Lieblingsgemüse der Deutschen

Gesunde Tomaten: So tun sie dem Körper gut

Lange Zeit für giftig erachtet fand die Tomate erst spät den Weg in die Küchen. Inzwischen ist sie das Lieblingsgemüse der Deutschen! Tomaten punkten aber nicht nur mit ihrem Geschmack, sondern vor allem wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe, wobei der hohe Gehalt des Radikalfängers Lycopin (auch: Lykopin) besonders bemerkenswert ist.

tomatensorten
Grün, gelb, gestreift: Tomaten gibt es in vielen Farben und Formen. Der Pflanzenstoff Lycopin macht das kalorienarme Fruchtgemüse besonders gesund.
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Mit jährlich weltweit 90 Millionen Tonnen produzierten Tomate belegt die Lycopersicon esculentum (deutsch: essbarer Wolfspfirsich), so ihr botanischer Name, inzwischen Platz zehn der wichtigsten Nahrungspflanzen. Damit hat das beliebte Nachtschattengewächs eine beispiellose Karriere hinter sich.

Obwohl Kolumbus die Tomate bereits 1498 aus Südamerika nach Europa mitbrachte, wurde sie als Nahrungsmittel hier erst viel später entdeckt. Lange galt sie als giftig, was wohl daran lag, dass man grüne Früchte untersucht hatte. Diese enthalten den Giftstoff Solanin, der aber mit zunehmender Reife verschwindet. So wurde die Tomate als Zierpflanze in Europa zunächst in royale Gärten verbannt.

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China ist größter Tomatenproduzent

Erst im 18. Jahrhundert wurde die Tomate langsam auch als Lebensmittel entdeckt. Während sie in Frankreich zunächst dem Königshof vorbehalten blieb, fand sie in Italien nicht zuletzt durch eine Hungersnot in Neapel schnell Verbreitung als Volksnahrungsmittel. Vermutlich handelte es sich damals um gelbe Sorten, wie die italienische Bezeichnung pomodore ("Goldapfel") für die Frucht vermuten lässt. Botanisch gesehen zählt sie zu den Beeren. In Europa ist Italien heute noch das Hauptanbaugebiet für Tomaten, weltweit ist China größter Produzent.

In Deutschland kam man erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Tomatengeschmack, zum Volksnahrungsmittel wurde die Tomate während des ersten Weltkriegs. Inzwischen ist sie in Deutschland mit das mit Abstand beliebteste Gemüse: Im Durchschnitt verspeist jeder Deutsche um die 20 Kilogramm pro Jahr, davon etwa sieben Kilogramm frisch, und tut damit gleichzeitig etwas für seine Gesundheit.

Tomate: Kalorienarme Vitalstoff-Bombe

Denn die Tomate bietet viele wertvolle Vitamine und Mineralien. Mit einem Wassergehalt von 94 Prozent und nur etwa 2,6 g Kohlenhydrate, 0,9 g Eiweiß und 0,2 g Fett pro 100 g ist sie kalorienarm: Als Brennwert gibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) 17 Kilokalorien (kcal) pro hundert Gramm an, was in etwa einer Tomate mittlerer Größe entspricht.

Tomaten sind reich an Vitamin C. So decken beispielsweise hundert Gramm Tomate mit einem Vitamin-C-Gehalt von 24,2 Gramm knapp ein Viertel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen, der bei hundert Gramm liegt. Am meisten Vitamin C befindet sich übrigens in der Tomatenschale, hier ist der Vitamin-C-Gehalt dreimal so hoch wie im Fruchtfleisch.

Reich an Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen

Tomaten enthalten zudem geringere Mengen an Vitamin B1, B2, B3, B5 und B6 sowie verschiedene Mineralstoffe, darunter Kalium, Magnesium und Kalzium. Besonders wertvoll macht sie vor allem ihr hoher Gehalt an Lycopin. Letzteres ist ein Flavonoid, wie natürliche Pflanzenfarbstoffe auch genannt werden, und gehört zur Gruppe der Carotinoide. Diese zählen wiederum zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Lycopin wird eine besonders hohe antioxidative Wirkung zugeschrieben: Es bindet sauerstoffhaltige Moleküle, als "freie Radikale" bekannt, und hindert sie daran, Zellen und Zellkern zu schädigen. Solche Stoffe werden auch als Radikalfänger bezeichnet. Mit dieser Eigenschaft soll Lycopin die Gefäße schützen und das Risiko beispielsweise für Herzerkrankungen, Schlaganfall, Prostata-, Magen- und Lungenkrebs senken. Auch für Hautschutz gegen Sonnenstrahlen kann Lycopin zu einem gewissen Maß sorgen.

Tomaten sind die wichtigste Lycopinquelle

Hundert Gramm frische Tomaten bieten bis zu 5,8 Milligramm Lycopin. Damit ist die Tomate unsere wichtigste Lycopinquelle. Nur wenige andere Früchte kommen an den Lycopingehalt der Tomate heran, darunter Wassermelonen und Hagebutten. Auch wenn ansonsten gilt "Frisch ist am besten", trifft dies auf Tomaten zumindest in Bezug auf den gesunden roten Pflanzenfarbstoff nicht zu.

Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt: In verarbeiteter Form wie Dosentomaten und Tomatenmark liefern Tomaten noch mehr Lycopin. Das liegt daran, dass beim Erhitzen die Zellstrukturen der Frucht aufgebrochen werden. Dadurch löst sich das Lycopin. So wies die Stiftung Wahrentest bei ihrer Untersuchung in ganzen Dosentomaten einen Lycopingehalt von durchschnittlich zehn Milligramm pro hundert Gramm nach, bei gestückelten Dosentomaten waren es sogar elf Milligramm.

Bio-Tomaten enthalten mehr Lycopin

Bei frischen Tomaten aber gilt: An der Sonne gereifte Freilandtomaten haben mehr wertvolle Inhaltsstoffe zu bieten als Früchte aus Gewächshäusern und Bio-Tomaten haben einen deutlich höheren Gehalt an Flavonoiden wie Lycopin als konventionell gedüngte Tomaten.

Das liegt daran, dass Flavonoide entstehen, wenn es dem Boden an bestimmten Nährstoffe wie etwa Stickstoff mangelt. Gewöhnlich enthalten herkömmliche Dünger aber anorganischen Stickstoff, um den Pflanzen das Wachstum zu erleichtern. Die Menge der Flavonoide bleibt dabei aber auf der Strecke.

Nur reif geerntete Tomaten entfalten ihr volles Aroma

Wichtig für Geschmack und Inhaltsstoffe ist, dass Tomaten bis zur Vollreife an der Pflanze hängen. Nur dann entfalten sie ihr volles Aroma. Darin liegt ein wesentlicher Vorteil selbst angebauter Gartentomaten im Vergleich zu Importfrüchten, die beim Ernten nicht vollständig gereift sind. Bei der Ernte nicht ausgereifte Früchte bleiben fade und inhaltsstoffarm, und das giftige Solanin, das jede unreife Tomate aufweist, baut sich langsamer ab.

An Geschmack verliert die Tomate auch im Kühlschrank, da sie kälteempfindlich ist und schnell ihr Aroma verliert. Am besten werden Tomaten bei Zimmertemperatur in einer Papiertüte gelagert. Wichtig ist auch, dass sie nicht mit anderen Gemüsesorten aufbewahrt werden: Sie entwickeln das Reifungshormon Ethylen, das anderes Gemüse schneller verderben lässt.

So gesund sind Tomaten: Ihre Wirkungen im Überblick

Mittlerweile bekommt man Tomaten im Supermarkt das ganze Jahr über. In Deutschland hat das Fruchtgemüse von bis Oktober Saison. Übrigens gibt es Tausende von Tomatensorten! Mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen wirken sie in Salat, Suppe, Soße und Co. fast wie Medizin:

  • Infektabwehr: 13 Vitamine und 17 Mineralstoffe – in der Tomate stecken jede Menge Gesundmacher. Vor allem das Immunsystem braucht diese kleinen Helfer. Viren und Bakterien wehrt zum Beispiel Vitamin C ab. Schon mit einer mittelgroßen Tomate ist die Hälfte unseres Tagesbedarfs gedeckt. Auch die Carotinoide in Tomaten machen das Immunsystem mobil.

  • Schutz für Herz und Hirn: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Pflanzenstoffe in Tomaten für freiere Gefäße sorgen können. Das kommt besonders dem Herzen zugute, das optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Zudem wird eine Blutverdickung vermieden, die zu Gerinnseln, Thrombosen und Schlaganfall führen könnte. Auch gegen Krebszellen zeigt Lycopin eine gewisse Wirksamkeit.

  • Natürliche UV-Barriere: Studien belegen, dass durch den Verzehr von Tomaten ein Basisschutz gegen UV-Strahlung und somit vor Faltenbildung und Hautkrebs aufgebaut wird. Probanden eines Untersuchung konnten mit dem täglichen Verzehr von Tomatenmark und etwas Öl einen niedrigen Lichtschutzfaktor von etwa zwei bis drei aufbauen. Sonnencreme ersetzt das Gemüse also natürlich nicht!

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    Schlankgemüse: Eine mittlere Tomate wiegt zwischen 150 und 200 Gramm. Das heißt: Sie verzehren damit gerade mal 25 bis 34 Kalorien. Wer abspecken will, ohne zu hungern, kann sich also an das appetitlich-rote Gemüse halten.

Rezept für Tomatensuppe mit Champignons

  • 1 Dose Champignon- Scheiben (212 ml)
  • 4 Fleischtomaten
  • je 1 Zwiebel und Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl  
  • je 1 Zweig Thymian, Oregano, Majoran
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Tomatenmark
  • 200 g Schmand
  • einige Basilikumblättchen
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Scheiben Toast
  • 1 EL Butter
  • Zucker

Zubereitung: Champignons abtropfen lassen, den Sud auffangen. Tomaten waschen, halbieren, Stielansatz und Kerne entfernen und die Tomaten würfeln. Zwiebel und Knoblauch abziehen, Zwiebel würfeln, Knoblauch zerdrücken. Beides in Öl anbraten. Tomaten zufügen, andünsten. Kräuter waschen, mit Brühe, Tomatenmark und Pilzaufguss dazugeben, aufkochen und abgedeckt ca. 20 Minuten garen. Schmand und geschnittenen Basilikum verrühren, salzen, pfeffern. Toastbrot würfeln und mit Champignons in Butter goldbraun braten. Suppe pürieren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. In Schalen füllen und mit Pilzen, Croûtons und Schmand garniert servieren.

Pro Person: 343 kcal

Rezept für gefüllte Cocktail-Rispentomaten

Zutaten für vier Personen:

  • 4 EL Balsamico-Essig
  • Salz
  • 1 Prise Zucker
  • Pfeffer
  • 3 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 5-6 EL Olivenöl
  • 24 Cocktail-Rispentomaten
  • 250 g Ziegenfrischkäse
  • 1 Bund Basilikum

Zubereitung: Balsamico-Essig, Salz, Zucker und Pfeffer zu einem glatten Dressing verrühren. Schalotten und Knoblauch abziehen, sehr fein hacken und unter das Dressing heben. Öl unterschlagen. Tomaten vom oberen Drittel befreien, entkernen. Die Deckel fein würfeln und unter das Dressing rühren. Tomaten mit Ziegenfrischkäse füllen und auf einen Servierteller setzen. Basilikum waschen, trocken schütteln, Blätter von den Stielen zupfen und fein zerschneiden. Das Dressing über die Tomaten träufeln und als kleine Zwischenmahlzeit mit Basilikum bestreut servieren.

Pro Portion: 341 kcal

Simples Superfood von Avocado bis Walnuss

Autor:
Letzte Aktualisierung:04. August 2016
Durch: sw
Quellen: Nach Informationen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der Stiftung Warentest, dem aid-Infodienst und der Stadt Wien; Rezepte und gesunde Wirkungen: Material der Redaktion "Echo der Frau"

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