Hormonfleisch aus den USA

Wie gefährlich sind Hormone im Fleisch?

Das Freihandelsabkommen hat die Diskussion über Hormonfleisch erneut entfacht. In den USA ist die Behandlung mit Hormonen zur Rindermast erlaubt. Gesund ist das Hormonfleisch auf keinen Fall, wie Experten bestätigen.

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Steak
© iStock.com/Lisovskaya

Das TTIP-Abkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership) würde unter anderem beinhalten, dass in Europa der Einsatz von Hormonen zur Mast erlaubt würde, wie es das in den USA seit Jahren gibt. Die EU hat das zwar vorerst abgelehnt.  Viele Verbraucher fragen sich jetzt jedoch, wie gefährlich dieses Hormonfleisch wirklich ist. "Dabei handelt es sich um drei Bereiche, die betroffen wären", sagt Jochen Dettmer, agrarpolitischer Sprecher des BUND, auf Anfrage von Lifeline. "Hormonfleisch ist ein Problem für die Gesundheit, aber auch ökologisch und ethisch bedenklich."

Ständig neuer Hormoncocktail in der Rindermast

Gesundheitliche Folgen: Für die Mast werden Hormone eingesetzt. Die Hormonmast in den USA funktioniert so: Junge Stiere werden möglichst früh kastriert, damit sie friedlich sind und auf engen Weideplätzen gehalten werden können. Damit die Rinder trotzdem Muskeln aufbauen, bekommen sie täglich Hormone. Das sind Testosteron, Wachstumshormone - letztendlich Anabolika. "Das ist ähnlich wie beim Doping, wo es ständig neue Chemie-Cocktails zum Muskelaufbau gibt", sagt der Experte.

Hormone belasten Herz und machen Frauen männlich

Das Hormonfleisch hat für den Menschen direkte und indirekte Wirkungen und Nebenwirkungen. Wer Hormonfleisch isst, kann das direkt zu spüren bekommen.  Allerdings gelangen die Abbauprodukte der Maststoffe durch die Gülle in den Boden sowie ins Grundwasser, und damit in die Nahrungskette. Hier wirken sie also indirekt. Bekannte Nebenwirkungen dieser Hormone sind:

  • Akne,
  • Anstieg der Blutfettwerte,
  • Herzmuskelschäden,
  • Blutgerinnungsstörungen und Thrombosegefahr,
  • sowie bei Frauen eine Vermännlichung.

Allerdings kommt es darauf an, welche Mengen dieser Hormone ein Mensch aufnimmt und wie empfindlich er darauf reagiert.

Zu den ökologischen Folgen gehört, dass die Abbauprodukte der Hormone in den Naturkreislauf gelangen und damit auch Tiere und Pflanzen beeinflussen könnten. "Bedenklich aus ethischer Sicht ist die Tatsache, dass Nutztiere mit Chemie manipuliert werden, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen", ergänzt Jochen Dettmer.

Es geht nur um den USA-Export von Rindfleisch

In den USA teilt man von Regierungsseite all diese Bedenken nicht. Verständlich, denn letztendlich geht es bei der ganzen Hormonfleisch-Diskussion nur darum, dass Amerika endlich sein Billig-Rindfleisch nach Europa liefern darf.

Hormone in der Schweinezucht

Eingesetzt werden in Deutschland Hormone in der Schweinezucht übrigens jedoch in einem anderen Bereich: Dabei handelt es sich um Muttersauen. Sie bekommen gezielt Brunfthormone und werden damit sozusagen darauf geeicht, synchron mit allen anderen Muttersauen in der Zuchtanlage besamt zu werden und später gemeinsam  zu ferkeln. Das vereinfacht und verbilligt die Schweinezucht enorm. Diese Hormone erhalten sie alle sechs Monate erneut, um einen neuen Wurf zu produzieren. Die künstlichen Brunfthormone sind nach etwa zwei Tagen im verstoffwechselt und abgebaut. Kommt das Fleisch der Muttersau in den Verkauf, sollte es keine Rückstände davon mehr geben.

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