Vorhofflimmern

Katheterablation – Mit Hochfrequenzwellen gegen Vorhofflimmern

Bei vielen Patienten mit Vorhofflimmern lässt sich das Herz mit Medikamenten wieder in den richtigen Takt bringen. Gelingt das nicht und sind auch elektrische Impulse nicht erfolgreich, so können Hochfrequenzwellen die Bereiche zerstören, die die krankhaften Impulse aussenden. Das als Katheterablation bezeichnete Verfahren sollte aber nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

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Katheterablation setzen Mediziner ein, wenn Medikamente bei Herzrhythmusstörungen nicht wirken.
© iStock.com/BrianAJackson

Bevor eine Katheterablation eingesetzt wird, gibt es verschiedene Medikamente, mit denen sich das Vorhofflimmern als häufigste Form der Herzrhythmusstörung behandeln lässt. Ziel dabei ist es, den normalen Rhythmus, also den sogenannten Sinusrhythmus des Herzens, wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Man nennt dieses Verfahren auch "medikamentöse Kardioversion". Mit anderen Medikamenten kann die Schlagfrequenz der Herzkammern und damit die Herzfrequenz gesenkt werden, diese Strategie wird allgemein als "Frequenzkontrolle" bezeichnet.

Die eingesetzten Medikamente werden als "Antiarrhythmika" klassifiziert. Ihre Wirksamkeit ist beim Vorhofflimmern allerdings begrenzt. Helfen die Rhythmus-stabilisierenden Medikamente nicht, so kann auch eine elektrische Kardioversion versucht werden. Dabei wird das Herz durch elektrische Impulse stimuliert, den normalen Sinusrhythmus wieder aufzunehmen. Das gelingt in vielen Fällen prompt, oft aber kehrt das Herz einige Zeit später wieder zum Vorhofflimmern zurück.

Was wird bei der Katheterablation gemacht?

Zeigen die medikamentöse Behandlung und auch die elektrische Kardioversion nicht den gewünschten Erfolg, so kann seit wenigen Jahren auch durch eine sogenannte Katheterablation versucht werden, die Herzrhythmusstörung zu beheben.

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Dabei werden dünne Spezialkatheter über eine kleine Hautöffnung in der Leiste in eine Vene geführt und bis ins Innere des Herzens vorgeschoben. Anschließend wird die zwei bis vier Millimeter lange Metallspitze des Katheters durch Hochfrequenzstrom erhitzt, wobei es an den Stellen des Herzgewebes, die von dieser Spitze berührt werden, zu punktförmigen Verödungsnarben kommt.

Es werden mehrere kleine Verödungsnarben hintereinander gesetzt, um so die Ausbreitung der krankhaften elektrischen Impulse zu unterbrechen. Letztlich werden durch die Katheterablation somit jene Bereiche im Herzen zerstört, von denen die krankhaften elektrischen Impulse ausgehen und/oder über die sie weitergeleitet werden. Als Energiequelle werden außer Hochfrequenzstrom inzwischen auch Ultraschall, Laser- und Kryo-Energie genutzt.

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Die Katheterablation eignet sich nicht bei allen Patienten als Therapieoption des Vorhofflimmerns. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich die Grundlage der Störung genau lokalisieren lässt, wenn also die krankhaften Impulse konkret einer bestimmten Region im Herzen zugeordnet werden können. Das ist häufig bei einer bestimmten Krankheitsform, dem paroxysmalen Vorhofflimmern, der Fall. Dabei besteht die Rhythmusstörung nicht permanent, sondern tritt wiederholt auf und beeinträchtigt den Patienten in seiner Lebensführung. Auch bei manchen Patienten mit dauerhaftem Vorhofflimmern ist eine Katheterablation möglich, allerdings ist der Eingriff bei ihnen meist deutlich aufwendiger.

Eingriff nur in spezialisierten Zentren

Als Grundvoraussetzung für eine Katheterablation gilt außerdem, dass das Vorhofflimmern dem Patienten tatsächlich Beschwerden verursacht und die Rhythmusstörung durch Antiarrythmika nicht behoben werden kann. Sind die entsprechenden Voraussetzungen gegeben, so ist eine Erfolgsrate der Behandlung von 60 bis 90 Prozent realistisch, wobei die Katheterablation aber nicht selten zweimal erfolgen muss. Da es sich um eine relativ neue Behandlungsmethode handelt, sollte der Eingriff vorerst nur in spezialisierten Zentren erfolgen, also in Kliniken, bei denen eine entsprechende Erfahrung gegeben ist.

Risiken der Katheterablation

Denn das Verfahren gilt zwar als sicher und schonend, ist aber dennoch mit einem gewissen Komplikationsrisiko behaftet. So kann es zum Beispiel während des Eingriffs zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) kommen, der möglicherweise über die Blutbahn ins Gehirn gelangt und einen Schlaganfall auslöst. Dieser Gefahr begegnet man durch eine vorsorgliche Gabe von Medikamenten, die die Blutgerinnung herabsetzen (Antikoagulantien).

Allerdings ist nicht hundertprozentig sicher, dass nach der Katheterablation nicht doch wieder ein Vorhofflimmern auftritt, welches möglicherweise asymptomatisch bleibt und von den Patienten somit nicht unbedingt bemerkt wird. Die Experten raten deshalb nach dem Eingriff zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und eventuell auch zu einer vorübergehenden – oder wenn notwendig auch einer dauerhaften – weiteren Einnahme der Antikoagulantien, um das Schlaganfallrisiko nachhaltig zu senken.

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