Gesunde Ernährung orientiert sich an Erntezeiten

Was ist eine saisonale Ernährung?

Ökokiste
Auf Wochenmärkten und über Ökokisten können Sie frisches, saisonales Obst und Gemüse aus der Region beziehen.
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Je kürzer der Transportweg, je besser der Reifungsgrad, desto reicher ist Obst und Gemüse an wertvollen Inhaltsstoffen. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte deshalb den Einkaufszettel auch danach ausrichten, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat. Lifeline listet Ihnen in Form von Tabellen die jeweils saisonalen Obst- und Gemüsesorten für Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf.

Jahreszeitliche Einschränkung unseres Speiseplans in Bezug auf Obst und Gemüse gehören längst der Vergangenheit an. Selbst typisch saisonale Früchte oder Gemüsesorten, die nicht lange haltbar sind, wie beispielsweise Erdbeeren oder Spargel, sind ganzjährig in jedem größeren Supermarkt erhältlich.

Erntefrisches, reifes Obst und Gemüse ist am gesündesten

Das hat jedoch seinen Preis, und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht. Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die Obst und Gemüse so gesund machen, sind dann in höchster Konzentration vorhanden, wenn die Ernte erst bei optimaler Reife stattfand und die Pflanzen genügend Tages- und Sonnenlicht erhalten haben. 

Beispiel Kopfsalat: Ein im Sommer geernteter Salatkopf weist einen bis zu fünfmal höheren Gehalt an Flavonoiden auf - das sind die für die Gesunderhaltung wichtigen sekundären Pflanzenstoffen - als ein im Frühjahr geerntetes Exemplar. Kommt er im Winter aus Treibhäusern, enthält er kaum Vitamine, dafür umso mehr ungesundes Nitrat, das die Pflanzen bei Lichtmangel schlechter abbauen. Das trifft auf Obst und Gemüse aus dem Treibhaus allgemein zu. So liegt beispielsweise auch der Vitamin-C-Gehalt einer Freilandtomate rund 30 Prozent über dem ihrer Verwandten aus dem Glashaus, die in der Regel stärker chemisch gedüngt und gespritzt werden und daher Nitrate und Rückstände in höherer Konzentration aufweisen.

Vitamine bleiben bei langen Transportwegen auf der Strecke

Hinzu kommt, dass Importwahre meist in nicht ausgereiftem Zustand geerntet und/oder bestrahlt wird, damit sie den langen Transport zum Verkaufsort übersteht. Auch deshalb ist der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen niedriger als bei saisonalem Obst und Gemüse aus heimischen Anbau. Viele Vitamine sind zudem licht-, sauerstoff- oder hitzeempfindlich, weshalb ein langer Transport den Vitamingehalt weiter absenkt.

Außerdem ist Importware oft stärker mit Pestiziden belastet: Angaben des Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) zufolge wurden bei Untersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt, dass die meisten und mehrfach belasteten Waren aus dem Ausland stammen. Aid nennt italienische Erdbeeren, Weintrauben und Tomaten sowie türkische und spanische Paprika als besonders stark belastete Obst- und Gemüsesorten.

Qualität zu fairem Preis gibt's während der Saison

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Das alles spricht dafür, in einen gesunden Ernährungsplan möglichst saisonales Obst und Gemüse einzubeziehen. Neben gesundheitlichen Gründen sprechen noch eine Reihe weiterer Aspekte für heimische und saisonale Produkte wie zum Beispiel ökologische und ideelle Gründe, aber auch der Geschmack: Aromen leiden unter vorzeitiger Ernte, Lichtmangel und langen Transportzeiten. Dann zu kaufen, wenn das Angebot am reichhaltigsten ist, schont gleichzeitig den Geldbeutel. Saisonaler Einkauf lohnt daher auch für Zitrusfrüchte oder tropische Obst- und Gemüsesorten, die nicht aus Europa stammen. Beste Qualität zu günstigstem Preis gibt es immer dann, wenn gerade Erntezeit für das jeweilige Produkt ist.

Saisonales Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit

Jede Jahreszeit hat ihre Obst- und Gemüsesorten. Auch im Winter ist der saisonale Tisch gedeckt - vor allem mit Zitrusfrüchten und Gemüsesorten, die gut einzulagern sind und dadurch nicht viele Inhaltsstoffe einbüßen, wie beispielsweise einige Kohlsorten, Kartoffeln und Zwiebeln. Manche Sorten wie Äpfel oder Kartoffeln sind ganzjährig aus heimischem Anbau zu beziehen. Regional angebaute Produkte, die keinem langen Transport ausgesetzt waren, findet man am besten auf dem örtlichen Wochenmarkt. In vielen Regionen werden inzwischen auch "Öko-" oder "Biokisten" mit saisonalem Obst und Gemüse angeboten aus ökologischer Landwirtschaft, in der Regel aus dem nahen Umkreis.

Was im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter am besten auf den gesunden Speisezettel passt, finden Sie im jeweiligen Saisonkalender.

Die Hitliste der gesündesten Lebensmittel

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2013
Quellen: Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid): "Saisonkalender", www.aid.de/ernaehrung/saisonkalender.php; Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz, Nachhaltige Ernährung: "Aus der Region und nach der Saison – Vorteile für Verbraucher"

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