Symptome

Schlafstörungen behandeln: Hausmittel und Medikamente

Schlafstörung beeinträchtigen die Schlafqualität und verhindern die Erholung. Häufig sind anhaltende Schlafstörungen Vorboten für Depressionen oder Angststörungen.

frau liegt wach mit schlafstörungen
Unter Schlafstörungen leiden in den westlichen Industrieländern bis zu 20 Prozent der Bevölkerung.
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Schlecht schlafen und Schlafstörungen sind inzwischen eine echte Volkskrankheit. Mindestens jeder fünfte klagt über schlechten Schlaf. Je nach Ursache der Schlafstörungen teilt die Medizin dieses Beschwerdebild ein und entsprechend unterscheidet sich die Behandlung von Schlafstörungen.

Schlafstörungen (Insomnien) zeichnen sich in der Regel durch ungewöhnlich lange Wachphasen der Betroffenen aus. Hinzu kommt eine ungewöhnlich starke Müdigkeit am Tag. Auch Gereiztheit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Kopfschmerzen sind typisch.

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Schlafstörungen durch Schwangerschaft und Wechseljahre

Bei Frauen kann insbesondere der schwankende Hormonhaushalt zu Schlafstörungen führen. Deshalb sind Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen in der Schwangerschaft und während der Wechseljahre so häufig. Doch auch Kinder sind oft von Schlafstörungen betroffen.

Insomnien unterteilt der Arzt je nach Ursache in primäre und sekundäre Schlafstörungen. Bei primären Schlafstörungen (Insomnien) lassen sich von medizinischer Seite keine organischen oder psychischen Erkrankungen als Ursache nachweisen, sekundäre Schlafstörungen hingegen resultieren meist aus einer nachgewiesenen Vorerkrankung und werden als solche diagnostiziert.

Primäre und sekundäre Schlafstörungen: Die Ursachen

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Zu den primären Schlafstörungen zählen die idiopathische Schlafstörung, das heißt, ihre Ursache ist nicht gesichert. Man vermutet, dass eine neurologische Störung den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigt. Menschen mit einer idiopathischen Schlafstörung leiden schon im Kindesalter unter diesen Störungen und behalten diese meist ein Leben lang.

Eine weitere primäre Form der Schlafstörung ist die eigene Fehlbeurteilung des Schlafzustandes, bei der der Betroffene sein Schlafverhalten subjektiv als fehlerhaft betrachtet, obwohl sich hierfür kein objektiver Nachweis erbringen lässt. Beispiel: Der Betroffene meint, die ganze Nacht kein Auge zugetan zu haben. In Wirklichkeit hat er jedoch viele Stunden geschlafen.

Die psychophysiologische Schlafstörung als dritte primäre Form geht mit körperlicher Anspannung des Betroffenen einher. Durch einen selbst auferlegten Zwang, möglichst schnell einzuschlafen, entsteht eine Anspannung, welche ein entspanntes Einschlafen verhindert. Man bezeichnet dies als schlafverhindernde Assoziation. Betroffene dieser Form schlafen in ungewohnter Umgebung meist viel besser. Folgen sind oft eine geminderte Leistungsfähigkeit im Wachzustand.

Schlafstörungen durch Depressionen und andere Krankheiten

Die sekundären Schlafstörungen haben eine Ursache, die sich medizinisch nachweisen lässt. Hierzu zählen neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Parkinson, Demenz oder Multiple Sklerose. Auch nach Schädel-Hirn-Traumen, bei Epilepsie oder Hirntumoren können Schlafstörungen neurologischen Ursprungs auftreten. Ebenso können chronische Schmerzen oder Schichtarbeit zu Schlafstörungen führen.

Alle psychischen Erkrankungen können ebenfalls zu sekundären Schlafstörungen führen, ein enger Zusammenhang besteht meist zu Depressionen und Angststörungen.

Alkohol als Schlafmittel und weitere Irrtümer

Drogenmissbrauch oder gar -abhängigkeit gelten als toxische Faktoren, die zu Schlafstörungen führen können. Was die wenigsten wissen: Alkohol ist kein gutes Schlafmittel. Im Gegenteil, er mindert die Schlafqualität und -tiefe. Auch viele Medikamente können sekundäre Schlafstörungen verursachen.

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Diagnose von Schlafstörungen

Während der Anamnese werden alle Symptome erfasst, die der Betroffene angibt. Schlaftagebücher werden geführt, Fragebögen werden ausgefüllt und auch Partner oder Mitbewohner werden zu Schlafstörungen (Insomnien) des Betroffenen befragt. Beim PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index) werden über einen Zeitraum von vier Wochen all diese Faktoren berücksichtigt. Durch Einteilung aller Fragen in verschiedene Komponenten wird über ein Punktesystem das Schlafverhalten bewertet.

Dieses System kann auch während einer Therapie angewandt werden, um Veränderungen des Schlafverhaltens zu dokumentieren. Auch sogenannte Abend- oder Morgenprotokolle, die durch den Schlafgestörten erstellt werden, können bei der Untersuchung helfen.

Medikamente zur Behandlung von Schlafstörungen

Behandlungsbedarf besteht bei Schlafstörungen (Insomnien) nur dann, wenn sich der Betroffene auch in der Tagesbefindlichkeit beeinträchtigt fühlt. Hierfür gibt es internationale Klassifizierungen. Je nach Ursache der Schlafstörungen wird, falls vorhanden, auch die Grunderkrankung behandelt.

Ein vorübergehender Einsatz von Medikamenten als Einschlafhilfe sollte im Regelfall vier Wochen nicht überschreiten. Die Wahl des Medikaments richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung.

Pflanzliche Arzneimittel und Homöopathie bei Schlafstörungen

Auch stehen viele pflanzliche und homöopathische Präparate zur Behandlung leichterer Schlafstörungen zur Verfügung. Zu nennen sind etwa die Wirkstoffe Lavendelöl sowie Extrakte aus Baldrianwurzel und Passionsblume.

Als homöopathische Mittel gegen Insomnie kommen unter anderem Aconitum, Scutellaria und Zincum metallicum infrage, sie eignen sich auch bei Schlafstörungen in der Schwangerschaft. Lassen Sie sich hierzu am besten von einem erfahrenen Homöopathen beraten.

Hausmittel und Entspannungstechniken lindern Schlafstörungen

Ebenso kann mit verhaltensmedizinischen Strategien, die in Gruppentherapien erarbeitet werden, körperliche Anspannungen positiv beeinflusst werden. Innerhalb einiger Doppelstunden werden bezüglich der Schlafstörungen Techniken erarbeitet, die dem Betroffenen zu Entspannung und Ruhe in der Einschlafphase verhelfen. Dies kann stationär in sogenannten Schlafzentren oder aber ambulant erfolgen.

Schlafstörungen kann man durch eine gute Schlafhygiene vorbeugen. Dazu gehören eine angenehme Temperatur, Dunkelheit, Ruhe und eine geeignete Matratze. Zudem sollten Sie auf späte Mahlzeiten verzichten und mindestens eine halbe Stunde vor der Schlafenszeit Smartphone, Laptop, Tablet und Fernseher ausschalten. Außerdem fördert regelmäßiger Sport einen erholsamen Schlaf.

Auch Rituale wie Musikhören, Lesen oder eine heiße Milch mit Honig vor dem Zubettgehen zählen zu den beliebten Hausmitteln gegen Schlafstörungen.

Fazit: Schlafstörungen treten oft nur für einen vorübergehenden Zeitraum auf und lassen sich darüber hinaus gut behandeln. Dabei kommt der Schlafhygiene eine tragende Rolle zu.

Wie Schlaf der Gesundheit nützt

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2014
Durch:
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Insomnie, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/045

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