Sarah Wieners Tipps für die Ernährung

Wie ernähre ich mich gesund und nachhaltig?

Sarah Wiener im Interview mit Lifeline zum Thema gesunde Ernährung

Sie hat sich auf die Suche nach dem besten Geschmack begeben und guten Grundnahrungsmitteln. Auf diese Reise nimmt die bekannte Köchin Sarah Wiener jeden mit, den es interessiert, denn sie hat ihre Suche filmisch begleiten lassen. Lifeline hat mit ihr gesprochen.

Sarah_Wiener-Kochheldin
Köchin Sarah Wiener begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln des Geschmacks - und somit nach den besten Grundnahrungsmitteln.

Lifeline: Was sind Ihre Kriterien für die erste Wahl bei Lebensmitteln?

Sarah Wiener: Der Geschmack - also die Sorte und Rasse. Die Frische - am besten regional. Und die Verarbeitung.

Was bedeutet für Sie, sich gesund zu ernähren?

S. W.: Sich genussvoll vernünftig zu ernähren. Das ist dann auch immer gesund... Für mich und ebenso die Umwelt.

Salmonellen im Nuss-Müsli, verdorbenes Fleisch in der Wurst, grüner Käse im Schmelzkäse - sind wir selbst an all den Lebensmittel-Skandalen schuld, weil wir tellergroße Schnitzel für 3.99 Euro essen wollen oder Tiefkühllasagne für 99 Cent?

S. W.: Wir sind alle Verführte und Verführer. Diese Skandale sind logische Folgen unseres Nahrungsmittelsystems, der Agrarindustrie und des globalisierten Handels. Im Prinzip brauchen wir ganz andere Strukturen, um solche Dinge wirklich nachhaltig zu vermeiden. Eine Kontrollstelle mehr wird die Ursachen nicht lösen.

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Ist der Bio-Trend daher in Ihren Augen ein Massenphänomen oder eher ein Tre nd unter Gut-Situierten, die sonst keine Sorgen haben? Oder anders gefragt: Hat die nachhaltige Ernährung überhaupt eine Chance bei allen?

S. W.: Je weniger wir wissen, was wir essen und das Vertrauen in unsere Nahrung verlieren, desto mehr wird es Menschen geben, die sagen: Das will ich nicht und deswegen suche ich andere Möglichkeiten, mich und meine Familie gesund zu ernähren. Es sind eher die Aufgeklärten und Gebildeten, die natürlich und gut essen wollen. Viele Menschen denken, wenn es nicht verboten ist oder sogar beworben wird, dann muss das ja gut sein. Leider ist dem nicht so.

Würden alle Deutschen nur noch zweimal pro Woche Fleisch essen, hätten wir womöglich weniger Skandale und weniger Diabetes und andere Krankheiten, die mit Übergewicht zu tun haben. Ist die persönliche Ernährung auch eine mögliche politische und gesellschaftliche Einflussnahme?

S. W.: Jeder persönliche Einkauf hat Auswirkungen auf Nahrungsproduzenten, Nutztiere und unsere Böden. Wenn wir hier billigeres Fleisch produzieren wollen, um es nach Asien zu exportieren, dann machen wir in Südamerika virtuelle Landnahme möglich für das Soja und den Mais, welche wiederum an diese Tiere verfüttert werden. Nebenbei überwiegend genmanipuliert. Das Meer besteht schließlich auch aus Milliarden einzelner Tropfen. Deswegen sollte sich jeder einzelne nicht entmutigen lassen, das Richtige zu tun.

Müssen Sie manchmal darüber schmunzeln, wenn regional mit biologisch verwechselt wird?

S. W.: Wenn es ökologisch angebaut und produziert worden ist, muss es keine Biozertifizierung haben, wenn ich meine regionalen Bauern selbst kenne. Andererseits sind alle Massentierfabriken ja auch an ihrem Platz regional.

Und was halten Sie vom Veggie-Day?

S. W.: Ich find' ihn gut. Das erweitert den Horizont und dient der Umwelt und künftigen Generationen. Früher haben wir einmal in der Woche Fleisch gegessen, weil wir uns nicht mehr leisten konnten. Nun schreien wir auf, wenn eine Mahlzeit in der Woche, der Zukunft und den Tieren zuliebe, vegetarisch sein soll. Verrückt!

Sie setzen sich auch ein für eine bessere Ernährung von Schulkindern, denn unser Nachwuchs wird immer dicker und unbeweglicher. Was können Eltern tun, damit ihre Kinder zu "Besseressern" werden - wie halte ich mein Kind von Fastfood fern? Haben Sie dafür auch ein Rezept?

S. W.: Selber kochen und mit dem Kind kochen. Schließlich sind wir die Vorbilder für unsere Kinder und prägen schon früh deren Essgewohnheiten.

Haben Sie sich mit "Essen gegen Krebs" schon mal befasst? Könnten Sie sich vorstellen, darüber auch einmal eine TV-Serie zu entwickeln?

S. W.: Ehrlich gesagt, zur Zeit eher nicht. Gesunde Ernährung hilft im Übrigen nicht nur gegen Krebs, sondern auch gegen viele andere Krankheiten.

Die kulinarische Reise der Sarah Wiener
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