehr dünnflüssigen Kunststoff (Komposite). Das Versiegelungsmaterial wird in der Regel mit einer speziellen Blaulichtlampe (Polimerisationslampe) ausgehärtet. Immer häufiger kommen aber auch selbsthärtende Komposite zum Einsatz. Nach der Versiegelung werden überschüssige Reste entfernt und der Zusammenbiss kontrolliert. Zudem werden die Zähne mit einem Fluoridgel behandelt. Die Fluoridierung soll den Zahnschmelz widerstandsfähiger machen.

Wie lange Schutz vor Karies?

Eine korrekt durchgeführte Versiegelung hält etwa sieben bis zehn Jahre. Löst sich der Versiegler wesentlich früher von den Furchen, ist meist ein Verarbeitungsfehler die Ursache. Um einen optimalen Schutz zu gewährleisten, müssen sich Patient*innen regelmäßig, etwa alle drei Monate, zahnärztlich untersuchen lassen. Das ist vor allem im ersten Jahr wichtig. Später reicht es aus, wenn man die regulären Vorsorgeuntersuchungen zweimal jährlich wahrnimmt.

Gründliche Zahnhygiene weiterhin notwendig

Wie wirksam die Fissurenversiegelung ist, hängt aber nicht nur vom Können des*der Zahnarztes*Zahnärztin ab. Nach einer Fissurenversiegelung muss weiterhin eine gründliche Zahnhygiene betrieben und auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Ratsam ist zudem eine regelmäßige Fluoridierung, um den Zahnschmelz zu stärken. Entsprechende Fluoridgele sind in der Apotheke und Drogerie erhältlich.

Fissurenversiegelung: Risiken und Nebenwirkungen

Die Fissurenversieglung ist schonend und nicht schmerzhaft. Gesundheitliche Komplikationen sind die Ausnahme. Unter Umständen können Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auftreten. Dieses Risiko besteht jedoch immer, wenn der Körper in Kontakt mit Fremdmaterial kommt. Wurde die Behandlung nicht korrekt durchgeführt, kann sich unter der Versiegelung Karies bilden. Die Bakterien können sich dann tief in den Zahn ätzen und sind teilweise auch unter einem Röntgenbild nicht erkennbar.

Insbesondere bei Kindern, die Schwierigkeiten haben, ruhig auf dem zahnärztlichen Stuhl zu sitzen, ist das Risiko eines Behandlungsfehlers und damit für Fissurenkaries unter der Versiegelung groß. Deshalb sehen manche Zahnärzt*innen davon ab, die Fissurenversiegelung prophylaktisch durchzuführen.

Kostenübernahme: Wer zahlt die Versiegelung der Fissuren?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die Fissurenversiegelung wird nur bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr von den Kassen gezahlt. Es dürfen maximal acht bleibende, große Backenzähne (Molaren) behandelt werden. Bei Erwachsenen wird die Versiegelung privat abgerechnet. Die Kosten hierfür liegen etwa zwischen 15 und 50 Euro pro Zahn.

Zusammenfassung

Was ist eine Fissurenversiegelung? Eine Fissurenversiegelung wird auch als Grübchenversiegelung bezeichnet. Dabei werden die tiefen Einkerbungen und Rillen (Fissuren) des Zahns mit einem Kunststoffmaterial versiegelt. Die Zahnversiegelung dient dem Kariesschutz.

Mundhygiene nach einer Fissurenversiegelung: Behandlung mit Fluorid, regelmäßige Nachkontrollen, gründliches Zahneputzen

Kosten: Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren übernehmen Krankenkassen die Behandlung, danach betragen die Kosten zwischen 15 und 50 Euro pro Zahn.

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