Gefahr für das Kind

Zugeschnappt: Erste Hilfe bei Tierbissen

"Der will nur spielen", versichern Hundebesitzer, wenn ihre Haustiere auf Kinder zustürmen. Leider ist auf Herrchens Aussage nicht immer Verlass. Rund 30.000 Verletzungen durch Tierbisse werden in Deutschland jährlich registriert; die Dunkelziffer liegt weit höher. Lesen Sie hier, wie die Erste-Hilfe-Maßnahmen aussehen.

Zugeschnappt: Erste Hilfe bei Tierbissen
Tierbisse sollten zügig mit Erste Hilfe-Maßnahmen behandelt werden

Tierbisse, egal wie groß sie sind, können gefährlich werden und müssen sofort durch Erste-Hilfe-Maßnahmen versorgt werden. Denn mit dem Speichel des Tieres gelangen Bakterien und Viren in die Wunde. Die Folgen können eine Wundinfektion, Wundstarrkrampf (Tetanus) oder Tollwut sein. Von Hundebissen geht ein Infektionsrisiko von 15 bis 20 Prozent aus, bei Katzenbissen dagegen von über 50 Prozent. Menschenbisse sind übrigens ähnlich infektiös wie Katzenbisse. Besonders infektionsgefährdet sind:

  •     tiefe oder verschmutzte Wunden
  •     Wunden mit stark zerstörtem Gewebe
  •     Bisswunden an den Händen, in Knochen- und Gelenknähe

Achtung vor Wundstarrkrampf und Tollwut durch Tierbisse

Häufig übertragene Bakterien bei Tierbissen, die Entzündungen auslösen, sind – oft trotz Erster Hilfe – Staphylokokken, Streptokokken und Clostridien. Gefürchtete Keime sind Pasteurellen, die für besonders schlimme Infektionen verantwortlich sind. Bei Wundinfektionen treten nach wenigen Stunden oder Tagen eitrige Entzündungen und starke Schmerzen auf. Bei tiefen Verletzungen sind nicht nur die Haut, sondern auch Sehnen, Gelenke und Knochen gefährdet. Lebensbedrohliche Komplikationen drohen bei Ansteckung mit Erregern des Wundstarrkrampfes oder der Tollwut. Vorsicht ist auch geboten, wenn Kinder beim Spielen im Wald oder auf dem Feld einen Tollwut-Impfstoffköder berührt haben. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Insituts empfiehlt in solchen Fällen bereits eine Tollwutvorbeugung.

Bisswunden schnell reinigen

Das Risiko einer Infektion nach Tierbissen lässt sich vermindern, wenn man die Wunde zur Ersten Hilfe:

  •     unter fließendem Wasser reinigt, sobald sie nicht mehr stark blutet.
  •     mit Hautdesinfektionsmittel behandelt.
  •     mit Pflaster, Pflastersprühverband oder mit Mullkompressen bedeckt.

Nach der Ersten Hilfe sollte nach Tierbissen immer ein Arzt aufsucht werden – auch bei kleinen Wunden. Er stellt sicher, dass keine Verletzungen an Muskeln, Nerven oder Gefäßen vorliegen und entscheidet ob eine Tetanus- oder Tollwutprophylaxe eingeleitet werden muss. Wird die Wunde sofort behandelt, treten meistens keine weiteren Probleme auf.

Richtiger Umgang beugt Tierbissen vor

Besonders häufig werden Kinder zwischen fünf und neun Jahren Opfer von Tierbissen. Denn Kinder behandeln Hunde und Katzen gerne wie Kuscheltiere. Dass Tiere durch Beißen gefährliche Verletzungen anrichten können, ist Kindern noch nicht klar. Eltern sollten daher ihre Kindern über mögliche Gefahren aufklären und ihnen den richtigen Umgang mit Tieren vermitteln – dann wird Erste Hilfe gar nicht nötig:

  •     Tiere sind kein Spielzeug, sondern schmerzempfindende Wesen.
  •     Nie fremde Tiere streicheln, ohne den Besitzer vorher zu fragen.
  •     Tiere nicht überraschen oder erschrecken, etwa beim Fressen oder Schlafen.
  •     Nicht vor Hunden davonlaufen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2012

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