Reich an Vitamin C

Hagebutte: So gesund sind die Wildfrüchte

Im Herbst wachsen die roten Früchte an Wald- und Wegrändern: Hagebutten punkten nicht nur mit dem leicht herben Aroma, sie sind auch gesund und stärken das Immunsystem. Wann die Früchte reif sind, wie Sie Hagebuttentee selbst herstellen können und alles zur gesundheitlichen Wirkung des Wildobstes.

Hagebutte: Gesunde Wildfrüchtchen
Hagebutten sind die Früchte von Wildrosen, sie schmecken gut als Tee und sind gesund.
© Getty Images/Natalia Rüdisüli/EyeEm

Mit ihrer leuchtend roten Schale sehen sie hübsch aus, zudem sind Hagebutten sehr gesund. Sie werden zu Tee, Chutney und Marmelade verarbeitet.

Im Überblick:

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Warenkunde und Saison: Wann sind Hagebutten reif?

Hagebutten sind die Früchte verschiedener Wildrosenarten, besonders der Hundsrose (Rosa canina) und der Kartoffelrose (Rosa rugosa). Sie wachsen in ganz Europa an Waldrändern und Hängen. Regional heißen die leuchtend roten Kapseln auch Hiven oder Hetscherl. Das Naturobst hat ab September Saison.

Hagebutten sind reif, wenn die Schale auf Fingerdruck leicht nachgibt und sich die Früchte ohne Gewalt pflücken lassen. Botanisch gesehen ist die Hagebutte eine Scheinfrucht und – genau wie die Erdbeere – eine Sammelnussfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die juckenden Kerne im Inneren.

Hagebutte: Gesunde Inhaltsstoffe der Wildfrucht

Besonders reich ist die Hagebutte an Vitamin C. Je nach Sorte und Reifegrad enthalten die Wildfrüchte zwischen 400 und 5.000 Milligramm pro hundert Gramm. Zitrusfrüchte wie Zitronen, die allgemein für ihren hohen Vitamin C-Gehalt bekannt sind, enthalten deutlich weniger: Nur etwa 53 Milligramm pro 100 Gramm liefern diese im Vergleich.

Vitamin C stärkt das Immunsystem, beugt Infekten vor und schützt vor Entzündungen im Körper. Besonders in der kalten Jahreszeit profitiert der Körper von der Wirkung der Hagebutte.

Zudem sind Hagebutten reich an

Daneben sind Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) wie der rote Pflanzenfarbstoff Lykopin enthalten. Lykopin gehört zu den Antioxidantien, die den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Neben Hagebutten enthalten vor allem Tomaten den Stoff, der Krebs vorzubeugen hilft, vor Arteriosklerose und anderen entzündlichen Prozessen im Körper schützt. 

Zudem gilt die Hagebutte als harntreibend und entwässernd, sie wird deshalb gerne als Hausmittel gegen Nierensteine und Harnwegsinfekte eingesetzt. Ein Tee aus Hagebuttenschalen wirkt spülend. 

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Hagebuttenpulver gegen Arthrose

Außerdem hilft Hagebuttenpulver gegen Arthrose und rheumatische Beschwerden. Mehrere Studien konnten zeigen, dass die Einnahme des pflanzlichen Präparats Gelenkschmerzen lindert und die Dosis von Schmerzmitteln wie etwa Ibuprofen reduziert. Zudem soll sich die Beweglichkeit verbessern.

Gründe für die positive Wirkung des Hagebuttenpulvers bei Arthrose liefern weitere Untersuchungen: Im Reagenzglas zeigte sich, dass ein bestimmter Inhaltstoff – bestehend aus Zucker und Fettsäuren – das Einwandern von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) in den entzündeten Bereich verhindert, wodurch eine weitere Schädigung des Knorpelgewebes verhindert wird. Außerdem hemmt diese Substanz die Aktivität des sogenannten C-reaktiven Proteins, welches Entzündungsprozesse fördert.

Hagebutten: Tipps für die Verwendung in der Küche

Dass man Hagenbutten roh essen kann, wissen viele nicht. Die roten Früchte sind nicht giftig, aber sehr sauer und damit ungenießbar. Zudem können die Widerhaken der Kerne zu einem unangenehmen Kratzen und Jucken im Hals führen. Die Härchen an den Samen reizen Haut und Schleimhäute, sodass auch beim Verarbeiten am besten Handschuhe getragen werden sollten.

Die Zubereitung von Hagebutten ist aufwändig: In der Regel werden Hagebutten zum Entkernen einzeln mit einem Messer aufgeschnitten und ausgeschabt. Wem das zu langwierig ist, kann die Früchte auch in wenig Wasser weich garen und das Mus hinterher durch ein sehr feines Passiersieb streichen, in dem die Kerne hängenbleiben.

Hagebutten finden in der Küche zum Beispiel für Soßen, Kuchen, Konfitüre (zum Beispiel mit Apfel) und Chutneys Verwendung. Die Schweden genießen eine Hagebuttensuppe namens "Nyponsoppa" mit Knäckebrot.

Rezept: Hagebuttentee selber machen

Hagebuttentee wärmt im Winter und kann mit seinen Inhaltsstoffen Infekten vorbeugen. Auch wenn die roten Herbstfrüchte verarbeitet und erhitzt werden, ist noch viel Vitamin C enthalten. Getrocknet gibt es die Samenschalen in der Apotheke zu kaufen, sie können dann mit siedendem Wasser aufgegossen werden und müssen etwa acht Minuten abgedeckt ziehen.

Aber auch aus selbst geernteten Hagebutten lässt sich ein köstlicher Tee zubereiten, die Samenschalen müssen hierfür getrocknet werden.

Zutaten für etwa 5 Liter Hagebuttentee:

  • 600 g reife Hagebutten
  • außerdem: Einmalhandschuhe

Hagebuttentee selber machen: So geht es!

  1. Hagebutten waschen, die Stiele entfernen und die Früchte vorsichtig mit einem scharfen Messer halbieren.
  2. Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Dabei unbedingt Einmalhandschuhe tragen, um eine Hautreizung zu vermeiden.
  3. Samenschalen auf ein Backblech legen und bei niedriger Hitze (50 Grad) etwa 5 Stunden im Backofen trocknen.

Die Samenschalen trocken und dunkel lagern. Pro Tasse 2 TL in ein Teesieb geben und mit 250 ml Wasser übergießen. Ebenfalls 8 Minuten abgedeckt ziehen lassen und bei Bedarf mit Honig süßen.

Gesunde Ernährung
Beratender Experte
Herr Dr. med. Roger Eisen

Naturheilverfahren, Sportmedizin, Chirotherapie, Anti-Aging in Bad Griesbach

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