Weit verbreitete Wildfrüchte

Hagebutte: Herbstobst mit Heilkraft

Die Hagebutte kann mehr als nur hübsch auszusehen: In den Früchten der Heckenrose steckt jede Menge Gesundheitskraft – und die brauchen wir in der kalten Jahreszeit besonders. Warum Sie Hagebutten jetzt so oft wie möglich als Tee oder süßes Fruchtmus genießen sollten!

Hagebutten auf Holztisch
Hagebutten sind schön anzuschauen und schmecken gut. Den Samen der Früchte nicht verwenden, da er bei Kontakt mit der Haut Juckreiz hervorruft.
© iStock.com/oksix

Hagebutten sind die Früchte verschiedener Wildrosenarten, besonders der Hundsrose (Rosa canina) und der Kartoffelrose (Rosa rugosa). Sie wachsen in ganz Europa an Waldrändern und Hängen. Regional heißen die leuchtend roten Kapseln auch Hiven oder Hetscherl. Das Naturobst hat ab September Saison.

Hagebutten sind reif, wenn die Schale auf Fingerdruck leicht nachgibt und sich die Früchte ohne Gewalt pflücken lassen. Botanisch gesehen ist die Hagebutte eine Scheinfrucht und – genau wie die Erdbeere – eine Sammelnussfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die juckenden Kerne im Inneren.

Hagebutte gegen Arthrose und Blasenentzündung

In der Naturmedizin geschätzt sind Hagebutten vor allem für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt, der sogar Zitrone und Sanddorn in den Schatten stellt. Je nach Art der Rose und Reifegrad der Wildfrüchte kann er zwischen 400 und 5.000 Milligramm pro hundert Gramm Hagebutten liegen.

Die alte Heilpflanze soll außerdem Appetitlosigkeit und Harnwegserkrankungen lindern, Grieß und Steinen vorbeugen sowie die Blutbildung unterstützen. Ein Tee aus Hagebuttenschalen dient als Hausmittel gegen Fieber und Infektionen. Außerdem hilft Hagebutte einigen Studien zufolge gegen Arthrose und rheumatische Beschwerden.

Heilwirkungen der Hagebutte im Überblick

  • Starke Abwehr: Hagebutten enthalten etwa zehnmal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte. Das macht sie zum idealen Helfer fürs Immunsystem. Übrigens: Hagebuttenmus oder -tee darf ruhig heiß genossen werden. Denn bei Wärme geht weit weniger Vitamin C verloren als etwa bei langer Lagerung an der Luft.

  • Hautschmeichler: Vitamin C kann noch mehr: Es fängt schädliche freie Radikale ab und schützt so vor vorzeitiger Hautalterung. Das Carotinoid, das ebenfalls in Hagebutten steckt, hilft zusätzlich dabei. Streicht man Hagebuttenmus auf kleine Wunden, heilen sie schneller.

  • Gesunde Verdauung: Hagebuttentee hat eine leicht abführende Wirkung. Perfekt, wenn der Darm sanfte Unterstützung braucht. Auch wirken die enthaltenen Gerbstoffe entzündungshemmend und beruhigen so einen gereizten Magen-Darm-Trakt.

  • Wärmespender: Hagebuttentee ist ein idealer Einheizer. Tipp: Etwas Chili dazugeben, das verstärkt die Wirkung. Kissen mit Hagebuttenkernen speichern lange die Hitze und wärmen so von außen.

  • Starke Gelenke: Auch bei Rheuma, Arthrose und Arthritis setzt die Naturmedizin auf die Kraft der Hagebutte. Ihre wertvollen Pflanzenstoffe, die Galaktolipide, wirken Entzündungen im Gelenk entgegen und lindern Schmerzen. Außerdem unterstützen sie den Körper beim Aufbau neuer Knorpel-Substanz.

Zudem sind Hagebutten reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Provitamin A und Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium und Natrium. Daneben sind Pektin, Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) wie der rote Pflanzenfarbstoff Lykopin enthalten. Lykopin gehört zu den Antioxidantien, die den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Neben Hagebutten enthalten vor allem Tomaten den Stoff, der Krebs vorbeugen kann.  

Konfitüre, Chutneys und Suppe aus Hagebutten

Hagebutten finden in der Küche zum Beispiel für Soßen, Kuchen, Konfitüre (zum Beispiel mit Apfel) und Chutneys Verwendung. Die Schweden genießen eine Hagebuttensuppe namens "Nyponsoppa" mit Knäckebrot. Allerdings ist die Zubereitung von Hagebutten aufwändig: Weil die Nüsschen mit Widerhaken ausgestattet sind, werden sie nicht mitgegessen. Außerdem sind Blütenansatz und Stiel der Hagebutten zu entfernen, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Die Härchen an den Samen reizen Haut und Schleimhäute, sodass Sie beim Verarbeiten am besten Handschuhe tragen. Viele kennen dieses Juckpulver von Streichen aus der Kindheit. Wem das Entkernen zu langwierig ist, der kann die Früchte in wenig Wasser weich garen und das Mus hinterher durch ein sehr feines Passiersieb streichen, in dem die Kerne hängenbleiben. Auch wenn sie appetitlich aussehen: Zum Rohverzehr eignen sich Hagebutten nicht. Auf Seite zwei finden Sie das Rezept für eine gesunde Hagebuttensuppe.

Rezept für Hagebuttensuppe nach schwedischer Art

Zutaten für vier bis sechs Portionen:

hagebuttensuppe nyponsoppa.JPG
Hagebutten werden zu Marmelade, Likör, Tee und Chutney verarbeitet. In Schweden außerdem zur Nyponsoppa, einer Hagebuttensuppe.
© iStock.com/jaker5000

  • 750 Gramm frische, reife Hagebutten
  • 50 Gramm Butter
  • ein Esslöffel Mehl
  • Saft einer Zitrone
  • ein Achtelliter Rotwein
  • ein Schuss Weinbrand
  • Zucker, Zimt, Salz

Zubereitung: Die Hagebutten waschen, halbieren und die Kerne sowie Stielansätze entfernen. In einem Topf mit kaltem Wasser bedecken, mit einer Prise Salz aufsetzen und kochen, bis die Hagebutten weich sind. Früchte in ein Sieb abgießen, das Kochwasser in einem zweiten Gefäß auffangen.

Die Hagebutten durch das Sieb streichen, bis nur noch das feine Mark übrig bleibt. Aus der Butter und dem Esslöffel Mehl eine Mehlschwitze herstellen, mit etwas Fruchtbrühe ablöschen, aufkochen und mit Zucker, Zitronensaft und Weinbrand abschmecken.

Zuletzt das passierte Hagebuttenmark hinzufügen, mit der Brühe aufgießen und mit Rotwein und Zimt würzen. Durch die Verwendung des Kochwassers bleiben viele Vitalstoffe erhalten. Kurze Kochzeiten und ein Deckel schützen die Vitamine ebenfalls.

Rezept für Heiltee mit Hagebutten

Zutaten für etwa vier Liter:

  • 500 g Hagebutten (am besten nach dem ersten Frost gesammelt)
  • Wasser
  • Honig

Zubereitung: Hagebutten waschen, Stiele abschneiden, halbieren. Für konzentrierte Wirkung die Kerne herauskratzen und nur die Schalen verwenden – denn hier stecken die wertvollsten Inhaltsstoffe. Wenn Sie sich weniger Arbeit machen möchten, können Sie aber auch die ganze Frucht klein schneiden. 6 Stunden bei 50 Grad im Backofen trocknen lassen. Dunkel und luftgeschützt lagern. Pro Tasse 2 TL mit Wasser übergießen, durch ein Tuch gut abseihen. Mit Honig süßen.

Baiser-Birnen mit Hagebutten-Füllung

Zutaten für vier Personen:

  • 220 g Pistazienkerne
  • 2 Birnen
  • 2 EL brauner Zucker
  • 4-6 EL Bio-Hagebutte-Fruchtaufstrich
  • 1 Eiweiß (Größe M)
  • 2 TL Puderzucker

Zubereitung: Pistazien fein hacken. Birnen waschen, trocken reiben, halbieren und mit einem Kugelausstecher das Kerngehäuse entfernen. Die Schnittfläche in braunen Zucker drücken. Die Mulden mit Hagebutten-Aufstrich füllen. Eiweiß und Puderzucker aufschlagen. Eischnee auf den Birnen verteilen, mit Pistazien bestreuen und unter dem Backofen-Grill ca. 20 Minuten grillen.

Pro Portion: 160 kcal

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