Diskrete, günstige und ökologische Monatshygiene

Was ist eine Menstruationstasse?

Menstruationscups sind kaum größer als ein Tampon und bestehen aus weichem, flexiblem Material

Für die meisten Frauen gibt es nur zwei Alternativen der Menstruationshygiene: Binden oder Tampons. Es gibt aber eine weitere Möglichkeit, die Monatsblutung praktisch und diskret in den Griff zu bekommen: die Menstruationstasse. Was der kleine Kunststoffbecher den Klassikern der Monatshygiene voraushat, erklären wir hier.

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Die Menstruationstasse ist diskret und hygienisch in der Anwendung. An einem Ring oder Stiel lässt sie sich aus dem Körperinneren herausziehen.
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Zugegeben, der Name mag beim ersten Hören witzig klingen. Die Menstruationstasse – auch Menstruationscup, Menstruationsbecher, Mondtasse oder ganz trendy "Moon-Cup" und "Diva-Cup" genannt – ist kein skurriles Überbleibsel aus Großmutters Zeiten. Ganz im Gegenteil: Die Menstruationstasse verfügt über Eigenschaften, die vielen modernen Frauen immer wichtiger werden. Sie ist diskret und hygienisch in der Anwendung – und dabei deutlich günstiger und umweltfreundlicher als die Klassiker Binde und Tampon.

Die Menstruationstasse ist ein wiederverwendbarer, glockenförmiger Behälter aus medizinischem Silikon, Latex oder anderen medizinischen Kunststoffen. Er wird während der Regel in die Scheide eingeführt und über mehrere Stunden dort belassen, um die Blutung aufzufangen. Die Menstasse schmiegt sich dabei so eng an die Scheidenwand, dass keine Flüssigkeit "danebengehen" kann. Sie ist in verschiedenen Größen erhältlich.

Die Menstruationstasse ist weich und kaum größer als ein Tampon

Das Wort Tasse oder Becher ist für viele Frauen erst mal befremdlich: Das klingt irgendwie so starr und unbequem! Die Menstruationstasse ist aber kaum größer als ein Tampon und besteht aus weichem, flexiblem Material. Wenn sie korrekt eingeführt wurde und gut sitzt, spüren Anwenderinnen die Tasse ebensowenig wie einen Tampon. Laut Herstellern ist sogar Sport uneingeschränkt möglich.

Wie wird der Menstruationscup angewendet?

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Viele Frauen, die bereits Menstruationscups verwenden, berichten, dass das Einsetzen zuerst ein wenig Übung erfordert. Der kleine Behälter wird zusammengefaltet (es gibt verschiedene Falttechniken, die in der Gebrauchsanweisung ausführlich erklärt werden) und in die Vagina eingeführt. Das Einführen gelingt am besten, wenn die Anwenderin dabei ganz entspannt ist.

Im Inneren des Körpers entfaltet sich die weiche Menstasse von allein und legt sich eng an die Innenwand der Scheide. Es entsteht ein Unterdruck, der die Tasse zusammen mit der Scheidenmuskulatur festhält. Durch vorsichtiges Drehen und Ziehen kann die Anwenderin überprüfen, ob alles sicher sitzt und sich die Tasse richtig entfaltet hat.

Moon-Cup entfernen: Zusammendrücken und am Ring oder Stiel herausziehen

Zum Entleeren muss der entstandene Unterdruck gelöst und die Menstruationstasse aus dem Körper entfernt werden. Dazu wird sie am unteren Ende leicht zusammengedrückt und herausgezogen. Das Blut wird in die Toilette entleert und die Tasse vor dem erneuten Einsetzen kurz mit klarem Wasser ausgespült.

Menstasse ist im Gegensatz zu den "Klassikern" unsichtbar

Die Menstruationstasse im Inneren des Körpers zu greifen, ist meist kein Problem: Die verschiedenen Modelle haben entweder einen Stiel, einen Ring oder eine Kugel an der Unterseite, mit deren Hilfe der Behälter herausgezogen wird. Anders als beim Tampon ist diese Hilfe zum Herausziehen aber nicht sichtbar – was für viele Anwenderinnen ein großer Pluspunkt der Menstasse ist. Zwar gibt es etwa für die spezielle Tampons ohne Rückholfaden. Viele Frauen haben ohne das Bändchen aber Zweifel, ob sich der Tampon problemlos wieder entfernen lässt.

Gut sitzende Tasse ist ebenso wie ein Tampon nicht spürbar

Unerfahrene Anwenderinnen sind zudem manchmal unsicher, ob ihre Tasse richtig sitzt und wirklich nicht auslaufen kann. Ob alles perfekt sitzt, lässt sich relativ einfach beurteilen: Nach dem Einsetzen sollte die Menstruationstasse weder im Stehen oder Sitzen, noch in Bewegung spürbar sein. Fühlt sich die Tasse wie ein Fremdkörper an, kann sie noch mal entfernt und neu eingeführt werden. Oft reicht es auch, den Sitz der Menstasse mit leichten, vorsichtigen Dreh- und Ziehbewegungen zu korrigieren.

Tipp: Besonders "Anfängerinnen" sind bei den ersten Einsetz-Versuchen zu zaghaft. Häufig verschwindet das Fremdkörpergefühl, wenn die Tasse tiefer in die Scheide eingeführt wird.

Wie lange wird die Menstruationstasse getragen?

Die Menstruationstasse kann etwa dreimal so viel Blut auffangen wie ein Tampon. Je nach Blutungsstärke muss sie zirka zwei- bis fünfmal am Tag entleert werden. Wichtig: Auch bei ganz schwacher Blutung muss die Tasse nach spätestens zwölf Stunden entfernt und gereinigt werden. Sonst drohen durch die mangelhafte Hygiene Infektionen im Intimbereich.

Haltbarkeit des Moon-Cups

Bei sorgfältiger Pflege kann eine Menstruationstasse bis zu zehn Jahre lang verwendet werden. Damit ist sie sehr viel umweltfreundlicher, als zum Beispiel Tampons, von denen eine Frau während ihrer fruchtbaren Zeit gut 10.000 Stück verbraucht und im Müll entsorgt.

Die Reinigung ist unkompliziert

Während der Menstruation ist es ausreichend, die Tasse nach dem Entleeren mit klarem Wasser auszuspülen. Nach dem Ende der Regelblutung sollte der Behälter dann zur gründlichen Reinigung wenige Minuten abgekocht werden. Viele Hersteller bieten auch wasserlösliche Tabletten an, mit denen die Menstruationstasse sterilisiert (keimfrei gemacht) werden kann.

Nachteile des Menstruations-Cups

Unterwegs kann das Auswaschen der Tasse ein wenig schwierig werden. Kaum eine Frau möchte auf einer öffentlichen Toilette ihren Menstuationscup reinigen. Hier hilft nur, immer eine kleine Flasche Leitungswasser dabeizuhaben und die Reinigung über der Toilettenschüssel vorzunehmen.

Menstruationstassen sind für Frauen in jedem Alter geeignet. Sie sind in Apotheken erhältlich, auch im Internet gibt es viele verschiedene Varianten.

Preis: 15 bis 30 Euro.

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